Stephanuskirche Gebersdorf

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Bautagebuch Gemeindehaus

Erstellt am 19.04.2010 um 23:39:54 Uhr

Interview mit Markus Hilpert

vom Architekturbüro Hilpert und Kretschy

Hilpert

Drei Fragen an Markus Hilpert
Landeskirche, Kirchenbaumt Nürnberg und der Kirchenvorstand der Stephanuskirche haben sich zwischen drei    Modellen für ein neues Gemeindehaus für die Arbeit
von Markus Hilpert vom Architekturbür Hilpert und Kretschy  entschieden. 

Frage:
Mitglieder unseres Bauausschusses haben sich in Stadeln, in Oberweihersbuch und bei Erlangen Gemeindehäuser angeschaut, die Sie entworfen und gebaut haben.  Die einzelnen Gemeindehäuser sind sehr unterschiedlich. Was ist das Besondere am  von Ihnen geplanten  Gemeindehaus für unsere Stephanuskirche?


Markus Hilpert
Es ist wichtig, die Lösung immer aus den örtlichen Gegebenheiten heraus zu entwickeln. Gute Architektur ist immer ein Maßanzug. Dabei spielt in Stephanus die vorhandene Bausubstanz der Kirche und die Topografie eine große Rolle. Die Besonderheit ist deshalb die entstehende reizvolle Hofsituation im Norden der Kirche, die als "freundliche Umarmung" bezeichnet werden kann.
Eine weitere Besonderheit ist die durch die verschiedenen Außenbezüge auf verschiedenen topografischen Ebenen optimal umsetzbare Entzerrung der verschiedenen Gemeindenutzungen.
So kann insbesondere die Jugend einen sehr schönen eigenen Bereich im Souterrain mit einem eigenen vorgelagerten "Jugendgarten" bekommen. Es entsteht also ein Gemeindehaus, in dem viele Nutzungen gleichzeitig stattfinden können.

Frage:
Sie haben im Gegensatz zu einem normalen Hausbau viele Ansprechpartner: Landeskirche, Kirchenbauamt, Denkmalschutz, Stadtbauamt, Bauausschuss und Kirchenvorstand, Pfarrer. Braucht man da besonders gute Nerven?

Markus Hilpert:
Natürlich wäre manchmal ein absolutistischer Bauherr einfacher, der einfach nur sagt: So machen wir das! Demokratische Entscheidungsprozesse, an denen viele sich einbringen wollen, sind für den Architekten sicher beschwerlicher. Aber bei sachlich geführten Entscheidungsprozessen entstehen so besser durchdachte Lösungen, die aus verschiedenen Blickwinkeln resultieren. Der Architekt sollte ein vernünftiges Maß zwischen notwendiger Beteiligung insbesondere in funktionalen Fragen finden, muss dabei aber seine Profession in der Beratung sachlich klar und nachvollziehbar vermitteln. Das ist schon eine spannende Aufgabe.

Frage:
Auf was darf sich die Gemeinde Ihrer Meinung nach besonders freuen, wenn sie nach 14 Monaten Bauzeit das neue Gemeindehaus in Betrieb nehmen darf?

Markus Hilpert:
Auf ein angenehm harmonisches Gebäudeensemble von Kirche + Gemeindehaus, das Innen und Außen viel räumliche Qualität für ein lebendiges Gemeindeleben bietet.
Vielen Dank Herr Hilpert für das Gespräch!

Das Gespräch mit Markus Hilpert führte Johannes Scholl.

 

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