Eine nachhaltige Investition in die Zukunft

Wir als Kirche sehen uns in einer besonderen Verantwortung und Vorbildfunktion zur Bewahrung der Schöpfung. Schon beim Bau des Gemeindehauses vor ca. 10 Jahren hat dieses Thema den Kirchenvorstand beschäftigt. Trotz intensiver Bemühungen hat es damals nicht geklappt eine Photovoltaikanlage auf den optimal geeigneten Dachflächen installieren zu lassen. Die Gründe dafür waren vielfältig, ganz aufgegeben wurde das Ziel aber zum Glück nicht. Wo möglich und sinnvoll wurden Bauvorleistungen erbracht, z. B. mit dem Verlegen von Elektroleitungen.
Durch die Solarenergie auf den Dachflächen kann eine große Menge Energie gewonnen werden. Diese ist für unsere Anstrengungen auf dem Weg hin zur Klimaneutralität bzw. zur Netto-Treibhausgasneutralität äußerst nützlich.
Mit dem Evangelische Solarfonds für die Kirchengemeinden in Bayern und ihre Diakonischen Werke haben wir nun einen erfahrenen Investor gefunden, welcher uns bei der Installation und Betreuung einer Photovoltaikanlage unterstützt. Dazu stellen wir unsere Dachfläche am Gemeindehaus in Richtung des Kindergartens zur Verfügung und erhalten im Gegenzug den dort produzierten Ökostrom günstiger, als wenn wir diesen aus dem öffentlichen Netz beziehen. Für die Installation der Photovoltaikanlage mussten wir nichts bezahlen. Am Ende der staatlich geförderten Nutzungsdauer können wir die Anlage sogar für einen symbolischen Betrag übernehmen.
Durch die gesunkene Einspeisevergütung von überschüssigem Strom wurde nicht die ganze Dachfläche des Gemeindehauses genutzt, weil dies aktuell nicht wirtschaftlich wäre.

In den letzten 12 Monaten hat unsere Solaranlage mehr als 15.000 Kilowattstunden sauberen Strom erzeugt. Das entspricht ungefähr dem Jahresstromverbrauch von vier Haushalten.
Ein großer Teil dieses Stroms wurde direkt im Gemeindehaus und in der Kirche genutzt. Vor allem in den sonnigen Monaten versorgte sich unsere Kirchengemeinde fast vollständig selbst mit Strom. Dank des Batteriespeichers kann ein Teil für die Abend- und Nachtstunden gespeichert werden. Der übrige Strom wurde in das öffentliche Netz eingespeist.
Dass wir in den Wintermonaten weiterhin Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen, liegt nicht nur an der geringeren Sonneneinstrahlung. Gerade dann steigt unser Strombedarf durch die elektrische Bankheizung in der Kirche deutlich an. Umso erfreulicher ist es, dass unsere Photovoltaikanlage über das gesamte Jahr hinweg dennoch fast dreimal so viel Solarstrom in das öffentliche Stromnetz einspeist, als wir selbst aus dem Netz beziehen.
Durch den erzeugten Solarstrom können im Jahr schätzungsweise rund sechs Tonnen Kohlendioxid vermieden werden. Das entspricht in etwa den Emissionen, die beim Verbrennen von rund 2.300 Litern Heizöl entstehen würden.
Was vor vielen Jahren mit der vorausschauenden Planung beim Bau des Gemeindehauses begann und durch die Unterstützung des Evangelischen Solarfonds verwirklicht werden konnte, zahlt sich nun aus. Wir freuen uns über diese gelungene Entwicklung und sind dankbar, dass unser Gemeindehaus heute nicht nur ein Ort der Begegnung ist, sondern auch ein Ort, an dem ein Teil der Energie für unseren Alltag umweltfreundlich direkt auf dem eigenen Dach entsteht.
Gleichzeitig sehen wir darin nicht den Abschluss, sondern einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung unserer Kirchengemeinde. Perspektivisch soll auch die bestehende Gasheizung für das Gemeindehaus durch eine Wärmepumpe ersetzt werden.
