Anders gesagt: Zukunft

Jahreslosung 2026: Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! Offenbarung 21,5

Liebe Zukunft, von der ich nicht weiß, wie du aussiehst. Es gibt Zeiten, da kann ich kaum an dich glauben. Manchmal erscheint es mir unwahrscheinlich, dass es dich gibt. Erst recht nicht für eine Ewigkeit.

Ich weiß nicht, ob du in das schauen kannst, was wir Gegenwart nennen. Sollte es so sein, dann weißt du, dass die in der letzten Zeit eher entmutigend war. Ja, vielleicht hast du sogar Angst um dich selber bekommen.

Ich jedenfalls gebe zu, dass ich zuweilen verzagt bin. Ich weiß nicht, ob ich in dich, liebe Zukunft, Vertrauen setzen kann. Dabei kannst du ja gar nichts dafür.

Manchmal kann Vertrauen wohl nur ein „Trotzdem“ sein. Beharrlich mogelt es sich in mein Verzagen. Und fängt einfach an, mit einem behutsamen „Ja“ zur Gegenwart. Da, wo sie nah ist und klein und so schön.

Dann höre ich plötzlich das Lied, das eine Nachbarin im Treppenhaus summt. Und sehe im Fensterrahmen den Streifen aus Azur, der zwischen Wolken über den Häusern schwebt. Jetzt ist heute und ich bin hier. Ein neuer Tag ist da und nun beginnt ein neues Jahr.

Ich nehme mir vor, dem „Trotzdem“ einen Raum zu geben in meinen Gedanken. Als ob es ein Brachland sei, aus dem etwas werden könnte, wenn ich beginne, es zu pflegen.

Denn es könnte ja sein, liebe Zukunft, dass du Vertrauen in mich setzt. Und ich dazu beitragen kann, dass es dich gibt.

Tina Willms

Gott kommt zu seinem Ziel

Monatsspruch Oktober 2022:
Groß und wunderbar sind deine Taten, Herr und Gott, du Herrscher
über die ganze Schöpfung. Gerecht
und zuverlässig sind deine Wege,
du König der Völker.
Offenbarung 15,3

Was kommt denn noch alles auf uns zu? So fragen sich viele angesichts von Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und Klima-Wandel. Man mag schon gar nicht mehr in die Zeitung schauen.

Ein Blick in die Bibel: Die Offenbarung des Johannes ist ein Trostbuch für Bedrängte und Unterdrückte. Für sie ist es tröstlich zu wissen, dass Opfer und Täter vor Gott nicht eins und gleich gültig sind, dass ihr Leiden von Gott nicht übersehen wird. Sie wissen: Gott hat die Geschicke seiner Welt nicht aus den Händen gegeben. Gott regiert und kommt trotz aller Katastrophen zu seinem Ziel.

Der Bibeltext „Groß und wunderbar sind deine Taten, Herr und Gott, du Herrscher über die ganze Schöpfung. Gerecht und zuverlässig sind deine Wege, du König der Völker“ ist ein himmlisches Loblied von Christen, die von Gott gerettet worden sind. In diesem Loblied ist von Gottes Allmacht die Rede! Allmacht – das ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht unsere Sache. Allmacht ‒ das ist die uns abgewandte, unzugängliche Seite Gottes. Sie schränkt unsere menschlichen Allmachts-Fantasien wohltuend ein. Sie erdet uns. Nein, wir haben das Leben und die Schöpfung trotz aller technischen Möglichkeiten nicht im Griff. Aber wir können uns Gott anvertrauen und mit Worten von Gustav Heinemann trotzig und getrost bekennen: „Lasst uns der Welt antworten, wenn sie uns furchtsam machen will: Eure Herren gehen, unser Herr aber kommt!“

Reinhard Ellsel