Um der Liebe Willen

Monatsspruch Januar 2026: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele
und mit ganzer Kraft. Deuteronomium 6,5

Du sollst, du sollst, du sollst! Mit ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzer Kraft! Das klingt so groß, so anspruchsvoll, dieses „Du sollst“ mit seinem dreimaligen „ganz“; zu groß, fast so, als ließe es sich nicht schaffen. Als diese Worte gesagt werden, steht Israel an einem Übergang, im Grenzland zwischen Gestern und Morgen. Gestern, vergangen, das heißt: Aus der Knechtschaft befreit, davongekommen, als die Feinde ganz nah waren. Die Wüste ist durchquert. Wenn es bedrohlich wurde, doch nie allein gewesen, versorgt mit dem, was vom Himmel fiel, in der Nacht geleitet von einem Feuerschein. Morgen, zukünftig, das heißt: Das gelobte Land vor Augen, wo Milch und Honig fließen. Sich niederlassen nach der Wüstenzeit, ausruhen dürfen, zu Hause sein.

Und hier, im Grenzland, zwischen dem „Hinter uns“ und dem „Vor uns“ lässt Gott sich vernehmen: Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.

„Ich bin da“ war der Name Gottes gestern, im Wüstenland. „Ich bin da“ wird der Name sein, wohin auch immer du zukünftig ziehst. Und Gott sehnt sich nach einer Antwort auf dieses Da-Sein. Gott zu antworten heißt, auch bei ihm zu bleiben. In der Liebe zu wohnen, die er selbst ist. Da-Sein, Lieben, treu sein, so, wie Gott es zuerst getan hat und immer wieder, immer noch tut.

Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft. Diese so großen Worte, sie verlangen mir nichts Übermenschliches ab. Sie bitten darum zu bleiben. Bleiben bei ihm, Gott, der da war und da sein wird, in seiner Liebe, gestern, heute und morgen.

Tina Willms

Anders gesagt: Zukunft

Jahreslosung 2026: Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! Offenbarung 21,5

Liebe Zukunft, von der ich nicht weiß, wie du aussiehst. Es gibt Zeiten, da kann ich kaum an dich glauben. Manchmal erscheint es mir unwahrscheinlich, dass es dich gibt. Erst recht nicht für eine Ewigkeit.

Ich weiß nicht, ob du in das schauen kannst, was wir Gegenwart nennen. Sollte es so sein, dann weißt du, dass die in der letzten Zeit eher entmutigend war. Ja, vielleicht hast du sogar Angst um dich selber bekommen.

Ich jedenfalls gebe zu, dass ich zuweilen verzagt bin. Ich weiß nicht, ob ich in dich, liebe Zukunft, Vertrauen setzen kann. Dabei kannst du ja gar nichts dafür.

Manchmal kann Vertrauen wohl nur ein „Trotzdem“ sein. Beharrlich mogelt es sich in mein Verzagen. Und fängt einfach an, mit einem behutsamen „Ja“ zur Gegenwart. Da, wo sie nah ist und klein und so schön.

Dann höre ich plötzlich das Lied, das eine Nachbarin im Treppenhaus summt. Und sehe im Fensterrahmen den Streifen aus Azur, der zwischen Wolken über den Häusern schwebt. Jetzt ist heute und ich bin hier. Ein neuer Tag ist da und nun beginnt ein neues Jahr.

Ich nehme mir vor, dem „Trotzdem“ einen Raum zu geben in meinen Gedanken. Als ob es ein Brachland sei, aus dem etwas werden könnte, wenn ich beginne, es zu pflegen.

Denn es könnte ja sein, liebe Zukunft, dass du Vertrauen in mich setzt. Und ich dazu beitragen kann, dass es dich gibt.

Tina Willms

Im Aufwind Gerechtigkeit

Monatsspruch Dezember 2025: Gott spricht: Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Maleachi 3,20


Der Gleitschirm liegt hinter mir am Boden und leuchtet in der Sonne. Ich ziehe ihn hoch, laufe ein paar Schritte, Kribbeln im Bauch, und dann: Schweben.

Zwanzig Minuten trägt mich der Schirm, ich höre den Wind in den Leinen sirren. Mein Blick schweift über die Felsen, Wälder und Weiden, die Dörfer und den Fluss, der sich als opalblaues Band durch das Tal schlängelt. Und das Schwere wird leicht. Der Aufwind unter dem großen roten Flügel über mir: Er hält mich.

Nicht im, aber am Himmel sein, nah dran, tatsächlich fühlt sich das himmlisch an.

Beim Gleitschirmfliegen sind es das Tuch und der Wind darin, die mich tragen. Wie himmlisch mag es erst sein, von Heil getragen zu werden und in eine Landschaft zu schauen, über der die Sonne der Gerechtigkeit aufgegangen ist? Ich gerate ins Träumen, klinke mich in biblische Bilder ein, lasse den Blick schweifen über das
Land, das Gott selber malt. Alles ist neu geworden, Grün überwuchert die Wüsten, wo Wind den Sand verwehte, blühen nun Farben.

Wolf und Lamm haben Frieden geschlossen, Kindern droht keine Gefahr, wenn sie spielen. Menschen, die sich feind waren, reichen einander die Hand. Sie schmieden ihre Schwerter zu Pflugscharen. Schmerz und Geschrei verstummen, der Tod wird begraben und steht nicht mehr auf.

Wie ein Aufwind ist dieses Träumen. Er trägt mich und lässt mich in Gottes Visionen schweben. Wenn ich dann wieder im Alltag lande, bleibt das Gefühl, gehalten zu sein und weiter zu sehen als vorher.

Tina Willms

Winterausgabe 2025 des Gemeindebriefs

Die Winterausgabe des Gemeindebriefs steht bereit. In dieser Ausgabe finden Sie unter anderem:

  • Gottesdienste und Angebote in der Weihnachtszeit (mit Terminen Adventsfenster)
  • Einweihung des neuen Gemeindehauses Thomaskirche
  • Rückblicke (u.a. Seniorennachmittage, Gemeindewanderung, 50 Jahre Seniorenkreis)

Sie finden den Gemeindebrief in Ihrem Briefkasten, in den Gemeindehäusern und Kirchen zum Mitnehmen oder hier zum Download (ca. 5 MB).

Einladung zur Gemeindehaus-Einweihung der Thomaskirche

Einweihung am 3. Advent, 14. Dezember 2025. 10.15 Uhr: Gottesdienst in der THomaskirche. 11.15 Uhr: Festakt im Gemeindehaus. Herzliche Einladung in die Winterstraße 20a / 90431 Nürnberg

Liebe Stephanusgemeinde,

die Evang.-Luth. Kirchengemeinde Thomaskirche Nürnberg-Großreuth bei Schweinau möchte Sie und Euch sehr herzlich einladen zur Einweihung des neuen Gemeindehauses.

Wir haben dafür den 3. Adventssonntag ausgewählt, konkret den 14. Dezember 2025, da auch schon die Thomaskirche an einem 3. Advent (nämlich im Jahr 1931) geweiht wurde, und freuen uns über jede Person unsrer Nachbargemeinde, die mit uns feiert!

Im Namen des Kirchenvorstands,
Juliane und Matthias Jung

Kunstausstellung

Vom 21. September bis zum 5. Oktober. Malerei von Gisela Plieninger und Luitgard Wießner

Luitgard Wießner (Ausschnitt)

Die Künstlerinnen Gisela Plieninger und Luitgard Wießner gehen verschiedene Wege von der Idee bis hin zur Umsetzung eines Kunstwerkes. Die beiden Künstlerinnen geben uns Auskunft über ihre faszinierende Reise von Beginn bis hin zum fertigen Werk. Gisela Plieninger Momente im Alltag und in der Natur geben ihr Inspiration für ihre künstlerische Arbeit. Mit ihren Ölbildern kann sie Augenblicke festhalten, einfangen und nachspüren.

Luitgard Wießner lässt sich meist von lyrischen Texten inspirieren, beschäftigt sich mit Zeitgeschehen, dem eigenen Selbst und arbeitet mit Pigmenten und Steinmehlen.

Ausstellungseröffnung ‒ Vernissage

Im evangelischen Gemeindehaus der Stephanuskirche in Gebersdorf
am 21. September um 11:30 Uhr

Musikalische Umrahmung: Miller the Killer, der Mann am Klavier

Einladung zum Ehrenamtsfest

Ehrenamtsfest der Stephanuskirche am 26. September 2025 ab 18 Uhr.

Alle, die sich ehrenamtlich – in welchem Bereich auch immer – für unsere Kirchengemeinde einsetzen und dazu beitragen, dass wir eine lebendige Gemeinde sind und bleiben, sind im Namen des Kirchenvorstands herzlich zu unserem Mitarbeiter-Dank-Fest eingeladen. Freuen Sie sich am Freitag, 26. September auf einen entspannten Abend mit Verköstigung, Musik und Unterhaltung. Beginn ist um 18:00 Uhr im Gemeindehaus Stephanus.

Um gut planen zu können, bitten wir Sie, sich rechtzeitig vorab anzumelden.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Anmeldung zum Ehrenamtsfest 2025 in Stephanus

Bitte bis 22. September verbindlich im Pfarramt der Stephanuskirche (Telefon, Mail oder Briefkasten) anmelden.

Predigt zur Kärwa 2025

Von Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter am 29.06.2025 in der Stephanuskirche in Gebersdorf

Gott, Vater auf dem Himmelsthron,
samt seinem einzig gebor‘nen Sohn,
gemeinsam mit dem Heil‘gen Geist,
welchen er uns heut in Stephanus verheißt.
In dieser dreier Namen
beginnt jetzt die gereimte Kärwa-Predigt.
Amen.

„Tut mir auf die schöne Pforte“
So heißt es an diesem Orte,
gleich, wenn Du eintrittst in unsere Kirch‘.
-zugleich erfährst Du über’m Türstock auch
das Datum unseres Kirchenbaus:
Im Jahre 1931 machten sich die Gebersdorfer viele Gedanken,
keinesfalls wollten sie gegenüber den Fürthern schwanken,
eine eigene Kirche sollte her,
den Menschen zur Freude und Gott zur Ehr.
Der erste Weltkrieg war schon um,
der Gefallenen zu gedenken, das war angedacht
und so hat man im Eingangsbereich eine Erinnerungstafel angebracht.
Später dann, nach dem 2.Weltkrieg wurde es dann leider nötig, noch eine Gedächtnistafel zu stiften,
für alle die, die die Angehörigen durch diesen Krieg schmerzlich vermissten.
Wo, wenn nicht im Kirchenraum,
gilt es zu mahnen alle Männer und Frau‘n,
dass Krieg niemals eine Lösung ist.
Es wäre doch für die Menschheit viel besser,
Jesu Nächstenliebe und auch Feindesliebe zu betreiben, anstatt der Anderen Länder und Güter zu neiden.

Betrittst Du dann unser Kirchenschiff mit seinen fünf Fensterachsen,
siehst Du über dir gleich ein hölzernes Tonnengewölbe erwachsen.
Der Blick geht weiter vor zum Chorraum, dem einen,
wo die Mutter Maria und der Jünger Johannes den sterbenden Jesus beweinen.
Auch Petrus erkannte die Gottessohnschaft Jesu schon.
Deshalb sagte er zu Jesus:
„Du bist der Christus, des lebendigen Gottes Sohn!“
So haben wir‘s vorhin im Evangelium gehört.
Und Gott sei’s gedankt, Jesus ist nicht im Tod geblieben.
Nach drei Tagen ist er auferstanden
und hat weiter Werbung betrieben
für das Reich Gottes, das ihm so wichtig war.
Die Schlüssel des Himmels gab er symbolisch dem Petrus zur Hand,
damit der sich aufmachen sollte ins ganze palästinische Land.
Den Paulus schickte man zunächst nach Kleinasien, dann über Griechenland bis hin nach Rom,
seine Mission hatte großen Erfolg, das wissen wir schon.

Über alle Jahrhunderte hinweg, das war auch dem Fürther Maler Karl Hemmerlein bekannt,
gab‘s immer wieder Frust bei denen, die sich zu Christus bekannt‘.
So schuf der Künstler hier ein Kunstwerk mit dem großen Gastmahl des Herrn:
Viele sind eingeladen, doch nur wenige kommen gern,
denn zu viel Geschäftigkeit prägt das Leben der Menschen.
Doch durch einen Boten macht des Herrn Einladung große Runden
und so holt dieser an den Tisch die wirklich Geschund‘nen.
Die Umsetzung des Gleichnisses als großflächige Kirchenmalerei
ist ein überregionales Zeugnis
grad für die heutige Zeit,
das ist es gewiss!
Auch moderne Kunst ist in unserer Kirche zu finden:
Die 5m hoch aufragende Christusfigur, die fast über uns schwebt,
dann die Mooreiche, die zum Innehalten einlädt.
Hier drüben noch die zwei Bronzereliefs mit Adam und Eva, die den Anfang der Menschheit symbolisieren,
das können wir an ihnen gut studieren.
All das stammt vom Künstler Walter Ibscher aus Gebersdorf.
Unser Glück – es ist nicht nur ausgeborgt!

Bleibt nun noch die Orgelempore zu erwähnen,
deren Brüstung mit dem Aufruf „Singet dem Herrn ein neues Lied“ geschmückt ist.
Die Orgel als Königin der Instrumente will uns lehren,
dass mit Musik das Leben leichter ist.
1994 wurde die neue Orgel mit über 1000 Pfeifen und 17 Registern eingeweiht,
darüber freuen sich die Gebersdorfer bis heut.
Die Spendenbereitschaft war damals sehr groß,
wussten doch alle: ohne Moos nix los.
Bis in die heutige Zeit hofft die Kirchengemeinde stets auf Spenden,
ohne diese könnte sich das Blatt in Gebersdorf bald wenden.
Gibt es doch eine landesweite Gebäudebedarfsplanung, die allen Gemeinden rät, darüber nachzudenken,
wie es mit den Kirchen weitergeht ohne landeskirchliche Zuwendungen und großzügige Spenden.
Werden wir es schaffen, unsere Kirche vor Ort zu erhalten, das Innen und Außen immer wieder neu zu gestalten?

Nach Stephanus dem ersten Märtyrer ist unsere Kirche benannt.
Das ist Euch allen ja sicher bekannt.
Stephanus stand fest im Glauben an den Herrn,
so sollen auch wir es halten
mitsamt unseren Gästen von nah und von fern.
Die Stephanuskirche ist für die Gebersdorfer ein wichtiger Ort in ihrem Leben,
eine Vielfalt an Gottesdiensten begleiten junge und alte Menschen und
lassen sie gerne hierher streben.
Die Kirche ist ein Stück Heimat, das ist für jeden wichtig
und deshalb ist es immer wieder richtig,
für unsere Kirche ein Fest auszurichten.
Zwar ist durch’s ganze Kirchenjahr hindurch hier was los,
aber heut‘, da wurde anlässlich der Kirchweih geläut‘.
So manchen Sturm hat unsere Stephanuskirche schon erlebt
und so hoffen wir, dass sie uns im Nürnberger Westen noch lange erfreut und
allen Besuchern einen Ort der Stille bietet,
die Gemüter beruhigt,
unseren Blick nach oben lässt richten
zu dem, der uns alle einlädt,
egal aus welchen Schichten.
Eine Kirche aus Stein ist fester als ein Zelt,
hier geht es um Gottes Liebe und das, was uns hält.

Noch so manches gäb es hier zu sagen,
doch möchte ich Euch nicht länger plagen.
Denn wer hat nicht schon mal gestöhnt
über zu lange Predigten.
Schließlich gilt, frei nach Luther in diesem Haus:
Tritt fest auf, tu’s Maul auf und hör bald auf!

Zum Schluss will ich Euch allen danken,
dass Ihr hier seid als gestand‘ne Franken!
Drum lasst uns freuen, dass wir sie haben,
unsere Stephanuskirche, an allen Tagen.

Der Friede Gottes uns geleite,
er soll nimmer weichen von unsrer Seite.
Der Herr uns segne und behüte,
es leucht‘ uns stets seine große Güte.
Den Frieden in unser Herz uns senke,
mit Glück und Liebe er uns beschenke.
Sein Angesicht uns wie die Sonne warm beschein‘.
Wir bleiben gewisslich immer sein!

Und weil die Pfarrersleut‘ allenthalben
sehr gern für sich das letzte Wort behalten,
lad‘ ich Euch ein, Ihr Herrn und Damen,
ruft Ihr nun das letzte Wort und sagt… „Amen“!

Gabriele Edelmann-Richter, Pfarrerin