Im Unterholz von Kirche und Gesellschaft

Zum 100. Geburtstag des Theologen Jörg Zink

Der evangelische Theologe Jörg Zink 2009 beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Bremen.
Der evangelische Theologe Jörg Zink 2009 beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Bremen.
Foto: epd bild/Stefan Arend


Jörg Zink gehört zu den einflussreichsten Theologen unserer Zeit. Er wurde vor 100 Jahren am 22.11.1922 auf dem Habertshof südlich von Fulda geboren. Getauft ist er eigentlich auf den Namen Georg. Seine Eltern sterben sehr früh und er wächst bei seiner neuen Mutter mit drei Brüdern in Ulm auf. Nach seinem Abitur wird er als Bordfunker bei den Jagdfliegern eingesetzt. Wie durch ein Wunder überlebt er einen Abschuss seines Flugzeugs über dem Atlantik. Von den mehreren hundert Männern seines Geschwaders kommen nur drei aus dem Zweiten Weltkrieg zurück. Jörg Zink: „Mir war am Ende wichtig, mich künftig für den Frieden einzusetzen.“
In Tübingen studiert er Philosophie und evangelische Theologie. Zink wird Pfarrer der Evangelischen Kirche von Württemberg, bewahrt sich dabei aber eine innere Unabhängigkeit: „Ich habe mich immer so verstanden, dass ich mir sozusagen als ‚freie Wildsau‘ im Unterholz der Kirche und der Gesellschaft meinen eigenen Weg suche. Mit meiner eigenen Witterung. Und dann jeweils das aufstöbere, was es da zu finden gibt. Das kann die organisierte Kirche nicht.“
Die verständliche Vermittlung des christlichen Glaubens bleibt sein Hauptanliegen. In vielen Bereichen ist er ein ­Pionier der evangelischen Publizistik. Mit Dokumentarfilmen und Diaserien über den Nahen Osten versucht er, seinen Zeitgenossen einen direkten Zugang zur Person Jesu von Nazareth zu erschließen.
Als Gründungsmitglied der Partei Die Grünen verbindet er christliche Mystik mit politischem Engagement. Mit seinen weißen Haaren prägt er bis 2011 den Sound und die Themen des Deutschen Evangelischen Kirchentages, den er als „das Beste“ bezeichnet, „was die Kirche den Menschen heute zu bieten hat.“
Jörg Zink stirbt am 9. September 2016 in Stuttgart im Alter von 93 Jahren.

Reinhard Ellsel

Ein erster Schritt ist gemacht…

Renovierungsarbeiten im Kindergarten Regenbogen haben begonnen

Wie berichtet ist unser Kindergartengebäude in die Jahre gekommen, ein Neubau aber aufgrund der aktuellen Situation nicht realisierbar und vor allem finanzierbar. Trotzdem möchten wir, der Kirchenvorstand für die Kirchengemeinde und der Elternbeirat für den Kindergarten, das Beste aus der Situation machen. Zusammen mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben wir überlegt, welche konkreten Maßnahmen eine Verbesserung der momentanen Situation bringen und gleichzeitig für uns bezahlbar bleiben.

Über dem Kindergarten befanden sich zwei Mietwohnungen, die im Rahmen der Planung des Neubaus nicht mehr weiter belegt wurden. Diese sind stark renovierungsbedürftig, wie die folgenden Bilder zeigen.

Festgehalten für die Nachwelt

Wir würden gerne im Kindergarten mehr Platz schaffen, um gemeinsam zu Essen oder um die Gardarobensituation zu verbessern. Leider dürfen die Räume im ersten Obergeschoss nicht für Kinder gestaltet werden. Daher haben wir uns entschlossen, dort ein vernünftiges Büro und einladende Sozialräume für unsere Mitarbeitenden unterzubringen. Die jetzigen Räume sollen in Zukunft für einen Wickelraum oder eine neue Küche genutzt werden. Anhand der Bilder ist ersichtlich, dass es nach so langer Vermietungsdauer nicht mit einem Eimer Farbe getan ist. Bodenbeläge und Teppiche müssen entsorgt, Tapete von den Wänden entfernt und Küche und Bad grundlegend saniert werden. Ohne Förderung und mit unseren geringen Eigenmitteln müssen wir möglichst viel selbst erledigen, damit wir am Ende von der Wunschliste des Kindergartens möglichst viele Punkte umsetzen können. Daher zählen wir auf tatkräftige Unterstützung. Diesen Samstag haben wir damit begonnen die Wohnungen komplett auszuräumen, Sanitäreinrichtungen zu entfernen und Tapete von den Wänden zu kratzen.

Eine Stärkung muss sein

Nicht zu kurz kommen sollte dabei auch das leibliche Wohl. Neben guter Gesellschaft ein wichtiger Punkt für anhaltend gute Arbeitsmoral 🙂

Am Ende eines langen Tages war mehr als ein erster Schritt gemacht. Die folgenden Bilder geben einen Überblick über die getanen Arbeiten.

Erste Erfolge

Entstanden ist eine große Menge Sperrmüll, Bauschutt und andere Abfälle, die zum Wertstoffhof gebracht werden müssen. Auch ist die Tapete zum Teil sehr hartnäckig an den Wänden und Decken verklebt. Es bleibt also noch genug Gelegenheit, sich selbst ein Bild von unseren Räumen über dem Kindergarten zu verschaffen. Wir freuen uns über jede Mithilfe. Wenn Sie sich die nächsten Wochen vorstellen können:

  • Tapete von den Wänden zu entfernen
  • Fußböden zu entfernen
  • Abfälle zum Wertstoffhof zu fahren (am besten mit einem Hänger)

Dann melden Sie sich bitte bei uns! Wir freuen uns über jede Mithilfe, gerne auch nur einmalig für wenige Stunden. Egal ob unter der Woche oder am Wochenende. Material wird gestellt, Getränke sind vorhanden!

Als Eltern von Kindergartenkindern melden Sie sich gerne direkt bei unserer Kindergartenleitung Herrn Weck. Ansonsten geben Sie uns kurz im Pfarramt Bescheid, es meldet sich dann jemand bei Ihnen und bespricht die offenen Fragen.

Für den Bauausschuss
Christian Fenn

Sei mit uns lebendig, Gott!

Vor 75 Jahren starb Wolfgang Borchert

Wolfgang Borchert (Foto um 1940).
Wolfgang Borchert (Foto um 1940).
Foto: epd bild/Rosemarie Clausen/akg-images

Noch keine zwanzig Jahre war er alt, da ereilte ihn 1941 die Einberufung zum Panzergrenadier. Bisher hatte der Hamburger Buchhändlerlehrling Wolfgang Borchert Gedichte geschrieben, bei einer Tingeltangel-Bühne debütiert und von einer Karriere als Hamlet-Darsteller geträumt. An der Ostfront, im mörderischen russischen Winter begann er das Leid anderer Menschen wahrzunehmen.
Nach dem Krieg marschiert er 600 Kilometer durch Deutschland nach Hause, ein Todgeweihter: Seine schwach ausgebildete Leber, durch jahrelange Mangelernährung geschwächt, funktioniert nicht mehr. Sterbensmatt, mit höllischen Schmerzen und quälenden Fieberanfällen kämpfend, schreibt Borchert Erzählung um Erzählung, Erinnerungen an Front und Kaserne, erschütternde Schilderungen des Nachkriegselends, bittere Liebesgeschichten und Momentaufnahmen des Seelenzustands einer verlorenen Generation. In einer einzigen Woche entsteht in einem gewaltigen Wurf das Heimkehrerdrama „Draußen vor der Tür“, die traurige Geschichte vom Soldaten Beckmann, der im Krieg ein Bein verloren hat und vergeblich nach Schuld und Sinn fragt.
Die Verantwortlichen von damals haben sich bereits wieder profitabel in der Gesellschaft eingerichtet und verdrängen, was gewesen ist. Und weder der Tod noch Gott – „Ich bin der Gott, an den keiner mehr glaubt!“ – wissen eine Antwort.
Der erklärte Atheist sehnt sich nach einem Gott, der das Leid seiner Kinder teilt und ihre Schreie hört: „Sei lebendig, sei mit uns lebendig, nachts, wenn es kalt ist, einsam und wenn der Magen knurrt in der Stille – dann sei mit uns lebendig, Gott.“
Den Glauben an den scheinbar schweigenden Gott hat er verloren, der empörte Dichter, der diesen Gott in bewusster Paradoxie gleichzeitig leugnet und für das Elend auf der Welt verantwortlich macht, aber nicht die brennende Liebe zu den Kaputtgemachten und Untergebutterten.
Einem Soldaten, der beim Ausheben von Gräbern helfen muss und sich eines Tages dem makabren Geschäft verweigert, gibt er den vielsagenden Namen Jesus. „Jesus macht nicht mehr mit“ nennt er die Geschichte. Am 20. November 1947 ist Wolfgang Borchert sechsundzwanzigjährig gestorben.

Christian Feldmann

Advents- und Türkränze vom Bastelkreis

Auch letztes Jahr wurden viele Advents- und Türkränze vom Bastelkreis liebevoll gebunden. Zusätzlich ist der Adventskranz für unsere Kirche dort in Handarbeit entstanden.

Auch in diesem Jahr möchten die Damen des Bastelkreises wieder selbst gebundene Advents- und Türkränze zu marktüblichen Preisen anbieten. Der Erlös wird für einen guten Zweck gespendet.

Wir bitten um Vorbestellung im Pfarramt der Stephanuskirche oder bei Erika Zahn bis spätestens Montag, 21. November. Wer seinen eigenen Rohling gebunden haben möchte, bitte mit Namen versehen im Pfarramt abgeben.

Wir bitten die Gartenbesitzer, den Herbstschnitt erst im November vorzunehmen und das Schnittgut am Freitag, den 18. oder am Montag, den 21. November im Pfarramt der Stephanuskirche abzugeben. Wir können alles Immergrüne verwenden, wie z. B. Kiefer, Tanne, Eibe, Thuja, Buchs, Efeu, Ilex, Salbei, Hagebutten und Zapfen aller Art.

Haben Sie Lust, beim Binden der Kränze mitzumachen?
Weitere Infos: Erika Zahn, ✆ 25 58 567
Pfarramt Stephanuskirche, ✆ 67 36 70

Preis und Anbetung sei dir

von Klaus Heizmann, für Chor, Solo und Orchester

Aufführungen 2. Advent, 04.12.2022

  • 10 Uhr in der St. Nikolaus-Kirche
    in 90455 Nürnberg-Kornburg
    Venatoriusstr. 1
  • 17 Uhr in der Thomaskirche
    in 90431 Nürnberg-Großreuth b. Schw.
    Winterstr. 20

Ausführende

ThomasChor, StephanusChor, Kornburger Kirchenchor; Leitung Petra Braun
Kirchenchor St. Bonifaz; Leitung Benedicta Kleiner
Projekt-Orchester
Gesamtleitung: Petra Braun

Wir freuen uns auf Sie.

Anders gesagt: Ewigkeit

Blick in den Nachthimmel

Wenn ich am Abend in den Sternenhimmel schaue, fühle ich mich so winzig und zugleich geborgen. Die Erde, sie ist umgeben von einem unendlichen All. Und doch geht mein Blick nicht in leeres Schwarz. Lichtpunkte sind da, Sterne, die sich zu Bildern zusammensetzen. Sie wecken meine Fantasie und lassen mich träumen.
Macht dieses unendliche All die Existenz eines Gottes wahrscheinlicher? Oder eher unwahrscheinlicher? Ich weiß es nicht. Es gibt Fragen, die offen bleiben, ohne Beweis.

Mich macht ein Blick in den Himmel demütig. Klein bin ich und doch geborgen. Ich richte so wenig aus und doch bin ich manchen Menschen wichtig.
Ich kann mich bergen in die Unendlichkeit des Alls. Doch habe ich sie nicht in meinen Händen. Vielleicht ist es ähnlich mit ihm, den ich Gott nenne. Und der Sternenhimmel mit seinen Lichtpunkten in unermesslichen Weiten ist ein Kunstwerk, das über sich hinausweist in seine Ewigkeit.

Tina Willms