Die kostbare Perle des Glaubens

Predigt zum Gemeindefest der Thomaskirche
Von Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter

Liebe Gemeinde,
suchen Sie noch oder leben Sie schon?
Was für eine Frage?
Da passt doch was nicht, werden sich einige von ihnen denken. Das muss doch heißen: Suchen Sie noch oder haben Sie schon gefunden?
Und was ist es eigentlich, nach dem Sie suchen sollen, das so wichtig ist, dass es gleich im ersten Satz der Predigt aufgeworfen wird?

Unser kleines Anspiel vorhin hat uns schon neugierig gemacht und manch einen von uns schon nachdenken lassen.

Ich verlese noch einmal den heutigen Predigttext:
Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; in seinerFreude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte und kaufte den Acker. Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte und kaufte sie.

 Zwei Sätze nur, liebe Gemeinde und zwei große Geschichten. Zwei Momente nur – und zwei umgekrempelte Lebensläufe. Zwei unterschiedliche Menschen, die etwas Wunderbares finden und nichts bleibt, wie es war.
Um das Finden geht es in den beiden Gleichnissen, die Jesus da erzählt. Um die Freude des Findens.
Aufgrund dieser Freude bleibt nichts wie es war!

Ver-rückt ist das, im buchstäblichen Sinn des Wortes.
Diese beiden Kurzgleichnisse Jesu lassen unglaubliche Emotionen hochkommen. Sie gehören zur Weltliteratur.

Werfen wir einen Blick in die Zeit der Entstehung dieser 2 Gleichnisse:
Zurzeit Jesu gehörten in Palästina nur wenige Prozent der Oberschicht und nur wenige Prozent der Mittelschicht an.
60 Prozent Unterschicht und 30 Prozent Entwurzelte.
Im ganzen Land machte sich ein Verelendungsprozess breit.
Während der Besetzung des Landes durch die Römer kam es zu Landenteignungen. Anhaltende Zeiten der Dürre zwangen viele Menschen zur Auswanderung. 1 Mio Juden lebten in Palästina, 5 Mio Juden lebten schon außerhalb des Heimatlandes.
Viele Menschen waren in der Schuldenfalle gefangen und mussten Land verkaufen, um Saatgut kaufen zu können.

Vor allem diese Menschen träumten davon, irgendwann einen Schatz zu finden. Im Judentum kursierten deshalb etliche Schatzfundgeschichten, die diese Träume nährten.
Der Kleinpächter in unserem Gleichnis findet beim Pflügen einen Schatz: 
Der Holzpflug bleibt auf einmal stecken inmitten der vielen Steine. Der Bauer wird erstmal fluchen. Doch als er merkt, dass er den größten Fund seines Lebens entdeckt hat, wird ihm plötzlich klar, dass er mit diesem Fund eine langfristige Perspektive hat. Nicht nur ein schnelles Glück.
Aber erst einmal muss er ganz cool und besonnen bleiben, denn der Acker gehört ihm nicht. Und so gehört ihm auch der Schatz nicht.

Liebe Gemeinde, sie sehen schon, Finden heißt noch lange nicht Besitzen!
In diesem Gleichnis geht es darum, dass du erstmal in den Besitz kommen musst.
Also: Steht der Bauer dabei vor einer Wahl?… auf keinen Fall… für ihn ist es ganz klar, dass er alles dafür tun muss!
Mit unvorstellbarer Freude geht er heim und verkauft alles was er hat, was ihn bisher im Leben gehalten hat, vielleicht sogar gefangen gehalten hat, um den Acker zu kaufen.
Dass er sich dafür entschieden hat, verdankt er dem Schatz.
Er handelt konsequent!
Aber was macht er mit dem Schatz?

Jesus erzählt nichts davon, was der Finder jetzt mit dem Schatz macht … Das spielt bei dem Gleichnis keine Rolle.
Es geht um eine Entscheidung!
… nicht um die Folgen, die ergeben sich von selbst!

Jesus erzählt dazu noch die Geschichte mit dem Perlenkaufmann.
Wieder eine außergewöhnliche Erzählung.
Denn im gesamten Judentum der Antike gibt es keine Perlenfundgeschichte.
Denn Perlenfunde gab es in Palästina nicht, nur im Indischen Ozean oder im Roten Meer.
Perlen kamen im Leben gewöhnlicher Menschen nicht vor. Eine Perle zu besitzen war unglaublich. Nur für die wirklich Reichen möglich.

An dieser Stelle sehen wir, dass sich Jesus auch für die Reichen, für die Großhandelsleute interessiert.
Perlen waren damals wertvoller als Silber und Gold.
Perlen waren der Inbegriff des Schönen und Wertvollen.
Als der Händler diese Perle fand, war er überwältigt und so traf er die schwerwiegendste Entscheidung seines Lebens.
Auch er verkaufte alles, was er hatte, um die Perle zu kaufen.

Wir fragen uns:
Weshalb verwendet Jesus diese Bilder, die bei seinen Zuhörern großes Kopf-Kino entstehen lassen?
Wie redet er von Gott und dem Himmelreich?

Schließen Sie einmal die Augen und lassen Sie die Stichworte vor Ihrem inneren Auge vorüberziehen!
Achten Sie dabei auf Ihre Assoziationen!

– Unverhoffter Schatz – überwältigende Überraschung – wertvolle Perle – Kostbarkeit – überschwängliche Freude – Änderung des ganzen Lebens …

Merken Sie, was in Ihrem Kopf gerade passiert?
Welche Faszination von diesen Gleichnissen der Weltliteratur ausgeht?
Jesus schafft es, uns mit dieser Gattung der Schatzfundgeschichte klar zu machen, dass jeder Schatz erst einmal verborgen ist.
Jesus verweist seinen Zuhörer darauf:
Bis Du den Schatz Gott entdeckst, meinst Du, ihn gibt es gar nicht. Gott ist verborgen!
Und wenn Du das ernst nimmst, dann weißt Du, Gott ist keine Tatsache, kein Objekt, Gott ist eine Überraschung. Also auch die Vernunft kann Gott nicht wahrnehmen!

Dennoch fragen viele Menschen häufig:
Wer/wo/wie ist Gott?
Wie kann ich in Gemeinschaft mit Gott leben?

Liebe Gemeinde,
keine Wissenschaft, keine Philosophie, keine Theologie kann das klären.
Unser intellektueller Stolz muss hier aufgeben!
Die Verborgenheit Gottes muss angemessen gewürdigt werden. Gott ist nicht nur unsichtbar wie die Luft oder der Strom, sondern er ist verborgen. Er erscheint unter keinem Radar. Gott kann nicht vermessen werden.
In unserem Gleichnis findet der Mensch einen Schatz auf einem Acker, den er erst kaufen muss.

So ist das auch mit Gott, er ist nicht von Anfang an dein Eigentum, er ist nicht in der Tiefe Deiner Person oder Deiner Gedanken zu finden; er liegt auf fremdem Territorium.
So spricht der Herr: „Meine Wege sind nicht eure Wege, meine Gedanken sind nicht eure Gedanken.“
Wir müssen seine kategoriale Fremdheit akzeptieren!
Gott ist kein Mensch, Gott ist ganz anders als ich.

Der große Theologe Karl Barth sagte: „Gott ist der ganz andere!“
Gott schenkt das Leben! – eine Überraschung!
Die Auseinandersetzung mit ihm verändert dein ganzes Leben! Unser Verstand kann ihn nicht erfassen.
Die Entscheidung für Gott entstammt der Freude und der Dankbarkeit über den Schatz. In der Kraft des Schatzes wird die Entscheidung gefällt!
Aber wenn Du den gefundenen Schatz dein Eigentum nennen möchtest und eine Beziehung zu ihm aufbauen möchtest, musst du alles aufgeben!
Das heißt, dass Gott nicht nur zusätzlich erworben werden kann, …. ein wenig, halt ab und zu, mal beim Wandern und mal in einem Gottesdienst …
Gott lässt sich nicht unter Wert finden!
Er will die Nummer eins sein!
Gott ist anspruchsvoll!
Er ist dein Schöpfer, der das Ziel deines Lebens kennt!

Und deshalb spricht Jesus: Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, dann wird euch alles andere zufallen!

AMEN

25-jähriges Dienstjubiläum

Ende September konnte Frau Edda Gunnesch ihr 25-jähriges Dienstjubiläum als Mesnerin und Hausmeisterin in unserer Stephanuskirche feiern.

Wie sie selbst sagt, ist ihr die Stephanuskirche in all den Jahren zur zweiten Heimat geworden. Sie kommt nicht nur zu ihrem Arbeitsplatz gern, sondern sie fühlt sich auch bei den Gottesdiensten sehr wohl.

Herzlichen Dank an Frau Gunnesch für den Einsatz und die Mitarbeit in unserer Stephanuskirche!
Wir hoffen, dass sie noch viele Jahre im Dienst unserer Kirchengemeinde stehen kann!

Zur Überreichung der Ehrenurkunde aus dem Staatsministerium kamen auch Mitglieder unseres Kirchenvorstandes. Glückwünsche, ein Korb mit Feinem für die Gesundheit und wunderschöne Blumen rundeten den feierlichen Moment ab.

Gabriele Edelmann-Richter, Pfarrerin

Herzlichen Glückwunsch!

Bitte recht freundlich!

Fahrrad Rallye für Familien

Einen Sonntag gemeinsam Rätsel lösen, Gebersdorf auf dem Fahrrad erkunden und zum Abschluss gibt es eine kleine Siegerehrung:-) 

Wir starten am 13.09.2020 um 14.30 am Gemeindehaus der Stephanuskirche zur jährlichen Fahrradrallye. 

Anmeldungen sind nicht erforderlich. Kinder können nur in Begleitung Erwachsener teilnehmen.
Selbstverständlich gelten die aktuellen Rahmen- und Hygienebedingungen der bayrischen Staatsregierung.
Das heißt für uns:
Die Veranstaltung findet im Freien statt. Zu Haushaltsfremden Personen ist ein Abstand von 1,5m einzuhalten.


Die Rallye findet bei jedem Wetter statt. 

Wir freuen uns auf Eure Teilnahme,

Bernd Nuß & TEAM

Ökumenischer Segen für das Tunnelbauwerk der U3

Am Freitag, den 7. August fand zum Baubeginn der Tunnelstrecke zwischen Bhf. Großreuth und Bhf. Gebersdorf eine Tunnelanschlagsfeier mit den am Bau Beteiligten statt.

Nach der Begrüßung durch Herrn Planungs-und Baureferenten Daniel Ulrich gab es Grußworte des Herrn Oberbürgermeisters Marcus König, des Herrn Innenministers Joachim Herrmann und eines Vertreters der bauausführenden Firma.

Die Vertreter der Politik betonten die Notwendigkeit einer guten Infrastruktur im Nürnberger Westen, der in den kommenden Jahren zu einem attraktiven Stadtgebiet ausgebaut werden soll.

Da sich die Bauarbeiter der beiden Tunnelröhren in den kommenden 5 Jahren auch Gefahren aussetzen, erbaten Frau Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter und Herr Pastoralreferent Wolfgang Janus göttlichen Schutz für das Großprojekt.

In guter Tradition der Bergleute besann man sich auf die Heilige Barbara.
Sie ist die Schutzheilige der Bergleute und Tunnelbauer.
Die Legende berichtet von einer tapferen und mutigen Frau, die sich im 3.Jhd. gegen den Willen ihrer Familie zum Christentum bekehrte. In einer Felsspalte fand sie Schutz vor ihrem wütenden Vater, ehe sie dann doch den Märtyrertod starb.

Nach einer Kurzansprache von Frau Pfarrerin Edelmann-Richter segnete Herr Pastoralreferent Janus die beiden Tunnelröhren und zwei Skulpturen der Heiligen Barbara mit Weihwasser.

Die Tunnelpatin Frau Anke König stellte die Skulpturen dann in Nischen an den Tunneleinfahrten, drückte auf den roten Buzzer und gab damit das Startsignal für die Bauarbeiten.

Glück auf und Gottes Segen für die Neubaustrecke der U3!

Gabriele Edelmann-Richter, Pfrin.

Stadtverführung mit Pfarrer Schoßwald

Vom 18.-20. September finden in Nürnberg die Stadtverführungen statt, bei denen am ganzen Wochenende eine Vielzahl von speziellen Führungen in Nürnberg angeboten werden. Eine besondere Führung leitet Pfarrer Dr. Schoßwald zu den Themen „Pest, Bahn und Multikulti“ von der Jakobskirche durch den Plärrer über den Rochusfriedhof zwischen den Kneipen und der Dreieinigkeitskirche bis zum Ludwigsbahndenkmal. Die Führung dauert ca eine Stunde. Allerdings muss man sich vorher Karten dafür besorgen, die auch für die anderen Führungen gelten. 

Die speziellen Führungen finden statt am Samstag 19.09.20 um 11, 13 und 15 Uhr. Für die ganze Aktion erscheint ein Veranstaltungskalender.

Unkraut jäten

Fingerstrauch mit Unkraut an der Begrenzungsmauer des Kirchenvorplatzes im Detail

Auch wir bleiben leider nicht davon verschont! An der Steinmauer am Vorplatz unserer schönen Kirche hat sich zwischen den Fingersträuchern das Unkraut breit gemacht. An der letzten „Kehrd wärd“-Aktion haben wir zum Teil nachgeplanzt, das Unkraut komplett entfernt und Rindenmulch verteilt. Außerdem wurde ein Bewässerungsschlauch angebracht, um das Anwachsen der Sträucher sicherzustellen.

Wie es im Garten aber immer so ist, dauert es nicht lange und das Unkraut nimmt wieder überhand. Wenn Sie uns hier unterstützen könnten und in nächster Zeit Gelegenheit hätten einen Teil des Wildwuchses wieder zurückzudrängen, würden wir uns sehr freuen! Werkzeug kann gestellt werden (dazu bitte im Pfarramt Bescheid geben, dass wir es bereitstellen können) und wir haben eine große Biotonne zum Entsorgen.

Fingerstrauch mit Unkraut an der Begrenzungsmauer des Kirchenvorplatzes
Zum Jäten – Unkraut am Vorplatz der Kirche

Walderdbeeren zum naschen im Schatten der Kirche
Zum Naschen – Walderdbeeren im Schatten der Kirche

Als Gruß aus der Küche hätten wir Walderdbeeren anzubieten und auch ein Blick in den Naschgarten der Jugend ist lohnend!

Naschgarten ist eröffnet!

… und jede/r ist eingeladen!

Vielleicht haben Sie es schon entdeckt, an der Kirchenschiffseite rechts neben dem Eingangsportal hat sich etwas getan.

Hier ist durch die jungen Ehrenamtlichen der evangelischen Jugend Thomas- und Stephanuskirche ein kleiner Naschgarten entstanden. Kleine Tomaten, Paprika, Gurken oder verschiedene Erdbeeren laden zum Essen ein. Ein kleines Salatfeld und verschiedene Kräuter, wie z.B. ein Kaugummistrauch runden den Geschmack ab.

Jede und jeder, der daran vorbeikommt, darf sich gerne bedienen! Wir müssen nur aus rechtlicher Sicht darauf hinweisen, dass wir für die Produkte keine Gewähr übernehmen.

Wir freuen uns auch über Menschen, die das Beet etwas mitpflegen oder etwas dazu pflanzen. Wir bitten neue Pflanzen zu beschriften und wenn man nascht, noch etwas für andere übrig zu lassen.

Viel Spaß und Guten Appetit wünscht die evangelische Jugend Thomas- und Stephanuskirche  

Armin Röder, Diakon

Pfingsten und der Heilige Geist

Dieses Wochenende feiern wir das Pfingstfest!
Doch was bedeutet das Fest eigentlich und wie können es Kinder gut verstehen?

Ein Erklärungsversuch:

Von Löwenzahn und Pusteblume

Ihr kennt die Pusteblumen. Löwenzahn heißt die Pflanze eigentlich. Weil sie so ge- zackte Blätter hat, wie Zähne. Und sie hat ganz tolle, leuchtend gelbe Blüten, wie lau- ter kleine Sonnen auf der Wiese. Aber das schönste ist: Wenn die Blume verblüht ist, verwandeln sich die gelben Blütenblätter in eine weiße, flauschig-leichte Kugel aus lauter kleinen Schirmchen. Wenn der Wind bläst, oder wenn wir auf diese Kugel pus- ten, dann fliegen die kleinen, flauschigen Schirmchen davon.

Viele Leute sagen: Löwenzahn ist nicht gut. Es ist ein Unkraut. Es muss weg. Der Lö- wenzahn soll nicht auf dem grünen Rasen wachsen. Die tausend kleinen Schirmchen sind nämlich nicht nur schön anzusehen. An jedem einzelnen hängt unten dran ein Samenkorn. Es fliegt durch die Luft bis es irgendwo landen kann. So verbreitet sich der Löwenzahn weit über den Garten oder die Wiese hinaus, vielleicht sogar bis in andere Städte und Länder. Manche ärgern sich. Andere freuen sich. Weil man das nicht aufhalten kann. Weil der Löwenzahn überall einen Platz zum Wachsen und Le- ben findet. Die gelben Blüten kommen überall hin und machen die Welt ein bisschen bunter.

Eine Geschichte vom allerersten Pfingstfest
Die Jünger waren in Jerusalem. Petrus und Johannes, Thomas und Matthias sowie alle anderen und auch die Frauen und Maria. Sie kamen oft zusammen. Es gab ein Haus, in dem sie sich treffen konnten. Dort war es eng, aber sie waren sich nahe. Jeden Tag begann Johannes mit einem Lächeln. Er erinnerte sich an den Ostermorgen. An das Grab, das leer war. Und wie er Jesus lebendig gesehen hatte. Aber im Lauf des Tages verdunkelte sich sein Blick. Mit den anderen Jüngern zusammen sein, das war ja schön und gut. Aber es war eng im Haus. Nach draußen gehen war nicht so einfach. Es war sogar gefährlich. Die Leute, die Jesus verurteilt hatten, fanden immer noch: Dieser neue Glaube ist wie ein Unkraut. Reißen wir es aus, bevor es weiter wachsen kann. Die Jünger hatten Angst, man könnte auch sie ins Gefängnis werfen. Nur wenn sie unter sich waren, sprachen sie über Jesus. Sie erzählten einander, was sie mit Jesus erlebt hatten. Manche Worte von Jesus hatten sie noch genau im Gedächtnis: „Selig seid ihr, wenn ihr jetzt weint – denn ihr werdet getröstet werden.“ Petrus blickte in die Runde: „Das gilt auch jetzt. Gott wird uns helfen.“ Da waren die Männer und Frau- en für einen Moment wieder ganz froh. Halleluja! Jesus lebt! Das sangen sie gemeinsam. Aber rausgehen, anderen davon erzählen, das trauten sie sich nicht. Lieber nicht auffallen.

50 Tage lebten sie nun schon so. Im großen Zimmer (der Jünger) war es ganz still. Keiner hatte Kraft, um die anderen aufzumuntern. Jeder war nur für sich. Müde und ohne Energie. Aber plötzlich – vom Himmel her – ein Hauch. Wie ein Flüstern. Fast nicht hörbar. Wurde dann lauter… ein Geräusch wie wenn der Wind weht. Matthias hob den Kopf und sah sich um. „Hört ihr das auch?“, wollte er fragen. Da war der Raum schon ganz erfüllt von einem Rauschen. Alle waren aufgesprungen. Schauten sich staunend um und die Herzen klopften wie wild. Es erschienen ihnen kleine Feuer- flammen. Die setzten sich auf jeden, der im Raum war. Kein normales Feuer. Nichts, was brennt und weh tut. Aber doch ein Leuchten. Eine Energie. Ein Hauch von etwas Neuem. Es war bei allen. Über allen. In allen. Sie spürten es in ihren Herzen. Da war etwas in Bewegung. So etwas hatten sie noch nie gespürt. Alle gleichzeitig begannen sie zu sprechen. Halleluja! Praise the Lord! … (möglichst weitere Sprachen einfügen). Da hielt es die Männer und Frauen nicht mehr in dem engen Zimmer. Alle drängten sich nach draußen. Mitten hinein in die Stadt. Mit leuchtenden Augen und mit festen Stimmen erzählten sie von Jesus. Ganz laut, ohne Angst. Sprachen, die sie nicht ge- lernt hatten, konnten sie sprechen. Egal wer ihnen begegnet ist, jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Darunter auch Menschen, die aus fernen Ländern ge- kommen waren. Hunderte verschiedene Sprachen – und wer zuhörte, verstand: Wie groß Gott ist. Welche Wunder er tun kann. Und dass mit Jesus das größte Wunder geschehen ist. Die Worte der Jüngerinnen und Jünger berührten viele Herzen. 3000 Menschen ließen sich taufen nach diesem Tag. Die hatten die brennende Flamme im Herzen auch gespürt. Die blieben auch nicht in ihren Zimmern sitzen. Die gingen nach draußen und erzählten von Gott. Immer mehr Menschen kamen zu der ersten Gemeinde dazu. Und in der Nachbarstadt und im Nachbarland genauso. Es lag nicht allein an den Worten. Es lag an dem Windhauch in der Luft, an der feurigen Energie. Da drin war Gott. Da drin war Jesus. Es war ihre Geistkraft, mit der sie bei uns Men- schen wirken. Die hat die Menschen begeistert und auf den Weg gebracht. Das tut sie bis heute. An Pfingsten erinnern wir uns daran.

Wie die Pusteblume an Pfingsten erinnert
Pusteblumen kann man den ganzen Sommer über auf den Wiesen entdecken. Habt ihr Lust, auf einem Pfingst-Spaziergang nach einer Pusteblume zu suchen? Seht euch die Kugel einmal genau an! Auch auf dem Bild kann man es erkennen: Die vielen ein- zelnen Samenschirmchen sind kunstvoll miteinander verbunden und bilden so eine wunderschöne Kugel. Wie die Jünger, die eine gute und schöne Gemeinschaft waren. Wie wir, die in der Kirche und Gemeinde zusammenleben und zusammenhalten. Got- tes Geist verbindet uns und er bringt uns auch in Bewegung. Habt ihr Lust, einmal kräftig auf die Pusteblume zu pusten? Oder wollt ihr dem Löwenzahn Zeit lassen bis ein Windstoß kommt? In jedem Fall geht die Reise dann weiter. Wie schön! Die Sa- men finden immer wieder einen Platz, wo die Pflanze wachsen und blühen kann. Ob auch in Afrika oder Neuseeland Pusteblumen wachsen, weiß ich nicht. Aber Men- schen, die an Gott glauben, gibt es jetzt überall auf der Welt. Überall können Men- schen von Gottes großen Taten hören. Niemand konnte den Glauben an Jesus aufhal- ten. Mit den ersten Jüngern an Pfingsten hat es begonnen. Und jetzt gibt es überall Gemeinden wie bei uns. Der Heilige Geist ist lebendig und stark. Er weht wie ein Wind überall hin. Und überall ist der Samen aufgegangen. …. Die Pusteblume erinnert da- ran.

Gebet
Lebendiger Gott, wir danken dir für deinen Geist.
Er hat die ersten Jünger stark gemacht und gibt auch uns neue Energie.
Wir bitten dich: Sende deine Kraft zu allen, die sich schwach oder mutlos fühlen. Sende deine Hilfe zu allen, die verfolgt werden oder Not leiden.
Sende dein Licht zu allen, die traurig oder krank sind.
Sende deinen Geist zu allen, die dich suchen.
AMEN.

Quelle: Gottesdienstinstitut

Predigt zum Sonntag Exaudi

Exaudi 2020   Jeremia 31,31-34: Der neue Bund mit Gott

Der Gott des Friedens und der Gnade segne unser Reden und Hören durch Jesus Christus!

Jer.31,31-34:
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war, sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit. Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen:“ Erkenne den Herrn“, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

Liebe Gemeinde

„Aufgemerkt! Pass auf! Horch amol!“
So klingt auf fränkisch unser heutiges Predigtmotto zum Sonntag Exaudi.
„Um wos geht’s ?“ fragt dann der Franke weiter.
Antwort: „Um den neuen Bund Gottes mit den Menschen.“
„Und wos is dann mit dem alt’n Bund gemeint?“
Antwort: „Na, da werfen wir mal einen Blick auf die Geschichte des Gottesvolkes Israel!“

Es war vor vielen tausend Jahren, als sich die großen Überschwemmungen der Sintflut zurückgezogen hatten.
Noah hatte sich mit seiner Familie und vielen Tierpärchen auf einer Arche retten können.
Dafür wollte er Gott danken und baute ihm einen Altar.
Gott sprach daraufhin zu ihm: „Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit euren Nachkommen und mit allem lebendigen Getier bei euch, dass hinfort keine Sintflut mehr kommen soll, die die Erde verderbe.“

Liebe Gemeinde,
das ist laut Bibel der erste Bund, den Gott mit den Menschen schließt. Als sichtbares Zeichen dafür setzt er noch einen schönen, bunten Regenbogen an den Himmel, der den Bund bestätigen soll und den Himmel mit der Erde verbindet.

Etliche Jahrhunderte später kommt es wieder zu einem Ereignis, welches den Bund Gottes mit seinem Volk bestätigt:
Es ist die Zeit des Exodus, die Zeit, in der das Volk Israel von Mose und seinem Bruder Aaron aus Ägypten herausgeführt wird.
Auf ihrem langen Weg durch die Wüste steigt Mose eines Tages auf den Berg Sinai und erhält auf zwei Steintafeln die 10 Gebote. Die ersten drei Gebote beschreiben das Verhältnis der Menschen zu Gott, so wie es sein soll … und die Gebote 4-10 weisen die Menschen an, wie sie sich ihren Mitmenschen gegenüber verhalten sollen.
Gott macht mit seinem Volk einen Vertrag, er schließt mit seinem Volk einen Bund mit folgender Abmachung: Wenn sein Volk sich an seine Gebote hält, verspricht er ewige Treue und Schutz!

Wie Sie vielleicht wissen, hielt sich das Volk Gottes nicht immer an die Vereinbarungen.
Die Verlockungen und Verführungen des Alltags waren oftmals zu groß. Das war früher so und das ist auch heute noch so.
Und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es im Jahr 586 vor Christus zu einem einschneidenden Ereignis in Jerusalem kommt:  Der Prophet Jeremia hat das Szenario aufgrund der vielen Verfehlungen und Gotteslästerungen vorhergesagt. Doch keiner hört auf ihn.  Denn wer lässt sich schon gern auf sein Versagen und seine Gottlosigkeit ansprechen. Gottes Geduld mit seinem Volk kommt an die Grenze und…die Strafe Gottes folgt!
Der babylonische König Nebukadnezar zieht mit seinem Heer Richtung Westen nach Jerusalem, zerstört den Tempel und die Stadt und verschleppt die Oberschicht, also die Gebildeten und Geistlichen nach Babylon ins Exil.

Jeremia aber hatte bereits vorher in seinen Prophezeiungen dem Volk Gottes noch einen Hoffnungsschimmer mitgegeben, er lautet:
„So spricht der Herr: Siehe, es kommt die Zeit, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen.“

Liebe Gemeinde,
jetzt machen wir einen gewaltigen Zeitsprung in das Jahr 2020. Seit Mitte März, nun seit 10 Wochen, leben wir mit Kontaktbeschränkungen. Unser gewohntes Leben ist auf den Kopf gestellt.
Viele von uns stellen sich – genau wie damals das Volk Gottes – die Fragen:
Wie soll es weitergehen? Ab wann können wir wieder hingehen, wohin wir möchten?

Auf unserem Liedblatt finden Sie passend dazu Gedanken der Trägerin des Literaturnobelpreises Selma Lagerlöf. Die schwedische Schriftstellerin machte vor allem Kindern Mut, wie z.B. mit „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“, stets nach vorne zu schauen. Für uns Erwachsene schrieb sie den Satz zum Nachdenken:
„Man soll nicht ängstlich fragen: Was wird und kann noch kommen? Sondern sagen: Ich bin gespannt, was Gott jetzt noch mit mir vorhat!“
Nach der Krise geht es weiter!

Genau das ist gemeint mit dem Bund zwischen Gott und Mensch: Tief verbunden in gegenseitiger Verpflichtung, kann sich der eine auf den andern verlassen! Widrige Umstände schmälern den Zusammenhalt nicht! Die Zusagen sind gesetzt und zwar unumstößlich!

Liebe Gemeinde,
die Bündnisse zwischen Menschen halten leider nicht immer ewig, denken wir an das Ehebündnis oder an staatliche Bündnisse oder gar militärische Bündnisse. Immer wieder kommt es vor, dass ein Vertragspartner den Bund aufkündigt. Das erleben wir täglich oder lesen und hören davon gerade wieder in den vergangenen Tagen in den Medien.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt: Aber wo und wie können wir uns des Bundes mit Gott vergewissern?
Schauen wir dazu noch einmal in die Bibel!
Vor etwa 2000 Jahren sprach Jesus zu seinen Jüngern beim letzten Abendmahl folgende Worte: „Nehmt hin und esst, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. – Nehmt hin und trinkt, das ist mein Blut des Neuen Testamentes, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut!“
Während Jesus diese Worte spricht, wird den Jüngern klar, wo Jesus ist, da ist der Neue Bund, den der Prophet angekündigt hat.
Wir erinnern uns auch an Jesu Worte: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter euch!“

Darauf dürfen wir uns verlassen. Das macht uns ruhig in ungewissen Zeiten.
Der Bund Gottes, den er mit uns Menschen geschlossen hat, ruft uns jeden Tag in die Verantwortung. Auf seine Zusage der Begleitung antworten wir im Umgang mit unseren Mitmenschen:
– Erfahrene Vergebung geben wir weiter.
– Gegebene Versprechen halten wir.
– In Not sind wir für andere da.
– Schöne und schwere Wege gehen wir gemeinsam.

Liebe Gemeinde,
wir können den Bund mit Gott auch von unserer Seite aus immer wieder erneuern:
Jedes Mal, wenn wir Abendmahl feiern.
Das Abendmahl ist die Feier des Neuen Bundes. Da sitzt Jesus mit uns am Tisch, da trinken wir aus einem Kelch, da verbinden sich Himmel und Erde miteinander.
Zur Zeit ist das leider nicht praktizierbar, aber das Wissen um Gottes Zusage, um seinen ewigen Bund mit uns Menschen lässt uns ausharren und geduldig sein und Ausschau halten nach dem Regenbogen.

Lasst uns gespannt sein, was Gott noch mit uns vorhat!

Der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.

AMEN

Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter