Innehalten: Gebete für den Frieden

Gefaltete Hände halten eine brennende Kerze

Unsere Welt wird von gewaltsamen Konflikten und Kriegen erschüttert. Menschen verlieren alles, müssen ihre Heimat verlassen und sind auf der Flucht. Andere sterben durch Gefechte oder in direkter Folge von militärischer Gewalt.

In beiden Kirchen, Stephanus und Thomas, laden wir herzlich zu Friedensgebeten ein. In den Gebetsecken finden Sie Kerzen, Bibeltexte, Stifte und Karten für eigene Gebete und Gedanken sowie Gebetsvorschläge. Sie finden dort auch Hinweise für Spenden. Die Kirchen sind tagsüber fast immer offen.

Angedacht im Juni

Das Pfarramtssiegel liegt sicher verwahrt im Tresor unserer Kirchengemeinde. Es ist wertvoll für uns, für unsere tägliche Arbeit, denn damit bezeugen wir, dass eine Urkunde echt ist. Es wird in Tinte getaucht und auf das Schriftstück aufgebracht. Ab diesem Zeitpunkt ist es nicht mehr von diesem Papier zu entfernen.

Siegel sind fest und untrennbar mit ihrer Unterlage verbunden. Das Wachssiegel ist bei Liebesbriefen ein Zeichen für den Schatz, der sich im Umschlag befindet.
Ein Zeichen dafür, dass der Inhalt nur für einen, ganz bestimmten Menschen bestimmt ist.

Zur Zeit des Alten Testamentes waren in Israel Stempelsiegel üblich. Sie wurden in den feuchten Ton eingedrückt und waren fortan fester Bestandteil eines Gegenstandes, z. B. eines Kruges.

Da sie auch damals schon zur Beurkundung und als Eigentumszeichen dienten, wurden Siegel oft als Ring am Finger oder als Kette um den Hals, ganz nah am Herzen, getragen.

Monatsspruch Juni 2022: Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod. Hoheslied 8,6

Das Herz ist der Ort, wo sich Gefühle und Gedanken abspielen. Mit unseren Armen handeln wir, tun wir etwas. Wir sind Gott unendlich nahe, in seinen Gedanken und in allem was er tut, wenn er uns wie ein festes Siegel an sein Herz legt. Und wir gehören zu ihm, sind untrennbar mit ihm verbunden. Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes, heißt es sinngemäß im Römerbrief.

Nicht einmal der Tod kann uns noch von ihm trennen, seit Jesus von den Toten auferstanden ist. Und so müsste es eigentlich heißen: Die Liebe ist stärker als der Tod!

Die Liebe zu dir ist tief eingeprägt in das Herz Gottes und nichts kann dich mehr daraus lösen!

Es grüßt Sie herzlich,

Juliane Jung, Pfarrerin Thomaskirche

Pfingststurm

Glasfenster mit Pfingstmotiv

Wenn Gott in unser Leben tritt, geschieht es meist im Stillen, verborgen, ohne großes Aufsehen und immer in der persönlichen Begegnung. Auf dem Berg Horeb tost er nicht mit Sturm und Brausen um den Propheten Elija. Vielmehr umweht er ihn im sanften, leisen Säuseln des Windes. Jesu Menschwerdung ereignet sich still und einsam in der Nacht, in einer verlassenen Hütte. Bevor er der ganzen Gruppe der Jünger erscheint, nähert er sich zart und behutsam nur Maria Magdalena am Ostermorgen am Grab. Doch zu Pfingsten war es anders. Mit einem Brausen, Tosen und Feuer kommt er daher, der Heilige Geist.

Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.

Apostelgeschichte 2, 2

Heftiges Rufen, laute Stimmen, Erstaunen. Pfingsten ist bestimmt kein Fest der Stille. Soll es auch nicht. Möge uns doch der Heilige Geist herausreißen aus unserem alltäglichen Trott. Möge er uns anspornen, neue Wege zu suchen und dann in der Stille zu IHM zu finden.

Peter Memmert

Neues vom StephanusChor und vom ThomasChor

Der StephanusChor aus Gebersdorf und der ThomasChor aus Großreuth proben
ab sofort gemeinsam.

Klavierspieler mit Notenheft


Frau Helena Huber hat als Chorleiterin des StephanusChors aufgehört. Hier an dieser Stelle vielen Dank an Frau Huber für die vielen Jahre, in denen sie den StephanusChor geleitet hat. Herzlichen Dank vor allem auch für die vielen gemeinsamen Auftritte, die wir zusammen geleitet haben. Es war zu jeder Zeit eine wunderbare Zusammenarbeit, die ich sehr genossen habe. Der neue gemeinsame Chor wird weiterhin als 4-stimmiger Frauenchor singen, und zwar jeden Mittwoch (außer in den Schulferien) von 19.30 — 21 Uhr. Wir werden den Probenort monatlich wechseln, also einen Monat in Gebersdorf und einen Monat in Großreuth proben.

Unsere ersten geplanten Auftritte werden die Konfirmationen sein:

  • Am 3. Juli in der Stephanuskirche und
  • am 17. Juli in der Thomaskirche.

Außerdem planen wir für den Brücken-Gottesdienst am 2. Advent 2022 wieder ein größeres Werk für Chor und Orchester, nämlich die Kantate von Klaus Heizmann und Johannes Jourdan: „Preis und Anbetung“.

Haben Sie Lust bekommen mitzusingen? Dann schauen Sie einfach bei uns vorbei.

Ihre Petra Braun
E-Mail: PetraBraun.Musiktherapie@posteo.de

Angedacht zu Ostern

Weidenkätzchen in einer Detailaufnahme - Ein Frühlingsbote

Der Jesuitenpriester Anthony de Mello schrieb einmal (siehe auch Evangelisches
Gesangbuch, S. 221)
:

„Das Leben ist tatsächlich voller Wunder. Mehr noch: es ist wunderbar, und jeder, der es nicht länger als selbstverständlich hinnimmt, wird das sofort bestätigen.“

Kinder während eines Frühlingsspaziergangs sind wunderbare Lehrmeister darin, uns das Staunen wieder beizubringen. Sie lassen uns die Wunder dieser Welt mit neuen Augen schauen. Ostern ist das Fest des Staunens. Es lässt erahnen: In der Mitte der Nacht beginnt der neue Tag, aus totem Holz wächst neues Leben, im Ende ist der Anfang beschlossen. Das Leben bricht sich Bahn. So ist es den Frauen am Grab Jesu ergangen. Sie sind aufgebrochen und haben das Erlebte weitererzählt – staunend und beseelt von einem Geist, der sie ihre Traurigkeit und Müdigkeit vergessen und sie neu hoffen ließ. Bis heute erzählen wir uns zu Ostern vom Neubeginn mitten in der dunkelsten Nacht, vom Wunder der Auferstehung, vom Sieg des Lebens über den Tod. Und so wünsche ich uns zum Osterfest 2022 die Fähigkeit zu staunen, uns mitreißen und begeistern zu lassen. Auf dass wir wieder neu Hoffnung schöpfen und leben lernen.

Ein gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen und Ihren Lieben,
Judith Lena Böttcher, Pfarrerin der Thomaskirche

Rückblick Osterfrühstück

Fleißige Hände haben geplant, gebastelt, dekoriert, gebacken, eingekauft und angerichtet. Um 5:00 Uhr morgens war in der Küche des Gemeindehauses schon reges Treiben. Wir freuen uns, dass viele nach dem Gottesdienst das Angebot zum gemeinsamen Frühstück angenommen haben. Wir wurden mit einer reichlichen Auswahl von süß bis herzhaft bedient. Im Garten der Kirche gab es für Kinder auch traditionell leckere Geschenke des Osterhasen zu finden.

Die Stephanusgemeinde bedankt sich bei allen Helferinnen und Helfern, die uns diesen tollen Ostermorgen ermöglicht haben!

Eine Pflanze trägt die Attribute des Leidens Christi

Köstlich, exotisch, erfrischend – einfach delikat. Wer eine Packung oder eine Flasche des säuerlich-süßen, orangefarbenen Saftes oder Nektars aus dem Supermarktregal greift, möchte genießen: sich am Frühstückstisch oder zu einer besonderen Mahlzeit etwas Gutes tun. Wer Geschmack pur liebt, geht noch einen Schritt weiter und kauft im Feinkostgeschäft die ganze Frucht: gelbgrüne bis rote oder blauschwarze Beeren, deren geleeartige, saftreiche Samen genüsslich auszulöffeln sind. Bekanntgeworden ist die tropische Leckerei gemeinhin unter dem Namen Maracuja. Weniger bekannt ist der Zusammenhang mit der Pflanze „Passiflora“ (Passionsblume), einer Gattung der Passionsblumengewächse mit rund 370 Arten. Nicht nur die schmackhaften Erträge mögen der Grund gewesen sein, weshalb der Strauch im 17. Jahrhundert aus Südamerika in die Alte Welt eingeführt wurde. Es sind vor allem die auffallend ausgebildeten Blütenteile, die diese hübsche Kletterpflanze zu etwas Besonderem machen. Denn Pflanzenliebhaber und gläubige Menschen sind gleichermaßen erstaunt, wenn sich die schnell vergänglichen Blüten öffnen und ihr Geheimnis offenbaren: ihre verblüffende Ähnlichkeit mit den Attributen des Leidens Christi.

Ein rot gesprenkelter Strahlenkranz bildet die Dornenkrone,
drei Narben erinnern an die Nägel,
der gestielte Fruchtknoten gleicht einem Kelch,
Ranken stellen die Geißeln dar,
fünf Staubblätter bilden die Wunden,
dreilappige Blätter ähneln der Lanze.

Die Verbindung pflanzlicher Merkmale und menschlicher Glaubenserfahrung weist auf das Bild von der Passion hin. Sie führte zur Namensgebung, zum Hinweis auf den Weg, den Jesus von der Gefangennahme bis zur Kreuzigung gegangen ist.

Stefan Lotz