Ökumenische Alltagsexerzitien – Machen Sie mit!


zwischenRÄUME
Ökumenische Alltagsexerzitien 2021


Gestalten Sie die Fastenzeit ganz bewusst und gönnen Sie sich Zeit für sich und mit Gott!

Die Teilnehmenden nehmen sich täglich (ca. eine halbe Stunde)
Zeit für Gebet und Betrachtung.

Einmal in der Woche treffen wir uns per ZOOM zum Austausch über unsere Erfahrungen.

Unter dem Titel zwischenRÄUME laden die fünf Wochen der Exerzitien ein, sich mit diesem Thema zu beschäftigen:

1. Woche: Gott? Im Raum dazwischen!
2. Woche: Weiter Raum
3. Woche: Zwischen allen Stühlen
4. Woche: Zwischen Gott und mir
5. Woche: Zwischen Himmel und Erde

Leitung: Sabine Rager, Peter Memmert, Siegfried Zuprin

Materialkosten: 10 Euro.

Anmeldung bis zum 12. Februar unter Tel. 0911 – 132 01 92 oder in den Pfarrämtern der Gemeinden. Flyer liegen ebenfalls in beiden Gemeinden aus.

Wir freuen uns auf Sie!

Barmherzig – oder was?

Die Jahreslosung für 2021 lautet: „Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ 

Das erste Wort, welches mir ins Auge springt ist „BARMHERZIGKEIT“.
So oft gehört, gelesen, selbst verwendet – doch auch angewendet? 

Was bedeutet Barmherzigkeit? 

Sprachlich stammt es vom lateinischen Wort „misericordia“ ab. 
Synonym kann man „Güte, Erbarmen und Mitgefühl“ setzen.
Diese drei Worte umschreiben das große Wort Barmherzigkeit und lassen verschiedene Bilder und Ideen dazu entstehen.

2016 gab es in der katholischen Kirche das Jahr der Barmherzigkeit. Im Bistum Eichstätt haben sich junge Menschen Gedanken zur Barmherzigkeit gemacht. Hör mal kurz rein und lass dich inspirieren. 

Und, was denkst Du? Was bedeutet für dich dieses Wort? 

Für mich ist Barmherzigkeit zu einer Lebensaufgabe geworden. Sowohl in der Umsetzung als auch in der Intensität. Aus meiner Sicht ist Barmherzigkeit nichts, was man lernen kann und sobald man es einmal verstanden hat, kann man es –  immer und überall, egal in welcher Situation man steckt. Es ist nicht wie Fahrrad fahren oder schwimmen. Einmal gelernt, ist es im motorischen Gedächtnis eingebrannt und wir können es zu jeder Zeit abrufen.
Für mich ist Barmherzigkeit vielmehr wie Kochen. Die Grundzutaten der Barmherzigkeit: Güte, Vergebung, Mitgefühl – habe ich kennen gelernt und kann sie in mir sehr gut vertrauten Situationen anwenden. Doch hin und wieder stecke ich auch in Momente in welchen mir die Barmherzigkeit nicht gelingt, obwohl ich die Zutaten kenne. Das hat verschiedene Gründe. Da gibt es zum Beispiel persönliche Verletzungen oder noch unklare Emotionen, die mich hindern. Ich denke, dass ich im Recht bin und mein Gegenüber unrecht hat – dabei wäre das gerade gar nicht wichtig, doch das erkenne ich nicht. Vieles mehr ließe sich an dieser Stelle noch aufführen, doch ist das zur Weiterführung gar nicht nötig. Jeder von uns weiß um seine ganz eigenen Gründe, warum es mit der Barmherzigkeit hin und wieder nicht gelingt.

Viel wichtiger ist mir dabei die Frage geworden, ob es mir als Christ passieren darf, dass es mir nicht gelingt. Meine Antwort darauf lautet: JA – darf es und das ist in Ordnung. Schließlich geht es auch bei der Barmherzigkeit nicht darum sie perfekt und in jeder Situation zu leben. Als Mensch bin ich nicht fehlerfrei, sondern scheitere hin und wieder – mal mehr, mal weniger…
Gott begegnet mir hier, so glaube ich, mit seiner Barmherzigkeit – durch andere Menschen. Sie entwickeln Verständnis für mich und meine Situation, begegnen mir mit Güte und Milde und fühlen sich ein – in Mich.
Aus meiner Sicht ist Barmherzigkeit ein gegenseitiges Geben und geschenkt bekommen – zwischen uns Menschen und Gott.
Erlebe ich selbst Barmherzigkeit als Gebende und Beschenkte, so ist das für mich ein ganz besonderer, ein heiliger Moment.
Dafür bin ich dankbar.

Michael Patrick Kelly hat das in diesem wunderschönen Lied zum Ausdruck gebracht: 

Liebe Grüße,

Eure/Ihre Christina Höpfner

Die Hochzeit zu Kana

Predigt zu Joh. 2, 1-11 am 2. Sonntag nach Epiphanias
von Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter

Liebe Gemeinde,

der heutige Predigttext steht im Johannes-Evangelium. Sie haben ihn vorhin bei der Evangeliumslesung schon gehört.

Und am dritten Tage war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen.
Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus spricht zu ihr: Was geht’s dich an, Frau, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
Seine Mutter spricht zu den Dienern „Was er euch sagt, das tut“.
Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte und in jeden gingen zwei oder drei Maße.
Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan.
Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt’s dem Speisemeister! Und sie brachten’s ihm.
Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten’s, die das Wasser geschöpft hatten -, ruft der Speisemeister den Bräutigam
und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie betrunken werden, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückbehalten.
Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.

Das Szenario: Eine Hochzeitsfeier ist in vollem Gang und der Wein droht auszugehen. Wirklich oberpeinlich für den Gastgeber!
Doch der Gastgeber, der Bräutigam, hat Glück.
Jesus hilft ihm aus der Patsche, er verwandelt das Wasser in den Krügen zu Wein, sechs Krüge a zwei oder drei Maße, das sind ungefähr 600 Liter bester Wein. 

Fast jeder kennt diese Geschichte aus der Bibel. Es ist eine der bekanntesten Wundergeschichten.

Doch worum geht es hier eigentlich genau? Geht es nur darum zu zeigen, dass Jesus Wunder tun kann? Oder geht es um weit mehr als das?

Am Ende heißt es: „Das war das erste Zeichen, das Jesus tat – und er offenbarte seine Herrlichkeit.“
Aha – Die Herrlichkeit Gottes auf Erden! – darum geht es also in dieser Geschichte vom Weinwunder, es geht um das Licht Gottes, das in Jesus Christus zu uns gekommen ist. Deshalb ist dieser Predigttext auch für die Epiphanias Zeit ausgewählt worden, die Zeit im Kirchenjahr, in der es um die Erscheinung Gottes in der Welt geht. 
„Das war das erste Zeichen, das Jesus tat“, sagt der Evangelist. Das Weinwunder war also mehr als ein spektakuläres Kunststück, das alle bewundern sollten. Es war ein Zeichen, das für etwas steht, eine Art Wegweiser, der in eine Richtung zeigen will, zu etwas Größerem hin, etwas Wichtigerem als Wein für eine Hochzeit.
Jesus ließ die Menschen durch dieses Zeichen ein Stück des Himmels sehen, ein Stück göttlicher Liebe, Macht und Kraft – er offenbarte seine Identität:
Er war der Sohn des lebendigen Gottes! –  nicht nur der Sohn des Zimmermanns Josef aus Nazareth.
Deshalb ist es so eine schöne Geschichte, dieses Weinwunder von Kana. Denn die Botschaft scheint klar: Gott ist mit seiner Herrlichkeit mitten unter uns – und hilft uns in unseren Nöten, egal, worum es geht.

Wenn wir aber noch einmal genau auf den Text schauen, stellen wir fest, dass sich Jesus zunächst gar nicht offenbaren wollte; ja, dass er sich geradezu weigerte, einzugreifen. Sehen wir auf den Dialog mit seiner Mutter Maria. Sie, die gesehen hatte, dass der Wein ausgeht – und die wusste, wer Jesus war und was er vermochte, spricht ihn an: „Sie haben keinen Wein mehr!“ Die ungesagte Botschaft dahinter lautet: „Sohn, mach doch was!“
Doch was antwortet ihr Sohn darauf?
„Was geht’s dich an, Frau, was ich tue: Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“
Jesus weist sie deutlich zurück. In Luthers Übersetzung klingt es wirklich schroff.
Aus heutiger Sicht geht das gar nicht. Ein unmögliches Verhalten!

Weder Maria noch das Problem, das sie anspricht, scheinen Jesus zunächst zu interessieren.
In diesem Moment leuchtete noch nichts von der Herrlichkeit Gottes auf Erden auf.
Doch dann fügt Jesus seiner Abweisung eine interessante Anmerkung hinzu, die für das Verständnis seiner Reaktion sehr wichtig ist. Er sagt: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen!“
Was meinte er damit? Wollte er mit dieser Ansage Maria auf später vertrösten, auf später am Tag?  Wohl kaum.

Wenn man das Johannes-Evangelium aufmerksam liest, fällt auf, dass der Evangelist diesen Begriff öfter gebraucht, dass Jesus öfter von seiner Stunde redet, die „kommt“ oder später dann „gekommen ist“.
Wenn Jesus von seiner Stunde redet, meint er damit die Zeit, in der sich sein göttlicher Auftrag erfüllt. Der Auftrag, nach Jerusalem zu gehen, um am Kreuz das Leid und die Schuld aller Menschen auf sich zu nehmen und durch sein Sterben die Menschheit zu erlösen. Und der Auftrag, dem Tode die Macht zu nehmen – und in der Auferstehung die Herrlichkeit Gottes in Kraft zu offenbaren.

Und diese Zeit, diese Stunde Jesu, war am Tag der Hochzeit zu Kana noch nicht gekommen.

 Als Maria ihren Sohn auf den fehlenden Wein ansprach, stand der erst ganz am Anfang dieses schweren Weges, den er gehen sollte.
Vielleicht reagierte Jesus deshalb so schroff auf seine Mutter.  Weil im Vergleich zu dem Großen, was vor ihm lag, dieses Weinproblem nun wirklich uninteressant war.
Jesus war nicht für solche Kleinigkeiten von Gott gesandt, nicht, um punktuell Heilung zu bringen oder im Bedarfsfall Probleme zu lösen.

 Jesus Christus war von Gott gesandt, um das Ganze zu heilen, um alles zu überwinden, was uns Geschöpfe von unserem Schöpfer trennt, wirklich alles, bis hin zu unserer Endlichkeit – und uns wieder zu vereinen und zu versöhnen mit unserem himmlischen Vater!

Warum Jesus sich dann schließlich um das Weinproblem kümmerte – und die Wasserkrüge füllen ließ, wissen wir nicht.

Maria, seine Mutter, hoffte auf seine Barmherzigkeit.
„Was immer er euch sagt, das tut!“, sagte sie zu den Dienern.

 Und so setzte Jesus ein Zeichen: Das Wasser wurde zu Wein. 
 Es war das erste Zeichen von vielen, die folgten, um deutlich zu machen, dass bei Gott nichts unmöglich ist – und er alles vermag. Ein Zeichen, das auf den Gesalbten, den Sohn Gottes, hinwies, nicht mehr und nicht weniger.
Solch ein Zeichen Gottes kann auch uns Mut machen, aber es kann nicht die einzige Grundlage unseres Glaubens sein, dann würden wir scheitern.

Wie gerne hätten wir in der momentanen Zeit ein klares Zeichen der Hoffnung. Zumindest einen festen Zeitpunkt in der nahen Zukunft, an dem wir mit dem Ende der Pandemie rechnen können.
Aber so einfach ist das leider nicht.
Uns bleibt nur das Vertrauen darauf, dass der, der vor 2000 Jahren Wunder getan hat, unserem Leben das Fundament gibt, auf dem wir sicher stehen können.
Die Zeichen, die er gab, dienen dazu, unseren Glauben daran zu stärken, dass Gott da ist und Interesse an uns hat. 

In den vergangenen Wochen hörte ich in vielen Gesprächen häufig von negativen Erlebnissen, von Frust, von Verzweiflung, von Aussichtslosigkeit.

Dem können wir entgegenwirken:
Psychologen lassen ihre Patienten aufschreiben, was sie über den Tag hinweg Gutes erlebt haben. Jedem schlechten Erlebnis müssen die Patienten ein gutes Erlebnis gegenüberstellen.
Das müssen keine spektakulären Ereignisse sein. Auch Kleinigkeiten können unser Herz erfreuen!
Freude über das pfiffige Verhalten des Enkels oder Freude über den Anruf einer alten Freundin!

 Ich bin mir sicher: Wenn wir uns aufmachen, nach Zeichen Gottes in unserem Leben und um uns herum zu suchen, werden wir fündig.
Dazu braucht es einen Moment der Stille, ein offenes Herz!
Dann finden wir Gott, der da ist, auch in unserem Leben, mit seiner Liebe, mit seinem Licht!

 Sollte das nicht gleich gelingen, so wollen wir Gott darum bitten, dass er uns wachrüttelt aus der Lethargie,
dass er uns die Augen öffnet für die schönen Dinge im Leben,
damit wir uns freuen können und spüren, wie lebendig unser Gott ist!

Amen

Bitte ziehen Sie sich warm an!

Symbolfoto: Stapel von Decken und Schals

Aufgrund der allgemeinen Anforderungen in Corona-Zeiten ist es uns dieses Jahr nicht möglich, die Gottesdienste in unserem gut geheizten Gemeindehaus zu feiern. Die Sitzabstände müssen sehr groß gewählt werden, wenn wir unser zurückhaltendes, gelegentliches Singen beibehalten wollen – was wir hoffentlich bald wieder dürfen! Außerdem ist das Luftvolumen in den Räumen deutlich kleiner als in unserer Kirche.

Kein Gottesdienst im Gemeindehaus

Aus diesem Grund hat sich der Kirchenvorstand dazu entschlossen, die Gottesdienste dieses Jahr durchgehend, also auch in der Winterzeit, in unserer Kirche stattfinden zu lassen. Allerdings können wir unsere Kirche nicht auf Wohlfühltemperatur heizen. Bei einer niedrigen Innentemperatur ist in der Raumluft nur wenig Wasser vorhanden. Wird die Luft nun erwärmt, sinkt die sogenannte relative Luftfeuchtigkeit in einen sehr niedrigen Bereich ab und es könnten erhebliche Schäden an der Orgel und anderen Kunstwerken entstehen.

Unser Orgelbauer rät uns daher zu einem planvollen und behutsamen Aufheizen. Die Luft wird dabei nicht so stark ausgetrocknet. Das bedeutet, die Temperatur sollte pro Stunde nur um 1° C steigen und die Maximaltemperatur sollte im Bereich von 13° C liegen sowie eine relative Luftfeuchtigkeit von 45-65% aufweisen.

Da warme Luft nach oben steigt, ist es im oberen Bereich des Kirchenraums, in dem sich auch unsere Orgel befindet, deutlich wärmer als in den Bankreihen. Der Unterschied kann mehrere Grad betragen. Für das Instrument ist es wichtig, dass sich das Orgelinnere langsam erwärmen kann und dadurch keine Temperaturunterschiede zur Orgelaußenseite (Prospekt) entstehen.
Durch das Heizen entsteht außerdem Zugluft, welche eine starke Verschmutzung der Orgel verursacht.

Gradgenaues Heizen unmöglich

Durch die im Einsatz befindliche Heiztechnik (Bankheizung) ist es sehr schwierig und zeitaufwändig, den Kirchenraum den Empfehlungen entsprechend zu beheizen. In der Vergangenheit haben wir das leider oftmals nicht so genau genommen – oder man wusste es auch noch nicht besser. Dadurch sind uns Sanierungskosten für die Orgel und das Mauerwerk in nicht unerheblichem Umfang entstanden. Als Konsequenz hieraus haben wir die Gottesdienste in den kalten Wintermonaten in das Gemeindehaus verlegt – und so zudem noch die Umwelt und unseren Geldbeutel durch einen geringeren Energieverbrauch geschont.

Unsere Bitte daher dieses Jahr an Sie:
Lassen Sie uns miteinander Gottesdienst feiern – aber kommen Sie warm angezogen. Es gibt ja bekanntlich kein falsches Wetter, sondern nur falsche Kleidung!

Predigt zur Jahreslosung 2021

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ Lk 6,36

von Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

wieder stehen wir am Beginn eines neuen Jahres!
Bestimmt haben Sie heute im Laufe des Tages viele Neujahrswünsche erhalten und auch selbst ausgesprochen.
Die Neujahrswünsche, die wir uns gegenseitig zusagen, haben in diesem Jahr bei den meisten in erster Linie die Gesundheit im Blick, sie ist angesichts der Pandemie das zentrale Thema unserer Hoffnungen.

Ich möchte heute mit Ihnen einen Blick auf die Jahreslosung für das neue Jahr werfen. Sie lässt unseren Blick noch weiter kreisen.
Der Evangelist Lukas hat die Worte Jesu aufgeschrieben:

„Jesus Christus spricht:
seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“

„Barmherzigkeit“ – was für ein althergebrachter Begriff!
Kaum einer von uns verwendet dieses Wort im Alltag.
Und doch berührt uns das Wort „Barmherzigkeit“ im Innersten.

Vielen von uns kommt sogleich die biblische Erzählung vom barmherzigen Samariter in den Sinn.
Sie erinnern sich: das war der Wanderer, der auf seinem Weg einem Überfallenen, einem übel zugerichteten und ausgeraubten Mann geholfen hat.
Jesus erzählt seinen Zuhörern dieses Gleichnis auf ihre Frage hin, wie man sich seinem Nächsten gegenüber verhalten soll.
Und typisch für Jesus … er verpackt seine Antwort in eine Geschichte.

Mit dieser Geschichte provoziert er seine Zuhörer, damit diese die Antwort begreifen, ja selbst finden.

Jesus erzählt, dass an dem Überfallenen zuerst ein Priester vorbeizieht; dieser darf sich aufgrund der Priestergesetze nicht mit Unreinem in Verbindung bringen. Dann kommt ein Levit daher; auch er kennt alle Kultvorschriften genau und er hat es eilig, um rechtzeitig zum Tempeldienst zu kommen.
Schließlich sieht ein Samariter den Mann am Boden liegen. Der Samariter handelt ohne zu überlegen, ohne lang zu fragen, ob er das darf, ob er sich dabei beschmutzt, ob es ihn seine Zeit und natürlich auch sein Geld kostet.

Provokant für Jesu Zuhörer ist die Geschichte deshalb, weil sie einem Samariter das barmherzige Handeln niemals zugetraut hätten. Hatten doch die Samariter keinen guten Ruf und galten als sektiererisch in dem Sinne, dass sie sich nicht streng an die jüdische Gesetzgebung hielten.
Doch Jesu Zuhörern wird dadurch klar:
Unser Nächster ist der, der unsere Hilfe braucht!
Diese Aussage sitzt!

Trotz Kontaktbeschränkungen konnte ich in den vergangenen Wochen viele Menschen zumindest zwischen Tür und Angel besuchen. Manchmal konnten wir auch nur vom Gehweg zum Fenster hin ein kurzes Gespräch führen. Was mich dabei geschmerzt hat, war die Aussichtslosigkeit, von der vor allem die älteren Menschen erzählten.
Die Sorge und die Angst vor dem Virus paarte sich mit einer großen Sehnsucht nach Nähe, nach einem Gespräch, nach Kontakt.  Der Lebenssinn schien nicht selten verlorengegangen zu sein.

Ein befreundeter Pfarrer schickte mir vor einigen Tagen ein Zitat Martin Luthers, das passender zur gesamten Situation nicht sein könnte:
„Wenn Gott tödliche Seuchen schickt, will ich Gott bitten, gnädig zu sein und der Seuche zu wehren. Dann will ich das Haus räuchern und lüften, Arznei geben und nehmen, Orte meiden, wo man mich nicht braucht, damit ich nicht andere vergifte und anstecke und ihnen durch meine Nachlässigkeit eine Ursache zum Tode werde. Wenn mein Nächster mich aber braucht, so will ich weder Ort noch Person meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen. Siehe, das ist ein gottesfürchtiger Glaube, der nicht tollkühn und dumm und dreist ist und Gott nicht versucht.“

Das ist es!
Wir sind barmherzig im Sinne Jesu, wenn wir die Not eines anderen zum Besseren wenden!

Voraussetzung dafür ist aber, dass wir mit uns selbst im Reinen sind. Nur wenn wir uns mit allen Fehlern und Macken selbst akzeptieren, können wir auch für andere ein großes Herz haben.
Wie kann uns das gelingen, unser eigenes Herz geschmeidig werden zu lassen?
Eine Portion Humor mit sich herumzutragen, kann oftmals schon der erste Schritt für eine Entspannung sein.
Und der zweite Schritt, der in die richtige Richtung führt, ist eigentlich ein Schritt zurück. Ein Blick in mein Innerstes.
Was mache ich aus meinem Leben. Welche Gaben habe ich von meinem Schöpfer bekommen? Was macht mich stark?

An Weihnachten haben wir uns an das schönste Geschenk Gottes erinnert.
Da fiel unser Blick auf den, der aus der Weite des Himmels als Kind zu uns kam, Gott wurde Mensch, mit allen Herausforderungen und Befindlichkeiten, die es in einem Menschenleben gibt.
Auch Jesus haderte mit sich und der Welt.
Aber er war sich seines göttlichen Auftrags bewusst, die Welt besser zu machen.
Die innerste Ergriffenheit und Überzeugung wollte er auch seinen Zuhörern zuteilwerden lassen.
Er gab ihnen damals vor 2000 Jahren und gibt uns für das Jahr 2021 die Richtung vor:

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“

Amen.

6. Dezember 2020 – Nikolaus

Heut ist Nikolaus – eine wunderbare Möglichkeit um lieben Menschen eine kleine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.
Vielleicht stellt ihr sogar euren Stiefel vor die Türe, damit er über Nacht gefüllt werden kann. 
Doch woher kommt diese Tradition eigentlich und hat sie wirklich was mit dem Nikolaus zu tun? 

Hier ein kleines Filmchen zur Erklärung: 

Wer heute oder in den nächsten Tagen noch etwas Gutes tun möchte, dem lege ich folgendes ans Herz legen: 

Das Dekanat Nürnberg organisiert jedes Jahr zu Weihnachten für die wohnungslosen Menschen unserer Stadt eine kleine Weihnachtsfeier. Auch wenn es unter Corona-Bedingungen anders stattfinden muss als gewohnt, halten Sie daran fest. 

Unterstützung kann meine Kollegin Ute Kollewe mit ihrem Team trotzdem sehr gut gebrauchen: 

UNTERSTÜTZT UNSERE OBDACHLOSENWEIHNACHT!!!

Die Obdachlosenweihnacht findet statt – auch in diesem Jahr! Pandemiebedingt allerdings ebenso wie das Obdachlosenfrühstück als ‚to-go‘-Version.

Damit die weihnachtlichen Lebensmitteltüten prall befüllt werden können, würden wir uns freuen, wenn ihr uns mit einer kleinen Spende unterstützt! 

Das Obdachlosen-Team rund um unsere Kollegin Ute Kollewe benötigt:

  • weihnachtliche Süßigkeiten wie Lebkuchen, Dominiosteine, Printen, Marzipankartoffeln, Vanillekipferl etc. – bitte nur originalverpackt!
  • jede Form von Weihnachtsgebäck
  • neue, warme, selbstgestrickte Wollsocken – gerne in auch in großen Größen!
  • Filterkaffee und Kräutertee (Teebeutel)

Eure Spende nimmt der i-Punkt im Haus eckstein gerne entgegen in der
Burgstr. 1-3
90403 Nürnberg
Mo.-Do. 9-17 Uhr sowie Fr. 9-15 Uhr.

Natürlich freut sich das Team wie immer auch über eine Geldspende:

Kirchengemeinde St. Sebald,
IBAN DE47 5206 0410 0001 5711 41
Vermerk Obdachlosenweihnacht to-go

Vielen Dank für eure Unterstützung und eine frohe Adventszeit!

Gottesdienst.zu.Fuß

Bald ist Weihnachten – jetzt ist der zwei Advent!

An diesem Adventswochenende können Familien wieder einen Gottesdienst.zu.Fuß erleben.
Das Thema: „Warten auf Weihnachten – und was hat eigentlich der Adventskranz damit zu tun?“
Wir laden herzlich ein, unter Berücksichtigung der aktuell geltenden Bestimmungen in der Stadt Nürnberg, die Kirche zum Gottesdienst.zu.Fuß zu besuchen.
Der Anfang ist wie immer am Eingang auf dem Kirchplatz. Danach ist alles gut beschrieben.
Wir wünschen viel Freude bei diesem Angebot und ein herzlich gesegnetes Wochenende!

Die Familienkirche