Gottes besonderer Schutz

Monatsspruch Juni 2022: Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod. Hoheslied 8,6

Siegel – diese Aufdrucke sind uralt. Schon in Zeiten des Alten Testaments verwendeten Menschen sie als Stempel, um mit ihnen Briefe, Prophezeiungen oder Verträge als gültig zu erklären. Zudem dienten Siegel dazu, Eigentumsverhältnisse festzuhalten. Töpfe oder Krüge wurden mit ihnen gekennzeichnet. War etwa der Inhalt eines Kruges für den König oder den Tempel bestimmt, fand sich ein entsprechendes Siegel im jeweiligen Henkel.

Siegel waren wertvoll und galten als ein Zeichen von Macht. Wer eines besaß, trug es zur sicheren Aufbewahrung am Körper – etwa an einer Schnur um den Hals oder als Siegelring. Der Siegelring eines Königs etwa wies seinen Besitzer als dessen Stellvertreter aus. „Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod“, so ist es im Hohelied Salomos zu lesen. Es ist die stärkste mögliche Verbindung, die das Hohelied hier beschreibt: Das Siegel kennzeichnet die Zugehörigkeit des Menschen zu Gott. Wem Gott sein Siegel auflegt, der steht unter seinem besonderen Schutz. Das Siegel drückt aus, dass der Mensch Gott lieb und teuer ist, dass er sich Gottes Zuneigung und Liebe gewiss sein kann.

Und dies gilt für immer, bis in alle Ewigkeit und über den Tod hinaus. Im Hohelied heißt es dazu weiter: „Viele Wasser können die Liebe nicht auslöschen noch die Ströme sie ertränken. Wenn einer alles Gut in seinem Haus um die Liebe geben wollte, würde man ihn verspotten“ (Hohelied 8,7).

Detlef Schneider

Angedacht im Juni

Das Pfarramtssiegel liegt sicher verwahrt im Tresor unserer Kirchengemeinde. Es ist wertvoll für uns, für unsere tägliche Arbeit, denn damit bezeugen wir, dass eine Urkunde echt ist. Es wird in Tinte getaucht und auf das Schriftstück aufgebracht. Ab diesem Zeitpunkt ist es nicht mehr von diesem Papier zu entfernen.

Siegel sind fest und untrennbar mit ihrer Unterlage verbunden. Das Wachssiegel ist bei Liebesbriefen ein Zeichen für den Schatz, der sich im Umschlag befindet.
Ein Zeichen dafür, dass der Inhalt nur für einen, ganz bestimmten Menschen bestimmt ist.

Zur Zeit des Alten Testamentes waren in Israel Stempelsiegel üblich. Sie wurden in den feuchten Ton eingedrückt und waren fortan fester Bestandteil eines Gegenstandes, z. B. eines Kruges.

Da sie auch damals schon zur Beurkundung und als Eigentumszeichen dienten, wurden Siegel oft als Ring am Finger oder als Kette um den Hals, ganz nah am Herzen, getragen.

Monatsspruch Juni 2022: Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod. Hoheslied 8,6

Das Herz ist der Ort, wo sich Gefühle und Gedanken abspielen. Mit unseren Armen handeln wir, tun wir etwas. Wir sind Gott unendlich nahe, in seinen Gedanken und in allem was er tut, wenn er uns wie ein festes Siegel an sein Herz legt. Und wir gehören zu ihm, sind untrennbar mit ihm verbunden. Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes, heißt es sinngemäß im Römerbrief.

Nicht einmal der Tod kann uns noch von ihm trennen, seit Jesus von den Toten auferstanden ist. Und so müsste es eigentlich heißen: Die Liebe ist stärker als der Tod!

Die Liebe zu dir ist tief eingeprägt in das Herz Gottes und nichts kann dich mehr daraus lösen!

Es grüßt Sie herzlich,

Juliane Jung, Pfarrerin Thomaskirche

Die Stille, die Liebe und ein leeres Herz…

Brennende Kerze in der Dunkelheit

„Wir brauchen die Stille, um diese Worte zu verstehen und in die Tat umzusetzen! Wenn wir aufgescheucht und beunruhigt sind, haben wir beliebig viele Argumente und Gründe, nicht ohne weiteres zu verzeihen und zu lieben. Wenn wir aber „unsere Seele in Frieden und Stille“ bewahren, verflüchtigen sich diese Gründe. Vielleicht meiden wir manchmal auch deshalb die Stille und ziehen ihr den erstbesten Lärm, Worte oder Zerstreuungen vor, weil der innere Friede ein Risiko birgt: Er macht uns leer und arm, er zersetzt Bitterkeit und Auflehnung und er führt uns zur Selbsthingabe. Ist unser Herz still und leer, zieht der Heilige Geist in es ein, erfüllt er es mit bedingungsloser Liebe. Unmerklich, aber unaufhaltsam führt die Stille uns dazu zu lieben.“

Communauté de Taizé


Wir stehen bald am Anfang der Passionszeit. Nehmen wir die Einladung der Gemeinschaft von Taizé an, leeren wir unser Herz und gehen mit IHM gemeinsam den Weg gen Ostern und empfangen wir seine Liebe.


Jesus Christus sagte:

„Dies ist mein Gebot: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“

Johannes 15,12

Peter Memmert

Friedensgebet für die Ukraine

von Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der evang.- luth. Kirche in Bayern

Hände zum Gebet gefaltet in einer Kirche

Ewiger Gott,

vor Dich bringen wir an diesem Tag unsere Fassungslosigkeit, unsere Trauer und unseren Zorn. Die diplomatischen Bemühungen, auf die wir so gehofft hatten, haben nicht zum Ziel geführt. Die Sprache der brutalen Gewalt gibt jetzt den Ton an. Der Machthunger hat die Oberhand behalten gegenüber der Vernunft.

Sei Du jetzt bei den Menschen in der Ukraine, die durch die Gewalt der Waffen in Not und Gefahr sind. Lass sie spüren, dass überall auf der Welt Menschen für sie beten.

Sende Du Deinen Geist in die Herzen derer, die verantwortlich sind für aggressive Gewalt. Lass sie erkennen, dass durch die Gewalt alle verlieren. Öffne ihre Herzen, dass sie sich anrühren lassen von dem leid, dass ihre Gewalt verursacht.

Sei bei denen, die jetzt politische Verantwortung tragen und die richtigen Entscheidungen zu treffen haben. Öffne Wege, der militärischen Gewalt die Klarheit in der Verurteilung des Unrechts, wirksame Gegenmaßnahmen und eine Deeskalation der Gewalt entgegenzustellen.

In uns allen stärke das, was die Basis unseres Lebens ist: Stärke unseren Glauben. Stärke unsere Hoffnung. Stärke unsere Liebe.

Auf dich vertrauen wir – auch jetzt.

AMEN

Angedacht zur Jahreslosung

Ausschnitt Acryl zur Jahreslosung 2022.
Acryl von U. Wilke-Müller © GemeindebriefDruckerei.de – Ausschnitt

Die ersten vier Wochen des Jahres sind wie im Flug vergangen. Hoffentlich können Sie noch von den guten Wünschen zehren, die Ihnen zum Jahreswechsel zugesprochen wurden.

Und doch, wenn wir ehrlich sind, ahnen wir schon, dass auch in diesem Jahr Stolpersteine auf unserem Weg liegen werden. Der eine springt mit einem Gefühl von Leichtigkeit drüber, die andere fällt fürchterlich und mag nicht mehr aufstehen. Oftmals verbergen sich unter den Stolpersteinen Abweisung und Beleidigung.  Am Arbeitsplatz geht es nicht so voran, wie man es sich wünscht. Die Coronaregeln entzweien ganze Familien. Der Freund will plötzlich nichts mehr von einem wissen.

Wem kann man da noch vertrauen? Der Evangelist Johannes hat in seinem Evangelium ein Jesuswort aufgegriffen, das auf diese Frage eine klare Antwort gibt.

Jesus Christus spricht:

„Wer zu mir kommt,
den werde ich nicht abweisen!“

Acrylgemälde zur Jahreslosung 2022. Jesus Christus spricht:
„Wer zu mir kommt,
den werde ich nicht abweisen!“
Acryl von U. Wilke-Müller © GemeindebriefDruckerei.de

Gott sei Dank, kann man da nur sagen. Die Jahreslosung für 2022 verspricht uns, dass uns Jesus Christus Türen öffnet, die uns neue Wege aufzeigen. Bei ihm müssen wir uns nicht ausweisen, damit er uns glaubt, wer wir sind. Bei ihm müssen wir nicht ständig beweisen, wie gut und unentbehrlich wir sind. Er weist uns auch dann nicht ab, wenn wir uns irren oder Fehler machen.

Jesus Christus kennt unsere Wege. Er weist uns seine Liebe zu, er zeigt uns, was wir zum Leben brauchen.  Er erweist sich für uns als Segen. Darauf können wir gerne angewiesen sein!

Ihre Pfarrerin der Stephanuskirche
Gabriele Edelmann-Richter