Europaweites Glockenläuten

am Donnerstag, 3.3.2022 um 12:00 Uhr

Anti-Kriegs-Demo in Berlin

Wir, die Gemeinschaft der Bauverantwortlichen der großen Kathedral- und Domkirchen Europas von Norwegen bis Malta und von Spanien bis in die Ukraine, möchten zum Krieg in der Ukraine nicht schweigen.

Europa brennt – wir wollen am Donnerstag, den 03.03.2022 mittags um 12.00 Uhr, die Glocken unserer Kirchen 7 Minuten läuten lassen, jede Minute für einen Tag dieses unsinnigen Krieges.

Mit diesem Läuten

erklären wir uns solidarisch mit den Menschen,
die diesen Krieg aushalten und um ihr Leben bangen müssen,
die den Widerstand gegen eine Übermacht organisieren müssen,
die vor dem Krieg fliehen müssen,
die den Mut haben, gegen die Kriegstreiber in ihrem Land zu protestieren und
die in den Ländern leben, die unmittelbar von diesem Krieg betroffen sind.

Mit diesem Läuten

trauern wir um die Toten aller beteiligter Länder.
drücken wir unseren Dank aus, sollten die Waffen bis dahin schweigen.

Mit diesem Läuten

beten wir für alle, die von diesem Krieg betroffen sind.

Mit diesem Läuten

beten wir um Frieden.

Jeder aus unserer Gemeinschaft setzt sich in seinem Umfeld dafür ein, dass auch die Menschen aller anderen Kirchen hiervon erfahren und das Brandläuten an vielen Orten Europas zu hören sein wird.

Die Europäische Vereinigung der Dombau-, Münsterbau- und Bauhüttenmeister

Friedensgebet in der Lorenzkirche

Samstag, 16.00 Uhr, Friedensgebet für die Ukraine, Lorenzkirche Nürnberg

Symbolbild Lorenzkirche.
Quelle: https://evangelischetermine.citykirche-magazin.de/img/default-261.jpg

Besorgniserregende Nachrichten erreichen uns aus der Ukraine. Das Gebet für den Frieden ist wichtiger denn je.

Stadtdekan Dr. Jürgen Körnlein: „Wir sind erschüttert, dass der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland nicht mit Worten und Verhandlungen geklärt werden konnte und nun Gewalt und Krieg über der Ukraine hereinbricht. Daher ist es nun umso wichtiger für den Frieden zu beten!“

Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern, Stadtdekan Dr. Jürgen Körnlein und Dr. Sabine Arnold (Projektleiterin „Aussiedlerseelsorge“ der SinN-Stiftung) laden deshalb am kommenden Samstag um 16 Uhr zu einem Friedensgebet für die Ukraine in die Lorenzkirche Nürnberg ein. Das Gebet wird dreisprachig (Deutsch, Ukrainisch und Russisch) erfolgen und durch Anzhela Korzhova übersetzt werden.

Die Kurzansprache übernimmt Regionalbischöfin Hann von Weyhern. Dr. Sabine Arnold von der SinNStiftung wird von Gesprächen mit Betroffenen berichten.
Stadtdekan Dr. Jürgen Körnlein und Pfarrer Dr. Grassmann werden sich am Gebet beteiligen. Es besteht die Möglichkeit des Anzündens von Gebetskerzen.

Termin:

Friedensgebet für die Ukraine
26. Februar 2022, 16 Uhr, Lorenzkirche Nürnberg
Es gilt Maskenpflicht und 1,5 m Abstand
Herzliche Einladung!

Friedensgebet für die Ukraine

von Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der evang.- luth. Kirche in Bayern

Hände zum Gebet gefaltet in einer Kirche

Ewiger Gott,

vor Dich bringen wir an diesem Tag unsere Fassungslosigkeit, unsere Trauer und unseren Zorn. Die diplomatischen Bemühungen, auf die wir so gehofft hatten, haben nicht zum Ziel geführt. Die Sprache der brutalen Gewalt gibt jetzt den Ton an. Der Machthunger hat die Oberhand behalten gegenüber der Vernunft.

Sei Du jetzt bei den Menschen in der Ukraine, die durch die Gewalt der Waffen in Not und Gefahr sind. Lass sie spüren, dass überall auf der Welt Menschen für sie beten.

Sende Du Deinen Geist in die Herzen derer, die verantwortlich sind für aggressive Gewalt. Lass sie erkennen, dass durch die Gewalt alle verlieren. Öffne ihre Herzen, dass sie sich anrühren lassen von dem leid, dass ihre Gewalt verursacht.

Sei bei denen, die jetzt politische Verantwortung tragen und die richtigen Entscheidungen zu treffen haben. Öffne Wege, der militärischen Gewalt die Klarheit in der Verurteilung des Unrechts, wirksame Gegenmaßnahmen und eine Deeskalation der Gewalt entgegenzustellen.

In uns allen stärke das, was die Basis unseres Lebens ist: Stärke unseren Glauben. Stärke unsere Hoffnung. Stärke unsere Liebe.

Auf dich vertrauen wir – auch jetzt.

AMEN

Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden

Logo Evang.-Luth. Kirche in Bayern und Diakonie Katastrophenhilfe.

Ukraine: Überleben sichern

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist bestürzt über den heute Nacht gestarteten Krieg gegen die Ukraine und stellt 500.000 Euro für die von den Kampfhandlungen betroffenen Menschen bereit. „Den Preis für diesen Krieg werden die Menschen zahlen, die vollkommen unverschuldet ihre Sicherheit und ihr Zuhause verlieren werden“, sagt Dagmar Pruin, die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Wir werden den Menschen in den betroffenen Regionen mit unseren lokalen Partnerorganisationen schnell und mit aller Kraft beistehen und rufen zu Spenden für unsere Hilfe auf.“

Der Krieg herrscht nicht nur im Osten der Ukraine, sondern auch in den bislang friedlichen Regionen des Landes. Massive Fluchtbewegungen in sichere Teile des Landes und die Nachbarländer werden die Folge sein. „Wir haben bis zuletzt gehofft, dass ein Krieg verhindert werden kann, sind jedoch seit Wochen im intensiven Austausch mit unseren Partnern und auf diesen Fall vorbereitet“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Sobald klarer wird, wohin die Menschen in ihrer Not fliehen, werden wir mit unseren Partnern alles tun, um ihr Überleben zu sichern.“

Keßler rechnet damit, dass es in den ersten Tagen um reine Nothilfe gehen wird. Die Diakonie Katastrophenhilfe bereitet sich etwa darauf vor, Nahrungsmittel und Trinkwasser zu verteilen und Notunterkünfte für die vertriebenen Familien bereitzustellen. „Wir waren seit Beginn des Konflikts im Osten des Landes viele Jahre in der Ukraine aktiv und verfügen über ein Netzwerk von erfahrenen Nothilfeorganisationen. Nun werden wir die gemeinsame Arbeit schnell wiederaufnehmen.“

„Mit dem Spruch Römer 12,18 (Ist’s möglich, so viel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden) verweist Oberkirchenrat Michael Martin auf die Bitte des Bischofs der Evang.-Luth. Kirche in der Ukraine, Pavlo Shvartz, der Partnerkirche der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, für die Menschen in der Ukraine zu beten.“

Der Krieg trifft eine ohnehin notleidende und schwer traumatisierte Bevölkerung. Selbst ohne die aktuelle Eskalation benötigen fast drei Millionen Menschen in der Ukraine humanitäre Hilfe. Die Diakonie Katastrophenhilfe rechnet damit, dass diese Zahl in den kommenden Tagen und Wochen massiv steigen wird und bittet dringend um Spenden.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet dringend um Spenden:

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin
Evangelische Bank
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Ukraine Krise
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

Bereitsein für den Schalom / den Frieden Gottes

Predigt zum drittletzten Sonntag im Kirchenjahr vom 7.11.2021 von Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter

Liebe Gemeinde,
erinnern Sie sich, wann waren Sie das letzte Mal im Kino?
Ich gebe zu, seit Beginn der Pandemie habe ich mich auch, dank Netflix und Co., auf das Heimkino beschränkt.
Aber egal für welches Genre ich mich entschieden habe, eine Szene mit einem großen Kuss war immer mit dabei!
Wenn Sie gerade auch so eine Szene im Kopf haben, dann sind Sie heute bei unserem Predigttext ganz nah dran!
Nach bangem Hin und Her, nach erstickter und dann doch wieder aufgeflammter Hoffnung geschieht es endlich … zwei Menschen küssen sich und reißen die Zuschauer mit in die Welt der Gefühle, der Träume, der besseren Welt.

Unser heutiger Predigttext aus dem Psalm 85 könnte, wenn er denn verfilmt wäre, ganz großes Kino sein.
Es geht um die Liebesgeschichte Gottes mit seinem Volk.
Sämtliche Gefühlszustände zwischen Zorn und Freude sind da mit dabei.

Predigttext in der Übersetzung der Basisbibel:

Herr, du hast dein Land wieder liebgewonnen und das Schicksal Jakobs zum Guten gewendet. Du hast deinem Volk die Schuld vergeben und alle Sünden hast du ihm verziehen. Du hast deinen ganzen Ärger aufgegeben und deinen glühenden Zorn verrauchen lassen.
Gott, du bist unsere Hilfe, stell‘ uns wieder her!
Sei nicht länger so aufgebracht gegen uns!
Willst du denn immer auf uns zornig sein?
Soll sich dein Zorn noch ausdehnen von der einen Generation auf die andere? Willst du nicht wieder neues Leben schenken?
Dann wird sich dein Volk über dich freuen.
Gott erweise uns deine Gnade und gib uns dein Heil. –

Ich will hören, was Gott zu sagen hat. Der Herr redet vom Frieden.
Er verspricht ihn seinem Volk und seinen Frommen.
Sie sollen nicht mehr zurückblicken zu den Dummheiten der Vergangenheit!
Seine Hilfe ist denen nahe, die zu ihm gehören.

Dann wohnt seine Herrlichkeit wieder in unserem Land.
Güte und Treue finden zueinander. Gerechtigkeit und Frieden küssen sich. Treue wächst aus der Erde empor. Gerechtigkeit scheint vom Himmel herab.
Auch schenkt uns der Herr viel Gutes und unser Land gibt seinen Ertrag dazu.
Gerechtigkeit zieht vor ihm her und bestimmt die Richtung seiner Schritte.

Liebe Gemeinde,
wenn wir uns den Text verfilmt vorstellen, sehen wir in der ersten Szene, dass der Psalmbeter Gott daran erinnert, dass er schon einmal gnädig gehandelt hat. Ein Blick also in die Vergangenheit.

Dann schwenkt die Kamera in die Gegenwart: Gott wird wieder um Gnade gebeten, damit sich sein Volk freuen kann.

Die dritte Szene wirft den Blick dann auf die Zukunft. Der Psalmbeter möchte nicht nur selbst sprechen, er möchte gerne Hörer sein!
Er möchte eine Antwort von Gott. Und zwar nichts weniger, als dass Gott den Menschen seinen Frieden verspricht!

Kurze Verschnaufpause… dann ganz großes Finale, ganz großes Kino:

Gerechtigkeit und Friede küssen sich!

An dieser Stelle schauen wir das Drehbuch genauer an:

Was ist hier wohl mit Gerechtigkeit gemeint?
Die Bedeutung geht weit über unsere Vorstellungen von Gerechtigkeit hinaus!
Gerechtigkeit Gottes ist mehr als gleicher Lohn für gleiche Arbeit oder mehr als gleiche Strafe für gleiches Vergehen.
Wenn der Psalmbeter auf Gottes Gerechtigkeit hofft, dann hofft er, dass Gott seinen Zorn, den er durchaus immer wieder seinem Volk gegenüber zeigt, überwinden kann und sich seinem Volk immer wieder auf’s Neue zuwendet.

Schließlich geht es um Gottes Barmherzigkeit, die die Nähe zu den Menschen sucht!
Gerechtigkeit ist also nicht das Einhalten von Prinzipien; Gerechtigkeit meint im Gebet des Psalmbeters, dass auch nach schlimmstem Versagen ein Neuanfang möglich ist, im Vertrauen darauf, dass Gott ein guter Gott ist.

Das war auch für Martin Luther so. Viele Jahre war er auf der Suche nach innerem Frieden gewesen, bis er erkannte, dass man sich Gottes Gerechtigkeit nicht verdienen kann; sie wird uns geschenkt, allein durch Gnade und allein durch den Glauben an Jesu Versöhnungstat.
Erst nachdem Luther das erkannt hatte, erhielt er einen inneren Frieden.

Liebe Gemeinde,
unser Psalm schlägt eine Brücke von Gottes Gerechtigkeit zum Frieden Gottes.
Und Frieden, hebräisch: „Schalom“, hat eine umfassende Bedeutung: „Schalom“ bedeutet „Wohlergehen“.
Lebt ein Mensch mit Schalom, so führt er ein Leben in Würde und Freiheit, erfährt Gerechtigkeit im Alltag.

In unserer Stephanus Gemeinde gibt es schon seit vielen Jahren einen Schalomladen.
Die Waren, die hier angeboten werden, ermöglichen den Produzenten ein würdevolles Leben und Arbeiten. Die Zertifizierung sorgt dafür, dass es gerecht zugeht, bei der Herstellung und beim Verkauf. So können die weltweiten Produzenten mit sich und ihrer Umgebung in Frieden leben.

Und wie sieht es bei uns hier in Nürnberg mit dem „Schalom Gottes“ aus?
Zwar ist trotz anhaltender Coronakrise die Arbeitslosigkeit auf einem relativ niedrigen Niveau, trotz Lieferengpässen gibt es ein Wirtschaftswachstum.
Aber die Beschäftigungen im Niedriglohnsektor nehmen zu. Zeitarbeit verwehrt vielen auch in unserer Gemeinde eine Planung in die Zukunft.
Die Mieten steigen in astronomische Höhen und der Traum vom Eigenheim ist gerade dabei, sich in Luft aufzulösen angesichts der horrenden Immobilienpreise.

Aber noch leben wir in einem Sozialstaat, der das Schlimmste immer wieder auffängt. Wir können im weltweiten Vergleich ziemlich gut leben!
Gott sei Dank!
Und trotzdem ist es für uns wichtig, die Zusage Gottes, seinen Schalom, immer wieder neu zu hören.
Denn die Angst vor der Macht des Virus, aber auch die Angst vor den unglaublich schnellen Veränderungen unseres Klimas macht auch vor unseren Türen nicht halt. Schalten wir die Nachrichten ein, so hören wir zwar die wohlmeinenden Zielsetzungen auf den Gesundheitsgipfeln der WHO oder die hochgesteckten Klimaziele der Konferenz in Glasgow, doch die Wohlstandsmehrung einiger Länder und die korrupten Methoden einiger Präsidenten machen es dem Schalom Gottes auf Erden nicht leicht, sich auszubreiten.

Liebe Gemeinde,
Gottes Drehbuch für diese Welt zielt auf ein gutes Ende hin.
Es verspricht uns Güte, die uns erkennen lässt, wie wir in das Weltgeschehen eingebunden sind, Güte, die uns die Augen öffnet für die Gemeinschaft mit anderen Menschen, Güte, die uns den Weg weist in ein Leben im Einklang mit der Natur, den Weg in unsere Beziehung zu unserem Schöpfer.
Gottes Drehbuch sieht unsere Rolle als treue Gläubige, die das, was Sie sagen, auch tun, auf die Verlass ist.

Wenn dann die Interessen dieser Welt zu einem Ausgleich kommen und jeder Mensch von sich sagen kann, dass er als Geschöpf und Person gesehen und behandelt wird, dann ja, dann küssen sich Gerechtigkeit und Frieden!

Bis es so weit ist, dürfen wir mit Leidenschaft die Hoffnung und die Sehnsucht danach nicht aufgeben, wenn wir zu Gott beten oder ihn mit unseren Liedern loben.
Wenn wir jeden Tag unsere Schritte den Spuren der Gerechtigkeit Gottes folgen lassen, den Frieden lieben und zur Versöhnung mit der Welt und mit Gott bereit sind, dann ja, dann wird aus dem großen Kino eine bessere Welt!

AMEN

Ökumenisches Friedensgebet

Herzliche Einladung zum Ökumenischen Friedensgebet am Montag, den 08.11.2021 um 19 Uhr in Heilig Kreuz.

Plakat "Reichweite Frieden" mit Logo "Schwerter zu Pflugscharen" der Ökumenischen FriedensDekade. Zu sehen ist eine Weltkugel mit Tauben die diese umfliegen und dabei ein Netz bilden.

Die diesjährige Ökumenische Friedensdekade (7. bis 17. November 2021) steht unter dem Motto „Reichweite Frieden“. Wie weit reicht mein Frieden im Alltag? Bis zum übernächsten Nachbarn? Wie steht es mit dem Frieden in meinen Beziehungen, in der Familie, im Freundeskreis, in der Arbeit, im Verein, im Stadtteil?

Stichwort Frieden zwischen den Völkern: Kann ich da was tun? Eine Unterschrift leisten bei Amnesty international für die Freilassung eines Gefangenen? Bei der nächsten Bundestagswahl eine Partei wählen, die sich für den Frieden einsetzt?

FRIEDEN für die Welt erscheint unerreichbar, wenn wir die täglichen Nachrichten hören. Und trotzdem sind wir aufgerufen, das Unmögliche stets im Blick zu haben.

Das Gebet hat eine Wirkung, daran glauben wir Christen. Wir wollen nicht beim Gebet allein stehen bleiben, sondern aus dem Gebet Kraft schöpfen für die Tat.

Roswitha Laufkötter