Predigt zum Erntedankfest: „Der Segen des Gebens“

Von Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter am 03.10.2021 in der Stephanuskirche in Gebersdorf

Sonnenblumen am Altar der Stephanuskirche

Liebe Gemeinde,

Das Erntedankfest steht auf der Beliebtheitsskala der kirchlichen Feste ganz weit oben!
Übertroffen wird es nur vom Weihnachtsfest, bei manchen Kirchgängern evtl. noch vom Osterfest.
Diese drei Feste werfen ihre Schatten schon Wochen vorher voraus, bis sie dann am Festtag all ihre Pracht und ihren Glanz auch in den geschmückten Gotteshäusern zeigen.

Wenn wir uns heute hier umschauen, so können wir staunen über die wunderbaren Früchte der Felder und die leuchtenden Blumen der Gärten.

Erntedankaltar in der Stephanuskirche mit verschiedenen, geernteten Gemüsesorten


Am Freitagvormittag waren schon die Kindergartenkinder mit ihrem Bollerwagen hier in unserer Stephanuskirche und haben sich in einem abwechslungsreichen Gottesdienst über die eingesammelten Erntedankgaben bedankt und gefreut. 

Heute am Erntedanksonntag feiert die ganze Gemeinde auch unser Gemeindefest. 
Wir sind dankbar, dass wir uns endlich wieder versammeln dürfen und wir sind dankbar, dass wir trotz klimatischer Veränderungen noch keine Not leiden müssen.

Deshalb können wir heute ein Fest der Sinne feiern:
die Augen können sich satt sehen an der bunten Vielfalt der Früchte und Blumen, die Ohren freuen sich an der wunderbaren Musik, die uns durch das ganze Fest begleitet, sogar unsere Nasen und unser Gaumen werden sich nachher freuen über den köstlichen Bratwurstduft.

Ja, und dann ist da noch unser Predigttext zum Erntedankfest, der Dank und Freude aufnimmt.
Geschrieben hat ihn der Apostel Paulus in seinem 2. Brief an die Gemeinde von Korinth.
Ich lese die Übersetzung aus der Basisbibel:

Liebe Korinther,
das aber sage ich euch: „Wer spärlich sät, wird spärlich ernten. Und wer reichlich sät, wird reichlich ernten.“
Jeder soll so viel geben, wie er sich selbst vorgenommen hat. Er soll es nicht widerwillig tun und auch nicht, weil er sich dazu gezwungen fühlt. Denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb!
Gott aber hat die Macht, euch jede Gabe im Überfluss zu schenken. So habt ihr in jeder Hinsicht und zu jeder Zeit alles, was ihr zum Leben braucht. Und ihr habt immer noch mehr als genug, anderen reichlich Gutes zu tun.
So heißt es ja in der Heiligen Schrift: „Er verteilt Spenden unter den Armen. Seine Gerechtigkeit steht fest für immer.“
Gott gibt den Samen zum Säen und das Brot zum Essen. So wird er auch euch den Samen geben und eure Saat aufgehen lassen. Euer gerechtes Handeln lässt er Ertrag bringen.
Er wird euch so reich machen, dass ihr jederzeit freigiebig sein könnt. Und aus Eurer Freigiebigkeit entsteht Dankbarkeit gegenüber Gott, wenn wir eure Gaben überbringen.
Denn die Ausübung dieses Dienstes lindert nicht nur Mangel, an dem die Heiligen leiden. Sie ist auch deshalb so wertvoll, weil sie große Dankbarkeit gegenüber Gott bewirkt.
Weil ihr euch in diesem Dienst so bewährt habt, werden sie Gott loben. Denn daran sehen sie, dass ihr euch gehorsam zu der Guten Nachricht von Christus bekennt. Und an eurer Freigiebigkeit merken sie, dass ihr mit ihnen und allen Gemeinschaft haltet.
Und wenn sie für euch beten, werden sie das voll Sehnsucht nach euch tun. Denn sie haben erkannt, dass Gott euch in so reichem Maße seine Gnade geschenkt hat.
Dank sei Gott für seine Gabe, die so unbeschreiblich groß ist!

2. Kor. 9,6-15

Liebe Stephanus-Gemeinde,

nachdem Sie diesen Briefausschnitt des Paulus gehört haben, werden nicht nur die Konfirmandinnen und Konfirmanden denken: So ein Durcheinander – ganz schön schwierig dieser Text. Was will Paulus seiner Gemeinde in Korinth eigentlich sagen?

Den Älteren unter Ihnen wird aber dann doch der Satz: 
„Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb!“ bekannt sein.
In früheren Jahren wurde er immer nach dem Verlesen der Kollekte gesprochen.

So viel können wir spontan sagen:
Dieser Briefabschnitt ist ein Spendenaufruf!
Ja, das gab es auch schon vor 2000 Jahren.
Paulus bekam vom Apostelkonzil im Jahr 48 n. Chr. in Jerusalem den Auftrag, in seinen neu gegründeten Gemeinden im Mittelmeerraum Spenden für die Urgemeinden zu sammeln. Die neu gegründeten Gemeinden sollten sich dadurch solidarisch zeigen, sie sollten ein Gespür bekommen, was es heißt, als Einheit der Christen im Römischen Reich aufzutreten.

Wenn wir den Paulinischen Spendenaufruf genauer unter die Lupe nehmen, sehen wir, dass Paulus ein Meister des Worts war. Er jonglierte schon damals mit Worten wie „spärlich, Zwang oder widerwillig“ und setzte diesen geschickt die Worte „fröhlich, im Überfluss, reichlich und gerecht“ gegenüber, um die Aufmerksamkeit seiner Hörer zu gewinnen.
Es fällt auf, dass Paulus dabei mehr positive Gedanken verwendet.
So schafft er es, aus einem nüchternen Spendenaufruf ein Bekenntnis zum Leben zu machen.
Es geht ihm nicht darum, dass die Hörer zum Geben aufgefordert werden und ihnen dann auch noch befohlen wird, dabei fröhlich zu sein. Nein.
Der eigentliche fröhliche Geber ist Gott!
Die Vielzahl an schönen Worten stehen für die Gaben, die wir Menschen im Überfluss von Gott bekommen haben. 
Denn eigentlich braucht es nicht viel, damit wir glücklich sind und damit wir andere glücklich machen können.
Die beiden großen Kirchen folgen sowohl an Weihnachten als auch am Erntedankfest dem biblischen Spendenaufruf des Paulus. Es ist Tradition, dass wir auch an die christlichen Kirchen in Übersee denken. 
Wir Christen hier in Deutschland zeigen uns mit unseren Spenden solidarisch mit unseren Glaubensbrüdern und Schwestern in den von der Pandemie oder von Bürgerkriegen schwer traumatisierten Gemeinden.
Das hat dann auch gar nichts mit eigener Gewissensberuhigung, selbstgefälliger Almosengabe oder gar Steuerersparnis zu tun. 
Am Erntedankfest halten wir inne und uns wird klar, dass wir hier in unserem Land mit allen Gütern reich gesegnet sind und – aus Dankbarkeit darüber – gerne geben können!

„Wer reichlich sät, wird reichlich ernten!“

Das schreibt Paulus den Korinthern, das gilt auch für uns!
Durch unsere Freigiebigkeit zeigen wir uns Gott gegenüber dankbar dafür, was wir von ihm zum Leben erhalten haben.

Natürlich ist es an den Tagen, an denen es uns gut geht, an denen wir gute Laune haben, einfach, sich als ein Beschenkter zu fühlen und etwas abzugeben.
Schwierig wird das Ganze, wenn uns die Lust am Leben vermiest wird, wenn wir selbst grad den Boden unter den Füßen verloren haben.
Dann wird es schon mal eng um’s Herz, dann fehlt die Kraft, auch noch an andere zu denken.
Paulus aber hält dagegen: Wenn wir uns ausgelaugt fühlen, ja fast schon wie welk den Kopf hängen lassen, dann dürfen, ja sollen wir uns in den Sommerregen des Wortes Gottes stellen.
Was dann passiert, weiß jeder, der einen Garten oder Balkonpflanzen hat: Langsam aber sicher werden wir uns aufrichten, saugen all die guten Nährstoffe auf, die uns dann wieder aufrecht durch’s Leben gehen lassen:

Wir blühen auf durch die Liebe, die uns geschenkt wird, 

wir blühen auf durch den Frieden, den wir mit anderen Menschen haben,

wir blühen auf durch die Zufriedenheit darüber, dass unser Glas doch halb voll ist und

wir blühen auf, wenn wir unsere Augen über all die herrlichen Erntegaben wandern lassen!

Der Segen Gottes ist die Lust am Leben!

Gott will seinen Segen über uns ausschütten für all unser Mühen, Arbeiten und Schaffen.

Liebe Gemeinde, ich bin mir sicher, wenn wir dies begreifen, wird es ein Leichtes sein, unsere Dankbarkeit gegenüber denen zu erweisen, die selbst nicht auf die Beine kommen.
Wenn Menschen in ganz Bayern heute eine Spende für „Mission eine Welt“ oder die Welthungerhilfe geben, dann geschieht Dank. Gelebter Dank!

Brot auf dem Altar der Stephanuskirche mit der Aufschrift "UNSER TÄGLICH BROT"

Und denken Sie daran: gelebter Dank macht glücklich!

Amen

Gabriele Edelmann-Richter, Pfarrerin

FeierAbendMahl in der Stephanuskirche

Von Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter am 24.09.2021 anlässlich des Mitarbeiterdankfestes in der Stephanuskirche in Gebersdorf

Liebe Mitarbeitende unserer Stephanuskirche,

nach der Idee eines Psychologieprofessors möchte ich mit Ihnen ein kleines Experiment machen:

– Hochhalten eines weißen Papierblatts mit schwarzen Flecken –

So wie der Professor, so fordere ich Sie auf zu beschreiben, was Sie sehen!

Die Antworten folgen prompt:

Schwarze Punkte … 5 Punkte … gleich groß … versetzt …

Haben Sie es gemerkt? Alle Antworten konzentrieren sich auf die schwarzen Punkte. Detailgenau werden diese Punkte beschrieben.
Keiner hat den weißen Raum um die schwarzen Punkte herum beschrieben.
Das ist ganz typisch für unsere menschliche Wahrnehmung!
Ins Auge/ins Bewusstsein fallen die schwarzen Punkte.
Auf die weißen Flächen müssen wir erst hingewiesen werden.

Unser Bibeltext aus dem Markusevangelium berichtet von einer vergleichbaren Situation:
Die Jünger haben die traumatischen Erlebnisse des Karfreitags hinter sich. Ihr ganzes Denken und erstarrtes Handeln ist noch von diesen Erlebnissen geprägt.
Als dann Maria Magdalena und auch zwei Männer aus ihren Reihen von der Auferstehung Jesu erzählen, können die Jünger das nicht glauben.
Denn … sie haben Jesus am Kreuz hängen sehen, sie haben ihn mit eigenen Händen in das Grab des Joseph von Arimathäa gelegt!

Tot ist tot!

Aus — basta!

Das haben sie mit eigenen Augen gesehen!
Weiße Flecken gab es in ihren Erinnerungen nicht.
Was die Jünger von den Zeugen der Auferstehung nun hören, sind doch nur Hirngespinste und bringen nichts.
Für sie ist ganz klar:
Erst einmal den Tod des besten Freundes betrauern, verkraften und dann mal sehen, ob das eigene Leben noch einen Sinn hat…
Ob nach einem Jahr noch irgendjemand von Jesus spricht … mal sehen …

Na ja, so werden Sie sich jetzt denken, ist doch ganz menschlich diese Reaktion!
Wenn wir ehrlich zu uns sind, geht es uns auch immer wieder so:
Auf die Frage „Wie geht es dir?“ antworten wir entweder: „Danke, geht so“, weil wir keine Lust haben, dem Gegenüber unsere ganze Geschichte zu erzählen,
oder wir holen bei einer vertrauten Person gerne aus und schildern intensiv wie schlecht grad wieder alles läuft, in der Arbeit oder daheim mit dem Ehepartner oder mit den Kindern oder mit den Schwiegereltern oder dass uns schon wieder eine körperliche Einschränkung oder gar längerfristige Krankheit überfallen hat.

Leider werden viel zu selten schöne Erlebnisse erzählt, werden die hellen Momente ins Auge gefasst, ohne die wir eigentlich gar nicht leben könnten.
Nicht, dass ich uns einen Hang zur trüben Stimmung unterstelle,
nein, ich treffe Gott sei Dank auch Mitglieder unserer Gemeinde, die eine positive Stimmung ausstrahlen.

Denn – ohne unsere Leuchtfeuer würde hier nichts laufen!

Gerade Sie, die Sie heute zu unserem FeierAbendMahl gekommen sind, machen in der Gemeinde mit, engagieren sich, obwohl Sie zuhause auch viel zu tun hätten, obwohl ihr Leben grad nicht rosig verläuft.

Was sind die Gründe?

Halten wir uns an die Bibel, so nehmen wir mit unserem Engagement den Auftrag des Auferstandenen ernst:
„Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur!“
Soll heißen: Tragt die frohe und helle Botschaft der Auferstehung, des Lebens weiter!
Behaltet diese Erkenntnis nicht für euch im stillen Kämmerlein!
Reißt andere mit!

Damit geht dann einher, dass wir in Gemeinschaft vieles schaffen, was ein Einzelner nicht schaffen kann.
Ich denke grad an unsere Aktion „Kehrd wärd“.
Letzte Woche haben sich 13 gut gelaunte Gemeindemitglieder zu einem Arbeitseinsatz rund um die Kirche eingefunden, die unsere Außenanlagen mit viel Fleiß winterfest gemacht haben.

Bei einer nächsten Aktion dürfen es gerne noch mehr sein.
Denn gemeinsam macht Arbeit richtig Spaß!

Auch für unsere Stephanuskirche gilt: Wir dürfen nicht aufhören, die hellen Momente zu suchen, die unsere Gemeinde liebenswert machen.

Die harten Monate des Lockdowns – der Lähmung – dürfen nicht zum Dauerzustand werden. Deshalb feiern wir auch am 3. Oktober unser Gemeindefest!

Wir brauchen unsere Kirche, unsere Gemeinschaft, um immer wieder innezuhalten, ruhig zu werden im Getriebe des Alltags, um Kraft zu tanken für die Herausforderungen, die täglich auf uns warten.

Ich bin der festen Überzeugung, dass eine positive Einstellung zur christlichen Botschaft auch in unser privates Leben hineinwirkt.
Glückliche Momente und auch Chancen im Leben können sich plötzlich zeigen, wenn wir den Blickwinkel auf unser Lebensblatt verändern, wenn wir die hellen Flächen (siehe Blatt) beschreiben und die dunklen Flecken nicht in den Mittelpunkt stellen.

Dunkles dürfen wir abgeben an den, der unsere Schuld auf sich genommen hat, abgeben an den, der durch den Tod hindurchgegangen ist, abgeben an den, der unser Licht des Lebens sein möchte!   

Amen

Gabriele Edelmann-Richter, Pfarrerin

Die drei „Gs“ des Neuen Testaments

Von Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter am 15.08.2021 (11. Sonntag nach Trinitatis) in der Stephanuskirche in Gebersdorf

Liebe Gemeinde,

sind Sie geimpft, genesen oder getestet?

Diese drei „Gs“ schweben seit etlichen Wochen über unseren Köpfen. Wir haben sie gerade in der Urlaubszeit, in der doch viele wegfahren wollen, schon verinnerlicht. Die drei „Gs“ geben uns nach Maßgabe der Politiker Zugang zu Orten und Veranstaltungen, die wir ohne einen Nachweis nicht besuchen dürfen.
Aufwändig und manchmal lästig sind sie und doch geben uns die drei „Gs“ die Möglichkeit – zumindest für ein paar Wochen – ein entspanntes Leben zu führen.

In der Bibel stehen drei „Gs“, die uns unser ganzes Leben lang „Entspannung“ versprechen:

Predigttext

Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht
aus Gnade seid ihr gerettet – und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus. Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben,
und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.
Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen!

Epheserbrief 2,4-10

Liebe Gemeinde,
würden wir bei diesem Text, der voll mit theologischen Begriffen ist, die Methode des Bibelteilens anwenden, welche einen Text auf die Kernaussage hin reduziert, würden Sie genau die drei „Gs“ des Neuen Testaments heraushören:

aus Gnade gerettet,

durch den Glauben an Jesus Christus,

geschaffen zu guten Werken!

Hinter diesen Worten steckt die ganze Erkenntnis des Apostels Paulus,
welche auch Martin Luther sein ganzes Leben lang beschäftigt hat.
In seinen jungen Jahren versuchte Luther auf unterschiedlichste Art und Weise einen gnädigen Gott zu finden. Er pilgerte, er spendete, schließlich ging er ins Kloster und kasteite sich dort, bis ihm sein Ordensvorgesetzter Johann Staupitz das Kreuz Christi ans Herz legte und ihm sagte: Allein aus Gnade –  bist du schon erlöst!

Immer wieder höre ich in Gesprächen, dass sich kirchenferne Menschen fragen, was es denn eigentlich bringe, engagiert in Kirche und Gemeinde mitzuarbeiten, was hätten Ehrenamtliche davon?
Ich antworte darauf gerne, dass das Mitwirken und Tun Zufriedenheit bringt, es gibt dem Leben einen tiefen Sinn.
Bei Älteren höre ich oft die Frage: Bring ich’s denn noch? Kann ich noch lange mithalten?
In der Firma – in der Familie – in der Partnerschaft?
In unserem Epheserbrief steht: „Ihr seid aus Gnade gerettet!“
Nicht die Leistung zählt, auch nicht wie lange ihr mit anderen mithalten könnt, nicht, ob wir den Menschen genügen – auch nicht, ob wir mit uns selbst zufrieden sind!
Jeder Atemzug, den wir machen, ist eine Gabe Gottes, jeder Tag, den wir erleben dürfen, ist ein Geschenk Gottes.
Für Gott sind wir wertvoll, jede und jeder von uns, wir sind ihm kostbar, ohne jegliche Bedingung!

In unserem Epheserbrief heißt es dann weiter: „Gott hat uns mit Christus lebendig gemacht, auferweckt und im Himmel miteingesetzt.“
Das klingt doch super!
Ein Theologe hat das auf folgenden Nenner gebracht: „Wer sich im Himmel auskennt, der kommt auch auf der Erde zurecht!“
So einfach ist das!
Wo aber erlebe ich das – auferweckt zu sein, mit Christus gar einen Platz im Himmel zu haben?
Meine Antwort darauf:
Natürlich im sonntäglichen Gottesdienst!
In jedem Sonntagsgottesdienst feiern wir die Auferstehung Jesu.
Und dabei sind wir eingebettet in unsere Gemeinde, in die Gemeinschaft der Gläubigen, die Generationen von Menschen umfasst, in einem Sinne auch vereint mit allen Christen auf der Erde, die Gott loben, aber auch klagen und immer wieder getröstet und gestärkt werden.
Das kann durch die Vielfalt der biblischen Hoffnungsgeschichten geschehen oder durch die Feier des Heiligen Abendmahls, welches uns ganz intensiv mit hinein nimmt in den Glauben an den Auferstandenen.

Einen Platz im Himmel haben, das wird auch jedem Täufling zugesprochen:
Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind!
Gestern wurde hier in unserer Stephanuskirche wieder ein Kind getauft. Sowohl für mich als Pfarrerin als auch für die Familien ist das immer ein ganz besonderes Ereignis.
Aus der Taufe heraus kommt der neue Mensch, der alte Adam wird durch das Taufwasser ersäuft. So hat es Martin Luther beschrieben: der neue Mensch tritt lebendig hervor und ist vereint mit Christus!
Dieser Zuspruch und die Verheißung von Gottes Segen für den Lebensweg, das sind Worte mit unbeschreiblicher Kraft!

Liebe Gemeinde,

jetzt fehlt noch das dritte „G“ in unserem Epheserbrief:

 „Geschaffen zu guten Werken“

Damit wird noch einmal klar gemacht, dass wir aus menschlicher Anstrengung und Kraft heraus Gottes Güte und Liebe nicht verdienen können. Weder meine Leistungen noch meine Versäumnisse machen mich vor Gott zu dem, was ich bin, sondern allein aus Gnade, d.h., es ist allein Gottes Geschenk, das uns ihm genehm macht.

„To do-Listen“ kann ich da getrost beiseite legen, Optimierungsplanungen kann ich verwerfen, ich muss weder mich noch andere kontrollieren.

Allein an den Schöpfergott glauben und seinem Sohn vertrauen!

Klingt schon wieder einfach und ist doch manchmal so schwer!
Irgendwie möchten wir uns doch für eine Sache einsetzen,  zumindest Danke sagen für ein Geschenk.
Die Antwort der Bibel lautet: Aus Dankbarkeit kannst Du gute Werke tun! Wenn du Gottes Gnade verspürst, dann bist du frei, dann bist du stark, dann schaffst du es, auch für andere Menschen etwas zu tun.
An dieser Stelle könnten sicher viele von Ihnen Geschichten erzählen, die davon handeln, dass Sie frei aus allen Stücken anderen zur Seite standen, ohne etwas von Gott oder von den Menschen erwartet zu haben.

Ich möchte meinerseits eine kleine Geschichte erzählen:

Vor einigen Wochen hatte ich einen Einsatz in der Notfallseelsorge. Es war Sonntag. Ich hatte hintereinander zwei Gottesdienste und noch zwei Taufen am Vormittag zu halten. Gegen 13.00 Uhr kam ich nach Hause, aß mit meiner Familie zu Mittag und freute mich auf einen entspannten Nachmittag.
Aber kaum hatte ich den letzten Bissen zu mir genommen, erhielt ich den Anruf.
Ich wurde zu einer hochbetagten Dame gerufen, die gerade ihren Sohn verloren hatte. Völlig hilflos, wusste sie nicht, was sie nun machen sollte.
Es handelte sich um einen dramatischen Rettungseinsatz mit Feuerwehr und Polizei. Die schockierte Dame saß verzweifelt in ihrer Wohnung.
Ich wurde gebeten bei ihr zu bleiben bis … ja, wie lange eigentlich …?
Schließlich blieb ich bei ihr bis in die Nacht hinein, bis ich nach zermürbenden Telefonaten zu später Stunde endlich einen Heimplatz für die alte Dame aufgetrieben hatte.
Von einem entspannten Sonntag war da nicht mehr die Rede.
Das Schicksal der alten Dame aber machte mich so betroffen, dass es für mich ganz klar war, bei ihr zu bleiben. Ob mich nun der Himmel zu dieser betagten Dame geschickt hat, so wie sie es immer wieder betonte, das weiß ich nicht.
Aber es gibt ja Dinge zwischen Himmel und Erde, die können wir nicht begreifen, nur glauben!

An diesem Tag kamen mir die Worte der evangelischen Theologin Dorothee Sölle in den Sinn:
„Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun.
Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen.
Christus hat keine Lippen, um Menschen von ihm zu erzählen.
Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu bringen.“

Liebe Gemeinde,
wir sind durch Christus erlöst – befreit – auferweckt und können das Gute tun,
nicht, damit wir einen Platz im Himmel bekommen,
sondern weil wir schon einen Platz im Himmel haben!

Amen.

Gabriele Edelmann-Richter, Pfarrerin

Einladung zur Pilgerwanderung

Am Sonntag den 19. September 2021 auf dem Jakobsweg von Heilsbronn nach Roßtal.

Skulptur, welche einen Wanderer darstellt, sitzt auf einer Bank und ruht sich aus.


Alle Interessierte treffen sich am Bahnhof „Nürnberg – Stein“, Gleis 5 um 13:40 Uhr

Abfahrt der S4 nach Heilsbronn um 13:52 Uhr.

Bitte eine Fahrkarte lösen – Tarifstufe 4 

Bitte für unterwegs mitnehmen:

Ausreichend Wasser, festes, bequemes Schuhwerk und dem Wetter angemessene Kleidung tragen (Sonnenschutz, Zeckenschutz), Wanderstecken mitnehmen, Blasenpflaster etc. 
Wir laufen NICHT, wenn es in Strömen gießt, da macht es nicht so Freude.
Dann suchen wir einen Termin im goldenen Oktober.
ABER wir laufen bei Wind mit wenig Regen, bei Sonnenschein, bei Wolkentreiben.

Angekommen in Roßtal, gibt es die Möglichkeit, bei einem gemütlichen Beisammensein mit Speis‘ und Trank, den Tag ausklingen zu lassen.

Rückfahrt ab Roßtal.

Jakobsmuschel mit Kreuzzeichen liegt in der Wiese

Ich freue mich über Eure/Ihre Anmeldungen!

Festnetz mit AB: 0911/67 37 91
Handy (gerne WhatsApp oder SMS): 0176 /82 65 36 55
E-mail: Kaufklaus@t-online.de

Herzlichst Eure
Sophia Kochinki-Förster

Ein festes Fundament

Von Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter am 01.08.2021 (9. Sonntag nach Trinitatis) in der Stephanuskirche in Gebersdorf

Symbolbild Fundament

Liebe Gemeinde,

sprachlos haben sie uns gemacht, die Bilder, die wir in den vergangenen Wochen in der Tagesschau und im Heute Journal gesehen haben. Reihum, innerhalb weniger Tage haben in unserem Land Unwetter viele Regionen hart getroffen. In unserer Nähe war die Gegend um Neustadt und Bad Windsheim schwer getroffen, aber kein Vergleich zu der existentiellen Katastrophe, die die Menschen in NRW und in Rheinland-Pfalz erleben mussten.
Nicht nur, dass das Wasser in den Kellern und in den Wohnungen stand, nein, dort wurden ganze Häuser von den Fluten mitgerissen. Häuser, die eigentlich schon viele Hochwasser hinter sich hatten – sie wurden einfach weggespült.
Alles Hab und Gut weg und das von einem Tag auf den andern.

Gerade zu dieser Zeit kommt da der Predigttext für den heutigen Sonntag. Beim Lesen habe ich erstmal tief Luft holen müssen.

Ich lese aus der Bergpredigt Jesu

Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet.
Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein und sein Fall war groß.“

Matthäus 7,24-27

Wenn wir diese Worte hören und sie mit unseren Bildern im Kopf verbinden, kann leicht der Eindruck entstehen, dass die Menschen, deren Häuser in den letzten Wochen mitgerissen wurden, sich besser schon vorher um ihre Fundamente hätten kümmern müssen oder Dämme und Böschungen doch schon längst besser hätten geplant und ausgebaut werden müssen.
Im Nachhinein sind wir immer schlauer. Schuldige werden gesucht angesichts einer solchen Katastrophe.

Die Bergpredigt will uns aber etwas anderes sagen

Die Fundamente Fels und Sand stehen für die Fundamente, auf denen unser Leben gegründet ist.
Unser Leben aufzubauen und über mehrere Jahrzehnte zu erhalten – das ist ein Langzeitprojekt.
Schon von Beginn an gibt es unglaublich viele Unwägbarkeiten, dass gar mancher am liebsten aufgeben möchte. Und hat man es endlich geschafft und meint, sein Leben endlich im Griff zu haben, steht man in steter Verantwortung.
Leichtfertigkeit hat verheerende Folgen und kann uns aus der Bahn werfen.

Auch in unserem Leben müssen wir auf etwas Festem bauen können.
Wir alle möchten sicher sein, dass Geschaffenes hält und nicht gleich beim ersten Unwetter wegbricht. Unser Leben gründet auf diesem Urvertrauen, das sich schon in unserer Kindheit herausgebildet hat.
Wir vertrauen darauf, dass die Menschen, die uns liebevoll begegnen, auch am nächsten Tag noch da sind.
Wir vertrauen darauf, dass wir jeden Abend ein Dach über dem Kopf haben und ein Kissen, auf das wir unseren Kopf legen können. Das sind Grundbedürfnisse ersten Ranges.

Je länger wir darüber nachdenken, desto mehr merken wir aber, dass doch alles ziemlich unsicher ist.
Beispiele aus unserem Bekanntenkreis kennen wir genug: Ehepaare, die sich auf einen gemeinsamen Ruhestand freuen, endlich Zeit für die Enkel oder fürs Reisen haben, werden aus der Bahn geworfen, wenn einer der Ehepartner eine schlimme Diagnose erhält und plötzlich stirbt. Oder wenn der Betrieb unverhofft Stellen streicht und man auf der Entlassungsliste steht. Da hilft oft auch keine Abfindung, wenn man über 50 Jahre alt ist. Da rutscht weg, was doch das Leben tragen sollte.

Jesus vergleicht in seiner Bergpredigt unser Leben mit einem Hausbau. Er betont, dass es auf das Fundament ankommt.

Vom Lebensfundament

Wie nun muss es seiner Meinung nach beschaffen sein – unser Lebensfundament?
Jesus spricht: „Wer diese meine Worte hört und danach handelt, der hat auf Fels gebaut.“
Welche Worte meint er?
Die Beispielgeschichte vom Hausbau steht ganz am Ende der Bergpredigt. Dieser Geschichte gehen ganz entscheidende Worte voraus: Vom Salz der Erde, vom Licht der Welt, vom Vergelten, vom Schwören, von der Feindesliebe und nicht zu vergessen das Vaterunser Gebet.
Und dann am Schluss seiner Bergpredigt die Aufforderung: Ihr habt gehört, was ich euch gesagt habe – jetzt lebt danach!
Wer dem Hören keine Taten folgen lässt, der hat auf Sand gebaut.
Glauben und Handeln gehören zusammen.
Das darf und kann man nicht trennen.
Sowohl unser Handeln als auch unser Unterlassen wird immer Folgen haben – gute und schlechte.

Matthäus betont das in seinem Evangelium oft genug.
Zugespitzt schreibt er sogar: „Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“
Wahrlich harte Worte.
Da müssen wir Hörer erst einmal schlucken!
Befreiende Worte des Evangeliums klingen doch eigentlich anders.
Muss ich also allen Forderungen Jesu nachkommen, um ein festes Fundament für mein Leben zu schaffen, um dann ins Reich Gottes zu kommen?

Ich denke, dass Jesus hier seinen Zuhörern keinesfalls drohen will.
Es geht ihm um ein gelingendes Leben im Hier und Jetzt, das auf andere ausstrahlt.
„Lasst euer Licht vor den Leuten leuchten!
Bezeugt das, was ihr glaubt und erhofft – durch euer Handeln und Tun!“

Und wenn wir an unsere Grenzen kommen, unsere Kräfte nachlassen und Verzweiflung sich breit macht …
Auch an diese Situation hat Jesus in der Bergpredigt gedacht:
Zwischen all dem Fordernden und Herausfordernden hat das Vaterunser in seiner Predigt einen wichtigen Platz:

Dieses Gebet tröstet uns!

Jeden Tag auf’s Neue dürfen wir Gott um Vergebung bitten, neu anfangen.
Jeden Tag bietet sich uns die Gelegenheit, aus Vergangenem zu lernen und Eingestürztes neu aufzubauen. Jesu Versprechen gilt!

Die Kraft, unser Fundament zu sichern, wird uns geschenkt, wenn wir Gott darum bitten.

Amen.

Gabriele Edelmann-Richter, Pfarrerin

Predigt zum 2. So. n. Trinitatis

Von Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter am 13.06.2021 in der Stephanuskirche in Gebersdorf

Bleibt unbeirrt auf dem Weg der Liebe!
Strebt nach den Gaben, die der Heilige Geist verleiht – vor allem aber danach, als Prophet zu reden. Wer in fremden Sprachen redet, spricht nicht zu den Menschen, sondern zu Gott. Denn niemand versteht ihn.Was er unter dem Einfluss des Geistes sagt, bleibt vielmehr ein Geheimnis. Wer dagegen als Prophet redet, spricht zu den Menschen. Er baut die Gemeinde auf, ermutigt sie und tröstet sie.
Wer in fremden Sprachen redet, baut damit nur sich selbst auf. Wer aber als Prophet redet, baut die Gemeinde auf.
Ich wünschte mir, dass ihr alle in fremden Sprachen reden könntet.
Noch lieber wäre es mir allerdings, wenn ihr als Propheten reden könntet. Denn wer als Prophet redet, ist bedeutender als derjenige, der in fremden Sprachen redet.
Es sein denn, er legt seine Rede auch aus. Das hilft dann mit, die Gemeinde aufzubauen.
Brüder und Schwestern, jetzt stellt euch doch nur einmal vor:
Ich komme zu euch und rede in fremden Sprachen.
Was habt ihr davon, wenn ich euch nichts Verständliches vermittle – zum Beispiel eine Offenbarung oder eine Erkenntnis oder eine prophetische Botschaft oder eine Lehre.
So ist es ja auch bei den hölzernen Musikinstrumenten, zum Beispiel bei einer Flöte oder Leier: Wenn sich die einzelnen Töne nicht unterscheiden, wie soll man dann erkennen, was auf der Flöte oder auf der Leier gespielt wird?
Oder wenn von der Trompete nur ein gepresster Ton kommt – Wer rüstet sich dann zum Kampf?
Genauso wirkt es, wenn ihr in fremden Sprachen redet. Wenn ihr keine verständlichen Worte gebraucht, wie soll man das Gesagte verstehen können? Ihr werdet in den Wind reden!
Wer weiß, wie viele Sprachen es auf der Welt gibt, ja, nichts geschieht ohne Sprache. Wenn ich eine Sprache nicht spreche, werde ich für den, der sie spricht ein Fremder sein. Und wer sie spricht, wird umgekehrt für mich ein Fremder sein.
Bei euch ist es genauso. Ihr strebt doch nach den Gaben des Heiligen Geistes.
Strebt danach, an solchen Gaben reich zu werden, um die die Gemeinde aufzubauen!

1. Kor. 14,1-12

Liebe Gemeinde,

eigentlich wollten wir heute unser Gemeindefest feiern. Mit Begeisterung, Musik und gutem Essen. Doch noch dürfen wir hier nicht feiern.
Die Pandemie hat uns fast vergessen lassen, wie man sich fühlt, wenn man ausgelassen feiern kann und ganz unbeschwert einen Sommertag genießen kann.
Aber die Profifußballer geben uns seit Freitagabend einen Vorgeschmack davon.
Vielleicht haben Sie auch das Eröffnungsspiel der Europameisterschaft in Rom gesehen – Italien gegen die Türkei!?
18.000 Zuschauer haben im Stadion mitgefiebert, getobt, gebrüllt, gestöhnt oder Sprechchöre angestimmt.
Da gab es Gesten und Laute, die nur von eingefleischten Fans verstanden werden.
Ich gestehe, dass ich nicht immer alles deuten und verstehen kann, was bei einem Fußballspiel so abläuft.
Wenn ich jetzt zur Sommerzeit das Fenster meines Amtszimmers geöffnet habe, höre ich nachmittags neben den lauten Glockenschlägen auch immer wieder die Kinder unseres Kindergartens toben. Sie scheinen ihr Glück herauszuschreien, genauso wie ihre Wut oder ihre Enttäuschung. Manchmal scheinen sie von einer Woge der Begeisterung erfasst zu werden, dass sie vor lauter Aufregung nur noch Stammeln und Stottern. Wirklich verstehen kann ich da kaum was.

Anhand der zwei Beispiele sehen wir, dass es eine Art der Kommunikation gibt, die auch ohne verständliche Worte erfolgen kann.

Szenen der Aufregung gab es auch in der Gemeinde von Korinth. Allerdings nicht im Sportstadion oder im Kindergarten, sondern auf den Plätzen und in den Wohnungen, in denen sich die Mitglieder der von Paulus gegründeten Gemeinde getroffen haben.
Obwohl das Ganze vor 2000 Jahren passierte, können wir mitreden, da es auch heute in unseren Gemeinden ähnliche Aufregungen gibt.
Damals stritt man sich über die richtige Praxis beim Abendmahl oder den Ablauf des Gottesdienstes. Dazu kam damals der Brauch, dass einzelne Gemeindeglieder in Ekstase gerieten, anfingen zu tanzen und dabei in unverständlichen Worten redeten.
Das deuteten manche aus der Gemeinde als Wirken des Heiligen Geistes.  Zungenrede – so nannte man das.

Paulus respektiert dies zunächst, denn schon in den alten Schriften kamen solche Begeisterungsszenen vor.
Aber er warnt davor, nur die Zungenrede als Zeichen des Heiligen Geistes zu sehen. Denn was ist mit all denen, die diese Sprache, diese Zeichen nicht verstehen?
Werden da nicht viele verschreckt und wenden sich gar mit Kopfschütteln ab?

Ein Kapitel vorher versucht Paulus in seinem Brief den Korinthern klarzumachen, worauf es beim christlichen Glauben und im Leben in der christlichen Gemeinschaft ankommt.
Da hat er wunderbare Worte gewählt, die sich bis heute viele Brautpaare für ihre Trauung wünschen:
„Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen … sie rechnet das Böse nicht zu … sie verträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.“

Uns sind diese Worte vertraut, wir meinen sie auch zu verstehen.

Aber stellen Sie sich vor, Paulus wäre heute unser Gast.
Die Ruhe und Getragenheit unseres Gottesdienstes würde ihm zwar gefallen, denn alle unsere Worte werden verständlich, nicht in Zungenrede gesprochen, doch, wenn er so in die Runde schauen würde, würde ihm doch auch auffallen, dass trotz verständlicher Sprache relativ wenige Gemeindeglieder im Gottesdienst sind.

Mag es daran liegen, dass viele die Sprache unserer Gottesdienste nicht mehr verstehen?

Paulus würde uns daraufhin folgende drei Ratschläge geben:

1. Eure prophetische Rede soll aufbauen!

D.h., wenn wir jemanden sehen, der belastet oder bedrückt oder einsam ist, dann soll unser Umgang herzlich sein!
Das miteinander Reden und auch das miteinander Schweigen ist ein sichtbares und auch ein machbares Stück Liebe.
Die liebevolle und geduldige Haltung dem andern gegenüber, auch wenn er gerade nervt oder wieder mal nichts kapiert, das sind Kennzeichen eines Christen.

2. Eure prophetische Rede soll ermahnen!

Na ja, wer mag das schon, ermahnt zu werden? Die Jungen wollen sich von den Älteren nichts sagen lassen, sie möchten ihre eigenen Erfahrungen machen, und die Älteren bekommen einen dicken Hals, wenn ihnen Jüngere besserwisserisch etwas unter die Nase reiben.
Aber, es gibt auch Menschen, denen es gelingt, anderen etwas beizubringen, ohne dass gleich schlechte Stimmung herrscht.
Kennen Sie solche Menschen? Ich hoffe doch!
Ist es doch deren liebevolle und selbstlose Art, ihr Wissen und ihre Erfahrung mit anderen zu teilen.

3. Eure prophetische Rede soll trösten!

Paulus weist darauf hin, dass es ganz wichtig ist, im Namen Gottes, auf Trauernde zuzugehen, Verletzten zu helfen, Verzweifelten eine Stütze zu sein.
Schließlich kommt es bei all dem prophetischen Reden darauf an, den richtigen Ton zu finden. Nicht jeder kann einem Blasinstrument die passenden Töne entlocken und nicht jeder in der Gemeinde hat die Fähigkeit prophetisch zu reden.
Paulus will uns einladen, im Streben nach Liebe die richtige Sprache zu suchen.
In einem Gebet heißt es: Gib mir die richtigen Worte, gib mir den richtigen Ton, Worte, die klären und nur nicht zerstören, gib mir genug davon!

Liebe Gemeinde, ich bin mir sicher, dass wir auch bei uns prophetische Worte finden können, dort wo sie aus dem Herzen kommen.

Dass wir nicht müde werden, danach zu streben, dazu möge uns Gott helfen.

AMEN.

Gabriele Edelmann-Richter, Pfarrerin

Predigt zum Sonntag Misericordias Domini – „Der Herr ist mein Hirte“

Von Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter am 18.04.2021 in der Stephanuskirche in Gebersdorf

Hes, 34,1-2.10-16.31

Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht im AT beim Propheten Hesekiel im 34. Kapitel:
Und des Herrn Wort geschah zu mir: Du Mensch, weissage als Prophet zu den Hirten Israels und sprich zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Wehe den Hirten Israels, die sich nur selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden?
Ja, so spricht Gott der Herr: Seht her, ich werde meine Schafe suchen und mich selbst um sie kümmern. Ich mache es genauso wie ein guter Hirte, wenn seine Schafe sich eines Tages zerstreuen. Ja, so werde ich mich um meine Schafe kümmern. Ich rette sie von allen Orten, an die sie zerstreut waren – an dem Tag, der voll finsterer Wolken sein wird. Ich führe sie weg von den Völkern und sammle sie aus den Ländern. Ich bringe sie zurück in ihr eigenes Land. Ich werde sie auf den Bergen und Tälern Israels weiden, an allen Weideplätzen des Landes. Ihr Weideland wird auf den hohen Bergen Israels liegen. Ja, ich lasse sie dort auf gutem Weideland lagern. Auf den Bergen Israels finden sie eine grüne Weide. Ich weide meine Schafe und ich lasse sie lagern. So lautet der Ausspruch von Gott dem Herrn. Verirrte suche ich und Verstreute sammle ich wieder ein. Verletzte verbinde ich und Kranke mache ich stark. Ich will sie weiden, wie es recht ist.
Ja, ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide und ich will euer Gott sein, so spricht der Herr.“

Liebe Gemeinde,

Hesekiel, ein Prophet des 6.Jhdts. v. Chr., ist ein klassischer Prophet. Er bemüht sich, das Volk Israel zur Umkehr zu rufen.
Wenn das gelingt, so verspricht er ihnen, wird das Volk Gottes Güte und die daraus entspringende Hoffnung erfahren.
Aber zunächst geht Hesekiel mit den Mächtigen des Landes ins Gericht. Im alten Israel wurden diese als Hirten bezeichnet. Sie sorgten für das Volk und verteidigten es gegen Feinde.

Wenn Sie den Predigttext genau verfolgt haben, ist Ihnen aufgefallen, dass aber etwas schiefgelaufen sein muss. Denn im 6. Jhd. v. Chr. kam es zur Deportation der Oberschicht Jerusalems nach Babylon, das liegt im heutigen Irak.
Hesekiel, der selbst als Sohn eines Priesters der Oberschicht angehört, ist sauer.
Er wirft den Mächtigen vor, ihr Land verraten zu haben, sich nicht genügend um das eigene Volk gekümmert zu haben, auf eigene Vorteile geschaut zu haben.
All das seien Gründe, die zu dieser Katastrophe des Exils geführt haben.

Ganz schön mutig, wie sich Hesekiel da gegen seine eigenen Leute stellt.

Ich bin mir sicher, wenn sich Menschen zurzeit treffen dürften, in der Kneipe oder im Biergarten, da würden momentan viele in diese Klage miteinstimmen.
Viele von uns haben das Gefühl, dass „die da oben, vor allem die in Berlin, ihre Macht nur für sich selbst gebrauchen. Uns fallen spontan Politiker ein, die vor allem ihre Wiederwahl vor Augen haben, und da fallen beim Regieren die Nöte des Volkes und der Schwachen der Gesellschaft schon mal aus dem Blick.

Uns fallen auch die großen börsennotierten Unternehmen ein, die nach jahrelangen satten Gewinnen sich nicht scheuen, bei den Coronahilfen kräftig die Hand aufzuhalten.

Uns fallen auch Kirchenleute ein, die unsere Gemeinden wie Zahlenspiele auf dem Schreibtisch liegen haben und gar nicht wissen, was eigentlich an der Basis los ist.

Hesekiel sagt uns im Namen Gottes: Macht bedeutet, Verantwortung für die Schwachen, für die Verirrten und Bedürftigen zu übernehmen.
Als Sprachrohr Gottes sagt er, dass zu einer guten Regierung immer auch die Sorge um die gehört, die nicht mitkommen, die am Rand stehen.

Ja, wir könnten lang mitjammern.
Aber ganz so einfach dürfen wir es uns doch nicht machen!

Denn wir sind auch Hirten!

Ich als Pfarrerin, Sie als Chef, als Kollegin, als Kirchenvorsteherin, als Vater oder als Mutter, als Nachbar…
Wir sollen füreinander Hirten sein, sagt Gott – füreinander da sein und füreinander sorgen.

Die Kritik von Hesekiel trifft also letztlich alle Menschen, die in der Verantwortung für einen anderen Menschen sind.
Weil er die Missstände sieht, schreibt Hesekiel weiter in unserem Bibeltext:
Euch wird die Verantwortung entzogen. Euch gehört die Herde nicht mehr.
Ein wirklich vernichtendes Urteil über die menschlichen Hirten!

Angesichts der ernsten und sehr schwierig zu beurteilenden momentanen Krise, in der jeden Tag Entscheidungen gefällt werden, die wir nicht ganz überblicken, wächst die Sehnsucht nach einer Kraft und einer Macht, die alles überblickt und richtig macht.
Obgleich natürlich keiner von uns wie ein dummes Schaf geführt werden will.
Ist es doch so, dass ein guter Hirte hinter seiner Herde her läuft und aufpasst, dass sich keines seiner Tiere verirrt und verloren geht.

Damals verkündet Hesekiel dem Volk Gottes den Heilsplan:
Gott ist der Hirte! Er selber wird sein Volk behüten!
Das heißt:
Gott nimmt die Menschen an.
Er sucht die Verirrten.
Er rettet die Zerstreuten.
Er verbindet die Wunden.

Klar, das Bild des Guten Hirten berührt die Sehnsucht, die tief in der Seele des Menschen verwurzelt ist.
Jeder Mensch sehnt sich nach einem behüteten Leben.
Jeder Mensch hat den Wunsch nach Geborgenheit bei einem anderen Menschen, gerade in der momentanen Zeit.

Hesekiels Prophezeiung hat sich damals erfüllt.
Das Volk Gottes durfte nach einigen Jahrzehnten im Exil wieder nach Jerusalem zurück und dort den Tempel neu aufbauen. Will heißen, auch die Menschen nahmen ihre Verantwortung wahr an dem Platz, an den sie gestellt wurden.

Etwa 500 Jahre später kam dann wieder einer, der zu seinem Volk gesagt hat:
„Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir und ich gebe ihnen das ewige Leben.
Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen!“

Liebe Gemeinde,
diese unendliche Liebe Jesu wird uns bei der Taufe zugesprochen und gilt einem jeden von uns ganz persönlich.

Der berühmte protestantische Theologieprofessor Karl Barth wurde einmal gefragt, was denn nun für ihn die Zusammenfassung seines Glaubens sei. Er antwortete mit einem alten Kirchenlied:

„Weil ich Jesu Schäflein bin, freu ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich wohl weiß zu bewirten, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt!“

So einfach ist das mit dem Glauben. Und das aus dem Mund eines hochangesehenen Professors.

AMEN

Einführungsgottesdienst für Pfarrerin Dr. Böttcher

Am Sonntag, den 02.05.2021, findet in der Thomaskirche der Einführungsgottesdienst für Pfarrerin Dr. Böttcher statt, die ab 01.05.2021 die halbe Pfarramtsstelle in der Thomaskirche übernimmt.

Es wird darum gebeten, sich für den Gottesdienst anzumelden, da aufgrund der aktuellen Situation die Anzahl der Gottesdienstbesucher begrenzt ist.

Die Anmeldung erfolgt bis spätestens 29.04.2021 über

  • E-Mail (pfarramt.thomaskirche.n@elkb.de)
  • Schriftlich (Briefkasten)
    (Winterstraße 20a, 90431 Nürnberg)
  • Telefonisch (direktes Gespräch oder auf den Anrufbeantworter)
    (Tel.Nr. 0911 / 61 35 62)

Wir bitten um Verständnis, dass wir für diesen Tag eine Anmeldung benötigen, da aufgrund des besonderen Anlasses ein großes Interesse der Gemeindeglieder zu erwarten ist. 

Wir danken für Ihr Verständnis und freuen uns auf Sie!

Ihr Pfarramt der Thomaskirche

Predigt zum Osterfest

von Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter am 5. April in der Stephanuskirche zum Predigttext 2. Mo. 14 Fürchtet euch nicht, der Herr hat Großes an euch getan!

Liebe Gemeinde,

die momentane Lage ist wirklich bedrückend. Von allen Seiten her heißt es, dass wir Kontakte meiden, am besten unser Haus oder unsere Wohnung nicht verlassen sollen, und das selbst über die Osterfeiertage.
Kein Treffen der Großfamilie!
Das ist wirklich schwer zu verkraften. Kaum einer spricht von Hoffnung, höchstens, dass es besser sein wird, wenn Dreiviertel der Bevölkerung geimpft sein wird, eine Herdenimmunität eintritt … und das kann noch lange dauern.
Über uns schweben Inzidenzwerte, die über unser erlaubtes Verhalten bestimmen.

Der bayerische Landesbischof Bedford -Strohm hat dementsprechend ein neues Wort erfunden: „Depressionsinzidenz“.

Schon im vergangenen Jahr beklagten die Sozialstationen und auch die Arztpraxen, dass die Anzahl derer, die über die Lockdowns hinweg an Depressionen leiden, stetig größer wird.
Wann hört das Ganze endlich auf? Wer gibt uns Hoffnung?

Zum heutigen Ostermontag möchte ich Ihnen eine Geschichte erzählen, in der wir uns wiederfinden können. Eine Geschichte aus vergangener Zeit, eine Geschichte der Hoffnung:

Die Familie saß im Zimmer beieinander.
Die Großmutter Lydia, die Eltern Jonas und Rahel, sowie die Kinder Phoebe und Benjamin.
Sie waren ans Haus gefesselt.
Seit Freitag, als Jesus mit zwei Verbrechern ans Kreuz genagelt wurde, herrschte in Jerusalem der Ausnahmezustand.
Die Römer versuchten, die Lage in den Griff zu bekommen, indem sie aufbegehrende Anhänger dieses Jesus aus Nazareth, der sich angeblich „König der Juden“ nannte, kurzerhand verhafteten.
Keiner wagte sich mehr auf die Straße.
Keiner traute mehr dem andern.
Es hieß sogar, dass Judas, ein Jünger Jesu, seinen Freund verraten habe und Jesus dann von den Römern im Garten Gethsemane abgeführt wurde.
Selbst Petrus, einer der engsten Vertrauten Jesu verleugnete seinen Freund, als die Römer ihn fragten, ob er nicht auch zu den Jüngern gehöre.
Die Lage war sehr angespannt.
Viele Anhänger blieben also zuhause, um nicht aufzufallen, um jegliche Gefahr für die Familie abzuwehren.
Die Großmutter Lydia hatte in ihrem Leben schon viel erlebt.
Sie konnte von kriegerischen Auseinandersetzungen berichten, von Vertreibung und Flucht erzählen.
Das tat sie immer wieder, wenn jemand zu Besuch kam.
Das Schlimmste aber, das ihr widerfuhr, war der plötzliche Tod ihres Mannes. Das ging ihr besonders nah.
Damals machte sie täglich lange Spaziergänge, solange, bis ihr leichter ums Herz wurde.
Doch jetzt:
Niemand wusste, wie lange die Lage noch so ernst und so gefährlich war.
Ihren Hoffnungsträger Jesus hatten die Römer ans Kreuz genagelt wie einen Schwerverbrecher, der Mob war aufgestachelt und rief wie irr: „Kreuziget ihn, kreuziget ihn“.
So hing Jesus dann nach einem kurzen Prozess am Kreuz und verschied vor Beginn des Passahfestes um die 9. Stunde.
Unglaublich, wie schnell die Stimmung doch kippen konnte:
Noch vor wenigen Tagen wurde Jesus von vielen umjubelt, als er nach Jerusalem ein- zog. Mit Palmwedeln und lauten Hosianna-Rufen hieß man ihn willkommen und jetzt …
Die absolute Katastrophe!
Was tun?
Lydia holte tief Luft und sagte dann in die Stille hinein:
„Also, liebe Familie,
wir leben doch von der Hoffnung!
Fürchtet euch nicht, der Herr hat Großes an uns getan!
Erinnert Euch an die Befreiung unseres Volkes aus Ägypten. Als die Truppen des Pharao hinter dem Volk Israel herjagten und Gott einen Ostwind schickte, der das Volk trockenen Fußes durch das Schilfmeer ziehen ließ, die Ägypter aber ertranken.
Ich schlage vor, dass jeder von uns nun eine Geschichte der Hoffnung erzählen soll. Das wird uns beruhigen! “
Jonas, der Vater, überlegte kurz, dann erzählte er die Geschichte von dem Gichtbrüchigen, der von seinen Freunden durch das Dach gelassen wurde und von Jesus geheilt wurde.

Rahel, die Mutter, lächelte und erzählte dann die Geschichte vom Weinwunder auf der Hochzeit zu Kana. Phoebe fiel noch die Geschichte von der Auferweckung des Töchterchens des Jairus ein und Benjamin konnte es kaum erwarten dranzukommen, um von der Kindersegnung durch Jesus zu berichten.

Während sich die Familie das alles erzählte, verging die Zeit schnell.
Es fing schon an zu dämmern, da klopfte es plötzlich an die Tür.
Jakob, der Nachbar, stand aufgeregt davor und rief:
„Stellt Euch vor:
Jesus lebt!
Er ist auferstanden!
Er ist wahrhaftig auferstanden!

Das war ein Befreiungsschlag!
Die Familie konnte es kaum fassen!

Liebe Gemeinde,

Jesus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!
Welch eine Botschaft! Tod und Angst sind überwunden!
Sicherlich haben Sie es gemerkt, die damalige Stimmung war ähnlich wie die Stimmung heute:
Verzweiflung, Wut, Hilflosigkeit, Sprachlosigkeit und eigentlich nur noch ein Kopfschütteln … all das zeichnet auch unsere momentane Zeit aus.

Aber, wenn wir nicht im Selbstmitleid versinken wollen, müssen auch wir uns Geschichten der Hoffnung erzählen,  über den Gatenzaun, übers Telefon, über Zoom oder Skype!
Auch wir dürfen nicht müde werden, von der Hoffnung zu berichten. Das macht unser Herz leichter.
Die Angst muss überwunden werden.
Haben Sie Rezepte gegen die Angst?
Ich weiß nicht, wie Sie mit der momentanen Lage umgehen.

In meiner Familie blättern wir in Fotobüchern, planen schon mal künftige Reisen und auch Familienfeste werden angedacht. Manch einer träumt auch von einem Besuch im Stadion oder in der „Arena“.

Hätten sich Jesu Anhänger damals aufgegeben, dann wäre Jesu Botschaft vom Leben verlorengegangen.
Damals vertrauten sie seiner Verheißung: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende!“

Und dann: Jesus hat den Tod besiegt!
Was konnte da seinen Anhängern noch schaden?

Jesus hat den Tod besiegt!
Das ist die Osterbotschaft.
Die Osterbotschaft ist eine Aufforderung zum Leben!

Liebe Gemeinde, lassen Sie uns deshalb planen!
Lassen Sie uns nach vorne schauen!

Amen.


FROHE OSTERN!

Liebe und Schmerz – Gottesdienste am Valentinstag


Der Valentinstag ist keine Erfindung der Blumenläden: Ursprünglich geht der Tag auf den Bischof und Märtyrer Valentin im italienischen Terni zurück, der als Patron der Bienenzüchter, der Verliebten und der Brautleute galt. Als Fest der Jugend und der Liebenden wurde der 14. Februar schon seit dem späten 14. Jahrhundert in Frankreich und England gefeiert. Danach breitete sich der Brauch in ganz Europa aus und kam durch Auswanderer auch nach Amerika. In Deutschland wurde der Valentinstag in den vergangenen Jahren auch von immer mehr evangelischen Kirchengemeinden entdeckt.
Viele Kirchengemeinden laden zu Segnungsgottesdiensten ein – sie lassen sich finden über die Webseite: www.valentinstag-evangelisch.de.
Für Gläubige, die keinen Segnungsgottesdienst vor Ort besuchen können, stehen mehrere Gottesdienstübertragungen zur Verfügung.

Ökumenischer Online-Gottesdienst zum Valentinstag mit Chat 

Zu einem ökumenischen Online-Segnungsgottesdienst mit Live-Chat aus der Münchner St. Markuskirche laden Gemeindereferent Michael Kafka (kath.) und das evangelische Pfarrersehepaar Irene Geiger-Schaller und Karsten Schaller am Sonntag um 18 Uhr ein.
Die musikalische Gestaltung übernehmen die Musikerinnen Elisabeth Niggl an der Panflöte und Ina Rößler am Piano. 

Veranstaltet wird dieser Gottesdienst gemeinsam von der Fachstelle für Ehe- und Familienpastoral der Erzdiözese München und Freising und der evangelischen Segen. Servicestelle für Taufe, Trauung, Bestattung & mehr. Alle Infos zum Mitfeiern an diesem Gottesdienst finden sich unter segen.bayern-evangelisch.de.

Fernsehgottesdienst im Bayerischen Fernsehen zum Thema „Schmerz“ 

Für viele Menschen ist der Valentinstag die Gelegenheit, ihre große Liebe zu feiern, so Pfarrerin Melitta Müller-Hansen, der Predigerin im Fernsehgottesdienst des Bayerischen Fernsehens am 14. Februar um 10.15 Uhr aus der Münchner St. Johanneskirche. Doch für andere Menschen ist der Valentinstag ein Tag des Schmerzes, weil die Liebe zerbrochen ist, der Partner verstorben ist. Das Thema des Schmerzes steht im Zentrum des Fernsehgottesdienstes. Der Sonntag vor der Passionszeit „bietet die Gelegenheit, den Schmerz miteinander zu teilen, der uns alle miteinander begleitet seit einem Jahr“, so Müller-Hansen. Denn der Schmerz ist ein lebenslanger Begleiter. In Zeiten der Pandemie vervielfacht er sich. Zum körperlichen Schmerz kommt der seelische hinzu. Die Psalmen der Bibel haben diesem Schmerz eine universale Sprache gegeben, für Körper und Seele. Und im Bild von Jesus als Arzt, wie die Evangelien und das frühe Christentum es kennen, bekommt der Schmerz des Menschen eine Adresse. 

Pressemitteilung der ELKB

Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter