Ein Schatz für unsere Seele

Monatsspruch April 2022: Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte. (Johannes 20,18)

Jesus ist von den Toten auferstanden! Die Osterbotschaft übersteigt unser intellektuelles Fassungsvermögen. Deshalb ist es gut, die biblischen Auferstehungsberichte in Ruhe zu lesen und auf sich wirken zu lassen. Sie sind ein großer Schatz für unsere Seele.

Alle vier Evangelien deuten auf dasselbe Ereignis: Jesus von Nazareth, die Liebe Gottes in Person, der Gekreuzigte, Gestorbene und Begrabene – Jesus lebt! Gott hat ihn am dritten Tag aus den Toten auferweckt. Unsere Vernunft stößt an ihre Grenzen. Und doch ist dieses schier unglaubliche Geschehen das Ereignis aus der Antike, das am besten belegt ist.

Denn die Nachfolgerinnen und Nachfolger von Jesus haben weitergesagt, was sie mit dem auferstandenen Jesus erlebt haben. Sie haben es weiter gesagt trotz großer Widerstände und Einschüchterungsversuche. Und es wurde aufgeschrieben und genau abgeschrieben und in alle Sprachen der Erde übersetzt.

Maria von Magdala war die Erste, die den Auferstandenen gesehen hat. Das war ganz in der Nähe von dem Grab, in dem er begraben war. Noch erfüllt von der Trauer über Jesu schrecklichen Tod, hat sie ihn zuerst gar nicht erkannt und ihn für einen Gärtner gehalten. Da sprach Jesus sie an: „Maria!“ Und er gab ihr den Auftrag, seinen Jüngern Bescheid zu sagen, dass er lebe.

Wenig später sahen auch die Jünger Jesus selbst. Und auch wir können erfahren und im Herzen spüren: Jesus lebt! Deshalb: Frohe Ostern!

Reinhard Ellsel

Angedacht zu Ostern

Weidenkätzchen in einer Detailaufnahme - Ein Frühlingsbote

Der Jesuitenpriester Anthony de Mello schrieb einmal (siehe auch Evangelisches
Gesangbuch, S. 221)
:

„Das Leben ist tatsächlich voller Wunder. Mehr noch: es ist wunderbar, und jeder, der es nicht länger als selbstverständlich hinnimmt, wird das sofort bestätigen.“

Kinder während eines Frühlingsspaziergangs sind wunderbare Lehrmeister darin, uns das Staunen wieder beizubringen. Sie lassen uns die Wunder dieser Welt mit neuen Augen schauen. Ostern ist das Fest des Staunens. Es lässt erahnen: In der Mitte der Nacht beginnt der neue Tag, aus totem Holz wächst neues Leben, im Ende ist der Anfang beschlossen. Das Leben bricht sich Bahn. So ist es den Frauen am Grab Jesu ergangen. Sie sind aufgebrochen und haben das Erlebte weitererzählt – staunend und beseelt von einem Geist, der sie ihre Traurigkeit und Müdigkeit vergessen und sie neu hoffen ließ. Bis heute erzählen wir uns zu Ostern vom Neubeginn mitten in der dunkelsten Nacht, vom Wunder der Auferstehung, vom Sieg des Lebens über den Tod. Und so wünsche ich uns zum Osterfest 2022 die Fähigkeit zu staunen, uns mitreißen und begeistern zu lassen. Auf dass wir wieder neu Hoffnung schöpfen und leben lernen.

Ein gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen und Ihren Lieben,
Judith Lena Böttcher, Pfarrerin der Thomaskirche

Ostern bringt Licht in unser Leben

Predigt von Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter am Ostermontag, 18.04.2022 in der Stephanuskirche in Gebersdorf zu Jona 2, 3-10

Drei Frauen vor dem nicht mehr verschlossenen Grab. Eine detailierte Bildbeschreibung folgt in der Predigt.
Illustration Copyright: Marion Goedelt

Liebe österliche Gemeinde,

auf ihrem Gottesdienstblatt sehen Sie eine Szene abgedruckt, die das ganze Ostergeschehen in typischer Weise beschreibt.
Die Sonne geht hinter den Bergen langsam auf. Der Garten der Felsengräber liegt noch im Halbschatten.
Die hellgrünen Blätter an den Büschen kündigen den Frühling an. Den Beginn des neuen Lebens.
Und da sind natürlich auch die drei Frauen Maria, Salome und Maria Magdalena, die erschrocken, verwundert aber doch schon mit einem Funken Hoffnung in den Augen auf das Grab hinschauen.
Noch am Freitagabend hörten sie von den Jüngern, dass die römischen Soldaten einen großen Rollstein vor Jesu Grabeshöhle gerollt hatten, damit ja keiner den Leib des Freundes verschwinden lassen konnte.
Und nun … der Stein ist weg, ein heller Lichtschein kommt ihnen entgegen, eine Stimme spricht zu ihnen:

„Wen suchet ihr?
Der, den ihr sucht ist nicht hier!
Er ist auferstanden!
Er ist wahrhaftig auferstanden.“

Die drei Frauen können es kaum fassen.
Jesus lebt! – welch‘ eine wunderbare Nachricht!
Der Engel spricht weiter zu den Frauen, dass sich Jesus seinen Freunden noch einige Male zeigen wird, ehe er dann zu seinem himmlischen Vater geht.
Dass sich das bewahrheitet hat, haben wir vorhin im Evangelium (Lk 24, 13-35) gehört.

Wenn Sie nun das Bild auf ihrem Liedblatt ganz genau ansehen, können Sie feststellen, dass es um die Grabesöffnung herum feine Linien gibt, die darauf hinweisen, dass da ein Grabstein, in Form einer Klappe hätte sein können.

Ich habe hier das Original der Karte …
Der große Stein liegt noch vor der Grabesöffnung.
Ehe es zu diesem verheißungsvollen Ostergeschehen kommt, herrscht erst einmal Dunkelheit im Grab. Von Karfreitag Abend bis Ostersonntag früh.
Viele Stunden Finsternis, Trauer, Schmerz …

Unser heutiger Predigttext greift diese Zeit der absoluten Finsternis, der Schockstarre auf.
Es mag den einen oder andern von Ihnen ein wenig verwundern, dass gerade dieser Text für Ostern ausgewählt wurde.
Doch dieser Predigttext trifft uns in unserer Schwachheit und Ohnmacht sehr.

Predigttext:

Und Jona betete im Leib des Fisches zu seinem Gott und sprach:
„Als ich in Not war, schrie ich laut. Ich rief zum Herrn und er antwortete mir. Aus dem Innern des Totenreichs rief ich um Hilfe. Da hast du mein lautes Schreien gehört.
In die Tiefe hattest du mich geworfen, mitten in den Strudel der Meere hinein. Wasserströme umgaben mich.
Alle deine Wellen und Wogen – sie schlugen über mir zusammen!
Da dachte ich, jetzt bin ich verloren, verstoßen aus deinen Augen. Wie kann ich je wieder aufschauen, um deinen heiligen Tempel zu sehen?
Das Wasser stand mir bis zum Hals. Fluten der Urzeit umgaben mich. Seetang schlang sich mir um den Kopf.
Zum Grund der Berge bin ich hinabgestiegen, in das Reich hinter den Toren des Todes. Sie sollten für immer hinter mir zugehen.
Du aber hast mein Leben aus dem Abgrund gezogen, du Herr, du bist ja mein Gott.
Als ich am Ende war, erinnerte ich mich an den Herrn.
Mein Gebet drang durch zu dir, bis in deinen heiligen Tempel. Ja, wer sich an Nichtigkeiten klammert, verliert seinen einzigen Halt im Leben.
Ich aber will dir mit lauter Stimme danken…“

Kaum hatte Jona nach langen bangen Stunden das gesprochen, wurde er vom Wal an Land gebracht.
Wie menschlich doch der Prophet Jona in diesem Gebet rüberkommt.
Etwa im 8.Jhd vor Christus hatte er als Prophet den Auftrag, den Menschen Gottes Willen kundzutun.
Das war nicht einfach, nicht immer machte er sich damit Freunde.
Genau das ahnt er bei seinem nächsten Auftrag:
Dieses Mal soll es gar eine Gerichtsrede in der Stadt Ninive sein (Ninive heißt heute Mossul und liegt im Irak).
Nein, denkt sich damals Jona, das geht gar nicht. Das kann Gott nicht von ihm verlangen. So eine Bußpredigt wird ihn den Kopf kosten.
Denn wer will schon hören, dass Gott auch bestrafen kann und auch wird, wenn es auf der Erde drunter und drüber geht.

Liebe Gemeinde,

Sie alle kennen die Geschichte. Jona flieht hin zum Mittelmeer, anstatt sich auf den Weg nach Osten Richtung Ninive zu machen.

Was erwartet den Nein-Sager auf seiner Flucht vor Gott?
Das Schiff, auf das er sich flüchtet, wird nicht seine Rettung, er wird von der Besatzung über Bord geworfen und landet im Bauch eines Walfisches. Also in der totalen Finsternis.
Drei Tage, so erzählt es die Bibel, sitzt er nun im schwarzen Loch und kann darüber nachdenken, was da gerade schiefgelaufen war.

Liebe Gemeinde, jetzt wird klar, was diese aufregende Erzählung über den Propheten Jona mit der Ostergeschichte, ja auch mit uns gemein hat.
Von Karfreitag bis zum Ostersonntag werden auch wir Christen still, haben Zeit darüber nachzudenken, was im eigenen Leben schiefgelaufen ist, was vermieden werden hätte können, oder was wir leider immer wieder als Kompromiss in Kauf nehmen müssen.
Jedem von uns wird dazu etwas einfallen …
An den stillen Tagen können wir zur Ruhe kommen.
Trotz Ferien und Urlaub keine Ausgelassenheit, kein Remmidemmi …
Nur so lässt sich das Geschehen von Ostern nachspüren!
Von der Dunkelheit ins Licht, so haben wir gestern früh in der Osternacht gefeiert.

Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!

Gott bringt Licht in die menschliche Dunkelheit, weil er uns was zutraut, weil er weiß, was in uns steckt!

Das galt auch damals für den Propheten Jona, der seine Mission schließlich erfolgreich zu Ende geführt hat.
Die Bibel schreibt ehrlicherweise auch darüber, dass Jona unter sengender Sonne seinen Ärger über Gottes Gnade nicht verbergen konnte, obwohl die Menschen von Ninive Jonas Predigt zur Umkehr überraschenderweise ernstgenommen haben.
Ihre Ehrfurcht vor Gott wuchs fortan.

Ebenso verhielt es sich mit der Auferstehung Jesu.
Der Sieg über den Tod faszinierte Jesu Anhänger auf so überwältigende Art und Weise, dass sie seitdem in alle Welt hinausziehen und allen Menschen von dieser großen Liebe Gottes erzählen.
Die Christen nehmen den Tauf-und Missionsbefehl ernst.
Gerade das Osterfest ist deshalb seit jeher das Fest im Kirchenjahr, an dem gerne getauft wird.

Wir taufen heute Rebecka, und tragen so den Willen Jesu in die Welt.
Ihr Taufspruch aus dem Buch der Sprüche verheißt ihr für ihren Lebensweg aber auch uns, die wir schon unterwegs sind, eine Weisheit, derer wir gewiss sein können, wenn wir uns vom Osterlicht umhüllen lassen.

Der Taufspruch lautet:
„Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein, Besonnenheit wird dich bewahren und Einsicht dich behüten!“

Mit der Gewissheit von Ostern, mit der Gewissheit der Auferstehung Christi von den Toten gilt für einen jeden von uns:
Unser Leben bleibt nicht in der Finsternis, Gott schafft Licht für alle, die an ihn glauben!

Amen.

Gabriele Edelmann-Richter, Pfarrerin

Rückblick Osterfrühstück

Fleißige Hände haben geplant, gebastelt, dekoriert, gebacken, eingekauft und angerichtet. Um 5:00 Uhr morgens war in der Küche des Gemeindehauses schon reges Treiben. Wir freuen uns, dass viele nach dem Gottesdienst das Angebot zum gemeinsamen Frühstück angenommen haben. Wir wurden mit einer reichlichen Auswahl von süß bis herzhaft bedient. Im Garten der Kirche gab es für Kinder auch traditionell leckere Geschenke des Osterhasen zu finden.

Die Stephanusgemeinde bedankt sich bei allen Helferinnen und Helfern, die uns diesen tollen Ostermorgen ermöglicht haben!

Der HERR ist auferstanden!

Eindrücke aus der Osternacht in der Stephanuskirche am 17.04.2022

Osternacht in der Stephanuskirche. Der Altar ist durch Kerzenlicht hell erleuchtet, die Bankreihen sind noch im dunkeln.

Ostern ist das älteste und höchste Fest der Christenheit. Der Gottesdienst in der Osternacht oder am frühen Ostermorgen ist zugleich Herzstück des Kirchenjahres. Christen erinnern darin weltweit an die Mitte des christlichen Glaubens: die Auferstehung Jesu Christi von den Toten nach seinem Leiden und Sterben am Kreuz. Das Osterfest ist daher Symbol für den Sieg des Lebens über den Tod.

Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Erscheinung war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wachen aber erbebten aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot. Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat; und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen. Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen.

Matthäus 28.1-10

Wir haben den Ostermorgen zusammen mit Konfirmandinnen und Konfirmanden gestaltet und gemeinsam in der Dunkelheit vor der Kirche am Feuer begonnen. Das brennende Feuer erinnert an den brennenden, aber nicht verbrennenden Dornbusch, in dem sich Gott an Mose gewandt hat. Es erinnert uns aber auch an die Nacht als Jesus im Garten Getsemane mit seinem Vater und sich selbst gerungen hat. Der Karfreitag ist noch präsent – Leid, Krankheit und Tod prägen unser Leben. Doch diese Nacht ist anders als andere Nächte. Sie hat einen anderen Morgen. Einen Morgen, der verkündet. Der Tot hat nicht mehr das letzte Wort. Gott schenkt das Leben, das stärker ist als der Tod.

Der Herr ist auferstanden
Er ist wahrhaftig auferstanden!

Gottes bergende Nähe haben wir in unserer Kirche erlebt. Mit dem Licht der Osterkerze wurden nach und nach auch alle anderen Kerzen entzündet und zusammen mit dem neuen Tag wurde es heller und heller.

Osterfeuer vor der Stephanuskirche, im Hintergrund ist in der Kirche schwach beleuchtet das Kreuz zu sehen.

Das Osterfeuer

Der Feuerschein ist ein Zeichen für den lebenden Jesus Christus. Am Ostermorgen entzünden wir es vor der Kirche. Später wird in die Kirche die neue, große Osterkerze hineingetragen. Es gibt immer nur eine Osterkerze pro Kirche. Sie wird ein Jahr lang in jedem Gottesdienst wieder angezündet. Die Kerze soll ein Zeichen für das Licht des Ostermorgens sein, an dem Jesus Christus auferstand.

Die Gemeinde versammelt sich am Ostermorgen um das Osterfeuer vor der Stephanuskirche

Die neue Osterkerze

Auch dieses Jahr wurde die Osterkerze wieder durch unseren fleißigen Bastelkreis gestaltet. Wir laden Sie ein, die Kerze an Ostern in der Kirche zu entdecken. Dort können Sie sich auch ein Osterlicht für zuhause mitnehmen.

Jesus Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern das Licht des Lebens haben. Das Licht von Ostern will auch unser Leben erhellen.

Das Licht von Ostern erhellt unser Leben, denn Gott wird abwischen alle Tränen und Gott gibt, was wir zum Leben im Lichte von Ostern brauchen. Er schenkt uns: Glaube, Hoffnung und Liebe.

Das Licht von Ostern erhellt unser Leben. Wir können lieben und lassen uns lieben – nehmen und geben, weil wir keine Angst haben müssen zu kurz zu kommen, weil Gott uns unseren Lebenshunger stillt.

Ostern ist zum Fest des Lebens geworden, weil Gottes Liebe stärker ist als der Tod. Ostern ist zum Fest der Freude geworden. Denn er, unser Herr ist auch jetzt in unserer Mitte gegenwärtig.

Die Osterkerze für das Jahr 2022 brennt den ersten Tag am Ostermorgen in der Kirche.

Osterfrühstück im Gemeindehaus

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause dürfen wir heuer wieder ein Osterfrühstück am Ostersonntag, 17. April nach dem Gottesdienst anbieten.

Blick ins Gemeindehaus der Stephanuskirche. Tische sind festlich eingedeckt für das Osterfrühstück.

Im Anschluß an das Osterfeuer vor der Kirche (Beginn 5:30 Uhr) und dem Osternachts-Gottesdienst in der Morgendämmerung laden wir wieder herzlich zum traditionellen Osterfrühstück im Gemeindehaus ein.

Bei einer ersten Tasse Kaffee (natürlich fair gehandelt aus unserem Shalomladen) oder Tee und einem reichhaltigen Frühstücks-Büffet freuen wir uns auf nette Gespräche in fröhlicher gemeinschaftlicher Runde.

Für Ihre Sicherheit

Im Gemeindehaus und in der Kirche muss weiterhin eine FFP2 Maske getragen werden. Dies gilt auch im Sitzen, wenn der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Für den Ostergottesdienst bedeutet dies, dass vor der Kirche am Feuer keine Maskenpflicht besteht. Aufgrund der Teilnehmerzahl in der Kirche muss hier dauerhaft die FFP2 Maske getragen werden und es gibt zusätzlich auch gekennzeichnete Plätze.

Dekoration für das Osterfrühstück.

Im Gemeindehaus haben wir für Sie kleine Tischgruppen bereitgestellt, an denen wie im Restaurant keine Maske getragen werden muss. Wenn Sie Ihren Sitzplatz verlassen, bitten wir Sie aber auch hier eine FFP2 Maske zu tragen.

Am Buffett werden Sie von uns ganz individuell nach Ihren wünschen bedient und können aus unserem reichhaltigen Angebot auswählen, was Sie mögen.

Eingeladen sind alle, die gern in fröhlicher Runde frühstücken möchten – wir freuen uns auf Sie!

Ist Jesus für uns gestorben?

Symbolbild: Bibel


Von Anfang an verstanden Christen den Tod Jesu als Selbstopfer für andere. Die Bibel steigert das Motiv der Hingabe ins Mythische: Jesus habe ein Lösegeld bezahlt, um die Gläubigen freizukaufen, schrieb Paulus (1. Korinther 6,20). Jesus trage die Schuld der ganzen Welt, soll Johannes der Täufer gesagt haben (Johannes 1,29): „Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt“, singen Christen heute noch beim Abendmahl: „Erbarm dich unser.“ Eine schwierige Vorstellung, an deren Erklärung viele Theologen gescheitert sind.

Manche sagen: Ein gnädiger und gerechter Gott dürfe nicht alle Schuld ungesühnt lassen. Er müsse eine Sühne verlangen. Daher nehme Gottes Sohn die Strafe auf sich. So könne Gott gerecht und gnädig sein. „Ich will nicht, dass Jesus für mich stirbt“, sagen viele. Andere sagen: „Wie konnte Jesus die Verantwortung für Dinge übernehmen, die damals noch völlig undenkbar waren: die Ausrottung ganzer Indiovölker, die Versklavung von Millionen von Afrikanern, den millionenfachen Mord an Juden?“

Und doch hat das Bild viele Menschen getröstet: „Wenn ich einmal soll scheiden“, dichtete der Pfarrer Paul Gerhardt acht Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg, „so scheide nicht von mir. Wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür. Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein.“ Paul Gerhardt stellte sich vor, er müsse seine Taten vor seinem ewigen Richter verantworten. Doch die Sündenlast sei so groß, dass er Höllenstrafen befürchten müsse. Hier kommt die Bitte aus der Liedstrophe ins Spiel: Jesus tritt hervor, tritt für den Angeklagten ein, nimmt seine Schuld auf sich. So kann das sündige, aber doch gläubige „Ich“ zu Gott heimkehren.

Diese Hoffnung prägte über Jahrhunderte die protestantische Gewissenskultur: Du kannst nicht alles richtig machen. Aber du musst dich dem Bösen, das du anrichtest, stellen. Dann kannst du auf die Gnade Christi hoffen. Diese Gewissenskultur verband einen hohen moralischen Anspruch mit der Bereitschaft, die Gesellschaft zu gestalten – und dabei das Risiko einzugehen, auch Fehler zu machen.

In vielem, was Luther gelehrt hat, findet man diesen Zwiespalt wieder: Feindesliebe bis zur Selbstverleugnung. Schlägt dich der Feind, so halte ihm die andere Wange hin. Zugleich lehrte Luther, dass man für andere Verantwortung übernehmen soll. Bedroht der Feind das Leben deines Nächsten, musst du ihn verteidigen, auch mit der Waffe. Selbsthingabe ja, aber eben auch Verantwortung für andere.


Burkhard Weitz
Aus: „chrismon“, das Monatsmagazin der Evangelischen Kirche. www.chrismon

Von der Dunkelheit ins Licht

Osternachtsgottesdienst in der Stephanuskirche am 17. April 2022 um 5:30 Uhr

Im Vordergrund steht ein Kreuz im Schatten, im Hintergrund geht gerade die Sonne auf

Herzliche Einladung!

Am Osterfeuer ankommen –
Die Stille in der Dunkelheit wahrnehmen–
In der Kirche die Osterbotschaft mit Texten und Musik aufnehmen –
Bei Kerzenlicht den Anbruch des neuen Tages erleben –
Beim Osterfrühstück im Gemeindehaus ins Gespräch kommen –

Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter mit Team

Was ist religiös am Fasten?

Symbolbild: Bibel

Vierzig Tage vor Ostern fasten Christen, nicht immer aus religiösen Gründen. Viele hungern nur den Winterspeck ab. Vorsicht! Um dauerhaft abzunehmen, muss man nach dem Fasten gesünder essen als vorher. Sonst ist der Speck im Nu wieder da.
Andere wollen nach einem Winter mit reichhaltigen Speisen den Körper im Frühjahr entgiften und verzichten deshalb auf Fettes und Süßes. Wer noch konsequenter denkt, setzt vielleicht auf die seelische Entschlackungskur. Ein paar Tage kann man auf feste Nahrung verzichten und lebenswichtige Vitamine und Flüssigkeit über Säfte und Suppen aufnehmen: Wer weniger Energie für die Verdauung braucht, hat mehr Energie für den Geist. Das funktioniert auch ohne Religion.

Dennoch war Fasten in allen Religionen stets wichtig. Schamanen und Propheten bereiteten sich auf Offenbarungen vor, indem sie fasteten. Antike Menschen fasteten aus Buße oder Trauer. Für die Muslime beginnt in diesem Jahr vor dem christlichen Osterfest der Fastenmonat Ramadan. Dann sind alle Gläubigen aufgerufen, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang Hunger und Durst zu zügeln – und auch die Zunge vor übler Nachrede in Zaum zu halten, den Augen Unanständiges zu verbergen und die Ohren vor bösen Worten zu verschließen.

Religionen deuten das Fasten als Akt der Buße, der Bewährung oder der Reinigung. Und sie geben vor, wie Menschen gemeinsam verzichten können. Tun es alle gleichzeitig, fällt die Entbehrung nicht so schwer. Christen fasten nur an Wochen-, nicht aber an Sonntagen. Da jeder Sonntag an Jesu Auferstehung „am ersten Tag der Woche“ (Johannes 20,1) erinnert, feiern Christen auch die vorösterlichen Sonntage als kleine Oster- und Freudenfeste. Die 40 Tage der Fastenzeit verteilen sich auf 36 Wochentage nach den sechs vorösterlichen Sonntagen und auf die vier Wochentage davor. So beginnt die sogenannte Passionszeit stets an einem Mittwoch, dem Aschermittwoch.

Im Mittelalter erwies sich das Fasten vor Ostern als sinnvoll, Wintervorräte wurden knapp. Auch die 40 Tage vor Weihnachten waren als Fastenzeit angedacht. Nach der Zeit des Schlachtens, Räucherns und Einmachens im November konnte sich das adventliche Fasten nicht durchsetzen.

Das Fasten kann man unterschiedlich deuten. Aber der Verzicht soll Menschen nicht schwächen. Die Fastenzeit soll ihre Widerstandskraft gegen Versuchungen stärken, denen nachzugeben sie sonst bereuen. Sie soll Klarheit verschaffen und Menschen flexibler machen in ihren Entscheidungen.

Burkhard Weitz
Aus: „chrismon“, das Monatsmagazin der Evangelischen Kirche. www.chrismon

Die Stille, die Liebe und ein leeres Herz…

Brennende Kerze in der Dunkelheit

„Wir brauchen die Stille, um diese Worte zu verstehen und in die Tat umzusetzen! Wenn wir aufgescheucht und beunruhigt sind, haben wir beliebig viele Argumente und Gründe, nicht ohne weiteres zu verzeihen und zu lieben. Wenn wir aber „unsere Seele in Frieden und Stille“ bewahren, verflüchtigen sich diese Gründe. Vielleicht meiden wir manchmal auch deshalb die Stille und ziehen ihr den erstbesten Lärm, Worte oder Zerstreuungen vor, weil der innere Friede ein Risiko birgt: Er macht uns leer und arm, er zersetzt Bitterkeit und Auflehnung und er führt uns zur Selbsthingabe. Ist unser Herz still und leer, zieht der Heilige Geist in es ein, erfüllt er es mit bedingungsloser Liebe. Unmerklich, aber unaufhaltsam führt die Stille uns dazu zu lieben.“

Communauté de Taizé


Wir stehen bald am Anfang der Passionszeit. Nehmen wir die Einladung der Gemeinschaft von Taizé an, leeren wir unser Herz und gehen mit IHM gemeinsam den Weg gen Ostern und empfangen wir seine Liebe.


Jesus Christus sagte:

„Dies ist mein Gebot: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“

Johannes 15,12

Peter Memmert