Ein Stern

Gott schenke dir einen Stern,
der zuverlässig deinen Weg erleuchtet
und deinem Leben Ziel und Richtung gibt.
Möge dein Stern deinen Willen herausfordern
und deine Kräfte fördern.
Möge er dich stets daran erinnern,
warum du unterwegs bist
und dir Mut machen,
wenn du aufstecken willst.
Sein freundliches Licht
erfülle dich mit Hoffnung
und führe dich auf der Erde
in himmlischer Bahn.

Reinhardt Ellsel

Winterausgabe 2024 des Gemeindebriefs

Die Winterausgabe des Gemeindebriefs steht bereit. Sie finden ihn in Ihrem Briefkasten, in den Gemeindehäusern und Kirchen zum Mitnehmen oder hier zum Download (ca. 1,9 MB).

In dieser Ausgabe finden Sie unter anderem:

  • Gottesdienste und Angebote in der Weihnachtszeit
  • Ökumenische Gottesdienstangebote für Kinder und Familien
  • Rückblick auf die Gemeindewanderung nach Iphofen und auf Erntedank

Müssen Christen Spenden?

Symbolbild: Bibel

Klingt das verdächtig oder verlockend? „Spende Geld, Gott wird es dir hundertfach zurückzahlen.“ Fernsehprediger zum Beispiel versprechen genau das. Besonders in den USA gibt es viele von ihnen. Televangelists predigen, dass ihr Reichtum ein Zeichen ihres Glaubens ist. Zeichen dafür, dass Gott auf ihrer Seite steht. Ihre Botschaft: Die Zuschauer müssten nur selbst fest glauben, um reich zu werden. Aber das ist ein Trick: Die Zuschauer sollen ihren Glauben beweisen, indem sie an die Kirche des Predigers spenden. Die Masche ist nicht neu, aber breitet sich weltweit immer weiter aus. Vor allem ärmere Menschen hören darin die Möglichkeit, ihrer Armut zu entfliehen.

Ist Spenden also in jedem Fall gut? Nein – wie man an vielen Beispielen sieht. Vorsicht ist geboten, wenn der Aufruf zu spenden mit Druck und Versprechungen für das Heil des Spenders oder der Spenderin verbunden ist. Damit reihen sich die „Wohlstandsprediger“ übrigens problemlos in die Geschichte ein. Christen wurden verpflichtet, „Gute Werke“ zu tun. Wer das nicht schaffte, dem drohte die Kirche im Mittelalter mit der Hölle – es sei denn, es wurde gezahlt. Martin Luther litt unter dieser päpstlichen Drohung. Es ist sogar die Urszene der Reformation: Luther, der sich quält und verzweifelt, weil er es nicht schafft, ein ganz und gar guter Mensch zu sein – alle notwendigen „Guten Werke“ zu tun. Mit diesem Versprechen der mittel­alterlichen Kirche konnte Luther sich nicht anfreunden. Ist Gott wirklich so ein unbarmherziger Richter, fragte er sich. Muss ich in die Hölle, weil ich die geforderten Werke nicht erfüllen kann? Nein. Gott ist vielmehr liebender Vater. Das muss ich glauben, es ist das einzige „Werk“, das Gott fordert. Nicht durch Taten und nicht durch Spenden kann sich der Mensch Gottes ­Ansehen verdienen, es zählt nur der Glaube – das wurde zum Grundgedanken des Protestantismus. Natürlich hat man Luther vorgeworfen, er würde die Menschen von der Verantwortung lossprechen, diese Welt besser zu machen. So wollte er nicht verstanden werden: „Gute Werke“ tun ist für einen Gläubigen selbstverständlich. Wer allerdings die „Guten Werke“ für sich selbst, für sein „Seelenheil“, tut, der geht fehl.

Kein Christ muss spenden, schon gar nicht an eine Organisation, die im Gegenzug das irdische oder jenseitige Heil für den Spender oder die Spenderin verspricht. Es gilt aber auch: Wenn der eigene Glauben nicht dazu führt, „Gute Werke“ zu tun, Menschen in Not auch finanziell beizustehen, dann sollte man sich fragen, woran das liegt, und vielleicht noch einmal bei Luther nachlesen.

Konstantin Sacher
Aus: „chrismon“, das Monatsmagazin der Evangelischen Kirche. www.chrismon.de

Wer nur den lieben Gott lässt walten

500 Jahre Gesangbuch – Das Top-5-Lied im EG dichtete und komponierte Georg Neumark

Gesangbücher in einer Kirche

Wer nur den lieben Gott lässt walten 
und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.

EG 369,1

Das Lied tröstet und macht Mut. Es lädt uns dazu ein, dass wir unsere Sorgen und Nöte nicht zu ernst nehmen, sondern vielmehr auf Gott und seine wunderbaren Möglichkeiten schauen. Dabei steckt das Lied voll biblischer Weisheit und der Theologie von Martin Luther (1483 – 1546).

„Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. … Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.“ Mit Luthers Morgengebet wird Georg Neumark auch an jenem Herbsttag 1640 in den Tag gestartet sein, als er nach Königsberg reisen wollte, um dort Jura zu studieren. Doch seine Reisegruppe wird überfallen und ausgeraubt. Einige werden ermordet. Nur mit knapper Not kann der 19-jährige sein Leben retten und sich schließlich bis Kiel durchschlagen. Als er dort Anfang 1641 ankommt, ist er mit seiner Kraft und den Nerven völlig am Ende. Warum ist von Gottes gütigem Walten gar nichts zu sehen und zu spüren?

Da trifft er auf hilfsbereite Menschen, die ihm eine Stelle als Hauslehrer vermitteln. Glücklich dichtet er noch an diesem Tag das Lied: „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Es hat die Überschrift: „Trostlied. Dass Gott einen Jeglichen zu seiner Zeit versorgen und erhalten will. Nach dem Spruch: Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird dich wohl versorgen.“ Ich finde es erstaunlich, wie viel Lebenserfahrung in diesem Lied zu finden ist. Neumark ist gerade erst 20 Jahre alt, als er zum Beispiel den Tipp gibt: „Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt.“

Auch mit seiner Komposition wendet der Dichter den Blick nach oben. Die Melodie steigt in ihrem höchsten Ton auf zu „Gott, dem Allerhöchsten“, um dann absteigend wieder festen Grund zu gewinnen. Von diesem Grund aus lässt sich mit neuem Mut singen: „Denn welcher seine ­Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.“

Reinhard Ellsel

Bekanntgabe des endgültigen Wahlergebnisses

In Stephanus standen 9 Personen zur Wahl, von denen bis zu 4 Personen direkt gewählt werden konnten.

Wahlergebnis

Direkt gewählt wurden (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Christian Fenn
  • Wilfried Kohl
  • Jürgen Staub
  • Erika Zahn

Zusätzlich wurden am 4. November berufen:

  • Ingrid Fischer
  • Martin Neidiger

Die neu gewählten Kirchenvorstände werden am 1. Advent in ihr Amt eingeführt und ihre Arbeit aufnehmen. Sie tragen die Verantwortung für die strategische Ausrichtung der Gemeinden, Personalentscheidungen und die Gestaltung des Gemeindelebens. Ihr Engagement ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der kirchlichen Gemeinschaft und zur Förderung des christlichen Glaubens.

Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter für den Vertrauensausschuss

Dürfen Christen hassen?

Symbolbild: Bibel

„Wir wissen, wo du wohnst, und werden dich töten!“ Solche Nachrichten werden im Internet täglich vielfach verschickt. Sie werden Hatespeech (Hassrede) genannt. Aber nicht nur im Internet scheint Hass derzeit Konjunktur zu haben. In Medien, in Klassenzimmern oder auf Demos: Judenhass, Hass auf Politiker, Schwulenhass oder Hass auf Klimaaktivisten – die Formen sind vielfältig. Hass entsteht langsam, bleibt lange und führt nie zu etwas Gutem. Hass ist das Gegenteil von Liebe. Wie ist es im Christentum? Schon im Alten Testament steht: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Die Antwort auf unsere Frage scheint also nahezuliegen: Ein Christ hat zu lieben und darf nicht hassen. Aber so einfach ist es nicht, denn Hass ist als Emotion etwas, was sich nicht verhindern lässt. Wie Menschen sich verlieben, ob sie wollen oder nicht, so können sie sich auch „verhassen“ – wie es der spanische Philosoph José Ortega y Gasset einmal gesagt hat. Es wäre also unmenschlich, einem Christen das Hassen zu verbieten. Trotzdem steht der Hass dem christlichen Grundgebot der Nächstenliebe entgegen. Christen sollten sich dem Hass also nicht hingeben – falls er aufkommt. Hass als verboten zu brandmarken, macht es aber nur schlimmer. Hass ist eigentlich gesellschaftlich tabuisiert. Doch ist das Erkennen und Verstehen die einzige Möglichkeit, Hass zu beseitigen. Und das ist dringend notwendig, denn Hass ist tatsächlich gefährlich.

Hass richtet sich nicht auf eine Eigenschaft des Gegenübers, sondern auf das Hassobjekt als Ganzes. Jemanden zu hassen bedeutet, ihn zerstören zu wollen.

Jesus hat die Nächstenliebe erweitert: „Liebt eure Feinde“, sagt er sogar. Was für eine Zumutung! Und trotzdem steckt hier ein wichtiger Hinweis darauf, wie mit Hass umzugehen ist. Als die alttestamentlichen Könige David und Saul sich bekriegen und umzubringen versuchen, bekommt David die Möglichkeit, Saul aus dem Hinterhalt zu töten. Saul ist in eine Höhle gegangen, um sich zu erleichtern – ein urmenschliches Bedürfnis. David schleicht sich an, tötet Saul dann aber nicht – in diesem merkwürdigen Moment in der Höhle wird aus dem Feind ein Mitmensch. David tritt vor Saul und erzählt ihm, dass er die Chance hatte, ihn zu töten. Daraufhin lässt auch Saul sein Schwert fallen. Dazu gehört Mut, denn Saul hätte auch anders reagieren können. Die neue EU-Verordnung DAS (Digital Services Act) richtet sich nicht umsonst gegen Hass im Internet. Hier ist es einfacher, die Empathie auszuschalten, den anderen nicht als Mitmenschen zu sehen und so hassen zu können. Gut, dass die Politik dagegen vorgeht. Ein christlicher Blick fügt aber hinzu, dass auch die Hassenden Menschen sind, die es zu lieben gilt. Jeder Mensch hasst einmal, nur mit Empathie und Verzeihen – wie in der Geschichte von David und Saul – kann die Spirale des Hasses gebrochen werden.

Konstantin Sacher
Aus: „chrismon“, das Monatsmagazin der Evangelischen Kirche. www.chrismon.de

Ergebnisse der Kirchenvorstandswahlen 2024

Geöffnete Stimmzettel

In rund 1.500 Kirchengemeinden wurden für 1285 Kirchenvorstände etwa 8500 neue Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher gewählt, die für die nächsten sechs Jahre gemeinsam mit den Hauptberuflichen die Leitung ihrer Gemeinden übernehmen werden.

In Stephanus standen 9 Personen zur Wahl, von denen bis zu 4 Personen direkt gewählt werden konnten.

Wir haben heute folgendes Wahlergebnis festgestellt

Direkt gewählt wurden (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Christian Fenn
  • Wilfried Kohl
  • Jürgen Staub
  • Erika Zahn

Ganz herzlichen Dank an alle Kandidatinnen und Kandidaten für Ihre Bereitschaft, sich bei unserer KV-Wahl 2024 aufstellen zu lassen.

Sie können die Wahl bis zum 03.11.2024 anfechten.

Mein großer Dank geht auch an die Mitglieder des Vertrauensausschusses, die mit großem Einsatz zur erfolgreichen KV-Wahl in unserer Stephanus Kirchengemeinde beigetragen haben.

Nach der vorgeschriebenen Einspruchsfrist werden noch zwei weitere Personen in unseren neuen KV berufen. Die neu gewählten Kirchenvorstände werden am 1. Advent in ihr Amt eingeführt und ihre Arbeit aufnehmen. Sie tragen die Verantwortung für die strategische Ausrichtung der Gemeinden, Personalentscheidungen und die Gestaltung des Gemeindelebens. Ihr Engagement ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der kirchlichen Gemeinschaft und zur Förderung des christlichen Glaubens.

Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter für den Vertrauensausschuss

… und schenke Dir Frieden

Symbolbild: Bibel

Über vieles aus der Welt der Religion kann man sich streiten. Mit einem allgemeinen Wohlwollen aber kann man rechnen, wenn das Gespräch auf den Segen kommt. Selbst diejenigen, die ihn für wirkungslos halten, sehen nichts Schädliches in ihm. Anderen ist er das Liebste am Glauben. In der Tat, ein christlicher Gottesdienst ohne den Segen zum Ende ist nicht denkbar. Diese Worte zeigen am eindrücklichsten, was der Segen in christlichem und jüdischem Verständnis bedeutet. Sie werden in der Bibel Aaron, Moses Bruder, zugeschrieben, dürften aber uraltes Traditionsgut sein. Sie lauten:

„Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden“ (4. Mose 6,24–26).

Im Segen geht es um Schutz und Bewahrung vor Unglücksfällen, dann aber in einem viel umfassenderen Sinne um ein Leben im Frieden. In evangelischen Gottesdiensten spenden hauptsächlich Pastorinnen und Pastoren den Segen. Das Segnen ist aber keine heilige Handlung, die nur von sogenannten Geistlichen vollzogen werden dürfte. Es ist schlicht eine besondere Form des Gebets. Deshalb ist es falsch zu sagen, eine Amtsperson würde den Segen „spenden“. Vielmehr bittet sie Gott darum, dass er seinen Segen spende. Dies können im Prinzip alle tun. So wie jeder Christ selbst beten kann, kann auch jeder Christ andere segnen. Mit Aarons oder ­eigenen Worten, mit gefalteten Händen oder einer Geste: zum Beispiel, indem man eine Hand auflegt oder mit dem Finger ein Kreuz auf die Stirn zeichnet. In Deutschland ist man das nicht mehr gewohnt. Deshalb muss man dazu ein bisschen Mut aufbringen und es einüben. ­Natürlich sollte es nur im Einvernehmen geschehen. Dann aber kann es sehr schön, tröstlich und ermutigend sein – für die, die gesegnet werden, und für die, die segnen. Aber es hat eine eigene Kraft, wenn man es anderen zuspricht. In den ersten Kapiteln des Alten Testaments finden sich Geschichten, die ein vertieftes Verständnis des Segens eröffnen. Zum Beispiel über Abraham: Er war 75 Jahre alt, als Gott zu ihm sprach. Er solle seine Heimat verlassen und fortziehen in ein Land, das er nicht kannte, das Gott aber für ihn und ­seine Nachfahren ausersehen hatte. Dabei hatten Abraham und seine Frau Sarah gar keine Kinder. Gott rief ihn auf, gegen alle Vernunft in eine offene Zukunft zu gehen – und gab ihm ­diesen ­Segen mit auf den Weg:

„Ich will dich ­segnen, und du sollst ein Segen sein“ (1. Mose 12,2).

Einen Segen behält man also nicht für sich, sondern gibt ihn weiter. Abraham und Sarah wurden die Stammeltern des Judentums, des Christentums und des Islams.

Johann Hinrich Claussen
Aus: „chrismon“, das Monatsmagazin der evangelischen Kirche. www.chrismon.de