Eineinhalb Wochen sind unsere Glocken nun schon verstummt. Über den Ausbau der Klöppel und den Rückbau der Elektronik habe ich ja schon berichtet. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Die Klöppel sind im Moment noch in Österreich in der Werkstatt. Die Reparatur dauert länger als gedacht, Ersatzteile werden in der aktuellen Corona-Situation nicht so schnell geliefert wie sonst. Planmäßig beginnt der Einbau nächsten Montag. Wir sind schon gespannt, ob es bei diesem Termin bleibt! Am letzten Sonntag war es ganz ungewöhnlich, direkt mit der Orgel zu beginnen – ganz ohne das gewohnte Glockengeläut zuvor. Wir drücken die Daumen, dass es nächstes Wochenende wieder funktioniert.
Auf dem oberen Bild ist im Hintergrund noch die alte Steuerelektronik im Kirchturm zu sehen. Davor wurde eine Platte als Absturzsicherung angebracht. Das Geländer ist an mehreren Stellen im Turm zu niedrig (oder die Menschen sind die letzten Jahrzehnte einfach größer geworden) und man fühlt sich deutlich sicherer, wenn man dort oben arbeitet. Das haben wir noch vor der Demontage angebracht, damit nichts passiert!
Im Vorraum zum Kirchen-WC war die Glockenuhr angebracht. Nach dem Abbau blieben eine Menge Löcher in der Wand übrig. Diese wurden verputzt und die Stelle so gut es ging an die restliche Wand angepasst. In der Kirche wurde alles mit einer „besonderen“ Wasserwaage erstellt 🙂
Im Glockenturm wurde dann auch entsprechend verputzt. Auch hier waren große Löcher in der Wand und zum Teil noch unverputzte Stellen von einer noch älteren Installation zu finden.
Zum Glück haben wir so talentierte Ehrenamtliche, die uns bei diesen kurzfristigen Spezialaufträgen unterstützen.
Nach dem Trocknen hat Andreas Freitag noch eine Holzplatte an die Wand geschraubt. Das soll Schwingungen dämpfen und die Elektronik schützen. Außerdem ist die Wand damit eben, und die Montage einfacher. Sieht am Ende bestimmt sehr professionell aus!
Unsere Arbeiten sind damit erledigt, wir warten auf Montag und hoffen keine Überraschungen bei der Montage zu erleben!
Heute morgen war es soweit: Unsere Glocken sind verstummt!
Haben Sie es schon bemerkt? Seit heute morgen läuten unsere Glocken nicht mehr.
Hintergrund hierfür ist, dass u. a. die Klöppel unserer drei Glocken ausgebaut wurden. Diese nimmt ein Spezialist mit in seine Fachwerkstatt nach Österreich um die aufgetretenen Beschädigungen zu reparieren.
Außerdem wurden die alten Elektroantriebe, die komplette Steuerung und Verkabelung entfernt – auch diese Bauteile müssen komplett erneuert werden.
Trotz des hohen finanziellen Aufwandes steht es außer Frage, dass wir hier aktiv werden mussten. Eine Kirche, die ohne Glockengeläut auskommt, ist für uns nicht vorstellbar!
Nach dem Auftreten und der Analyse etlicher Probleme in der Glockenmechanik konnten wir schnell reagieren, um weiterführenden Schäden zu vermeiden. Die Arbeiten werden voraussichtlich zwei Wochen in Anspruch nehmen. In dieser Zeit werden die Glocken nicht wie gewohnt zum Gebet aufrufen oder die Gottesdienste begleiten. Wenn alles nach Plan verläuft, sollten uns die „neuen“ Glocken ab 23.08.2020 wieder mit ihrem Klang erfreuen.
„stumme“ Glocke ohne Klöppel
Wir werden Sie über den weiteren Verlauf dieser Arbeiten auf unserer Webseite auf dem Laufenden halten. Jetzt heißt es aber erst einmal warten, bis die Klöppel wieder aus Österreich zurück kommen!
Da wir bedingt durch die Corona-Einschränkungen im Moment deutlich weniger Veranstaltungen in der Stephanuskirche haben, bietet es sich an, dieses Jahr noch weitere Arbeiten zum Erhalt durchzuführen. Neben Unmegen an Staub und einem Vogel gab es wieder allerei Kuriositäten. Wer jetzt schon in Sorge ist, bei diesen Arbeiten wurde selbstverständlich keinen Tieren Schaden zugefügt.
Das Gelände rund um das Gemeindehaus und rund um die Kirche muss wieder winterfest gemacht werden. Er wäre prima, wenn Sie für ein paar Stunden mithelfenkönnten. Das kann ganz spontan … Kehrd wärd im Herbst weiterlesen
Auch diesen Herbst gibt es wieder ein Kehrd wärd rund um die Stephanuskirche und um das Gemeindehaus. Danach gibt´s a gscheide Brotzeit. Wir bedanken uns schon jetzt für Ihre Mithilfe! … Kehrd wärd im Herbst weiterlesen
Auch dieses Jahr gibt es wieder ein Kehrd wärd rund um die Stephanuskirche und um das Gemeindehaus. Danach gibt´s a gscheide Brotzeit. Wir bedanken uns schon jetzt für Ihre Mithilfe! … Kehrd wärd im Frühling weiterlesen
Das Mulimediakabel ist verlegt
Unsere letzte Großbaustelle hatte die Verlegung eines Multimediakabels zum Ziel. In der Zwischenzeit wurde dieses von der Sakristei über den Dachboden der Kirche zur Empore geführt. Im Anschluss daran hatten wir uns getroffen und überlegt, wie und vor allem was wir noch weiter erledigen wollen. Da die Liste – wie immer – sehr lang wurde, haben wir uns nochmal zu einem Arbeitseinsatz am Wochenende verabredet.
Für jede Baustelle braucht man das richtige Werkzeug. Und das richtige Werkzeug hat man grundsätzlich nicht dabei. Oder man ist sich sicher es dabei zu haben, findet es aber nicht. Und wenn man es doch dabei hat, ist es nicht das richtige Werkzeug 🙂
Obwohl wir diese goldene Regel bei Baustellen in der Gemeinde kennen, versuchen wir doch jedes mal aufs neue unser Glück und bringen den halben Werkzeugkeller mit. Auch dieses mal haben wir vor allem Reinigungsutensilien und Elektrowerkzeug benötigt. Auf der Empore soll eine Unterverteilung gesetzt werden. Dadurch müssen nicht viele einzelne Stromkabeln von der Sakristei über den Dachboden auf die Empore geführt werden, sondern es kann ein einzelnes Stromkabel mit einem höheren Querschnitt dorthin verlegt werden. In dieser Unterverteilung wird dann – genauso wie vorher in der Hauptverteilung – der Strom auf die einzelnen Steckdosen, Orgel und Beleuchtung verteilt.
Im Chorpodest befinden sich mehrere Steckdosen. An diesen werden im Winter unter anderem Heizstrahler angeschlossen. Da diese eine hohe Leistungsaufnahme haben, ist der Brandschutz von besonderer Bedeutung. Die Stromkabel verlaufen innerhalb des Podests.
Die Unterverteilung auf der Empore hinter der Orgel im Entstehen. Hier werden die Steckdosen und die Beleuchtungen auf der Empore, im Treppenaufgang, im WC der Kirche und im Eingangsbereich abgesichert und verbunden.
Übersicht gewinnen
Durch die Montage der Unterverteilung konnten viele weitere Kabel am Dachboden zurückgebaut werden. In Zukunft ist es so leichter zu verstehen, was wie zusammengehört. Ein weiterer Vorteil ist jetzt, dass alles was zur Empore und zum Eingangsbereich der Kirche gehört, auch dort in der Nähe abgesichert wird. In der Vergangenheit hat öfters mal die Sicherung ausgelöst, wenn zu viele Verbraucher an einem Stromkreis angeschlossen waren. Durch die Aufteilung in mehrere, einzelne Stromkreise sollte dieses Problem jetzt der Vergangenheit angehören.
Man müsste nur noch schnell…
… dieses Stromkabel umklemmen. Der Sicherungskasten ist alles andere als gut zugänglich. Da sind auch Kleinigkeiten sehr anspruchsvoll umzusetzen – Klettereinlage inklusive.
Wir haben uns gefragt ob Walter mit dem „Bienenlook“ zeigen wollte, dass er besonders fleißig ist?
Auch hier konnte durch die Unterverteilung einiges zurückgebaut werden, womit in Zukunft auch wieder mehr Platz im Sicherungskasten ist. Die Tontechnik kommt durch das Multimediakabel wie beschrieben in einem nächsten Schritt auf die Empore. Dadurch wird viel Platz gewonnen und so hoffentlich die Zugänglichkeit auch mal besser, wenn wieder was sein sollte.
Reinigungsarbeiten im Glockenturm
Die Elektroinstallation war aber wie am Anfang erwähnt nicht die einzigste Baustelle, der wir uns gewidmet haben. Nachdem unsere Glocken demnächst umfangreich instant gesetzt werden, haben wir uns entschlossen auch diesen Bereich gründlich von Verschmutzungen zu befreien. Im Vorfeld wurde der Glockenturm als solches einmal komplett von oben nach unten von Staub und Spinnweben befreit. Durch die Höhe ist diese Arbeit gar nicht so einfach auszuführen und schwindelfrei sollte man auch sein. Das Geländer ist zum Teil nicht besonders hoch. Das wollen wir in Zukunft auch verbessern, Arbeitsschutz spielt ja auch für Ehrenamtliche eine wichtige Rolle – Sicherheit geht vor!
Und dann war da noch dieser Vogel
Zwischen den Glocken und dem Turmaufgang befindet sich eine Luke, welche diese beiden Räume miteinander verbindet. Dadurch fällt nicht aller Dreck herunter, dafür sammelt er sich umso besser dort oben. Der Wind trägt Laub und Ähnliches auch durch das grobe Netz hindurch. Dieses wurde angebracht, damit dort keine Vögel brüten können – zum Schutz der mechanischen und elektronischen Glockensteuergeräte. Außerdem ist Vogelkot eine Gesundheitsgefahr, welche die Wartung unnötig kompliziert machen würde. Wir staunten also nicht schlecht, als wir neben den alten Fahnenmasten (unsere Kirche war vor langer Zeit einmal beflaggt!) auch einen schwarzen Kunststoffvogel gefunden haben.
Bis in den letzten Winkel hat sich im Glockenturm Dreck angesammelt. Nach der Reinigungsaktion war alles wie neu. Andreas konnte nur durch eine Klettereinlage überall hin kommen. Es wurde ihm dann mit einer großen Beule gedankt.
Was war sonst noch?
Wir haben weiter aufgeräumt. Der Raum über dem Altarbereich in der Kirche ist diesmal dran gewesen. Das hatten wir bei unserer letzten Reinigungsaktion nicht mehr geschafft. Hier befinden sich Utensilien fürs Gemeindefest und für das Krippenspiel an Weihnachten.
Das Aufräumen hat sich rentiert. Der Raum ist wieder frei zugänglich und geordnet. Ganz rechts im Bild sieht man, dass noch ein Stück Fußboden fehlt. Aber dieser ist schon in Arbeit und wird das nächste mal montiert.
Neben dem obligatorischen Besuch am Recyclinghof hat Daniel das Rasenmähen übernommen. Zum Glück haben wir inzwischen eine große Biotonne. Rasen darf man eigentlich auch gar nicht mehr schreiben. Der Kirchenvorstand hat beschlossen, die Flächen rund um die Kirche und Gemeindehaus langfristig in eine Sandmagerwiese umzuwandeln. Klingt kompliziert, bedeutet aber vor allem, dass auf Bewässerung und zusätzliche Düngung verzichtet wird, um Insekten einen Lebensraum zu schaffen.
Auf der Empore wurde auch noch etwas befestigt. An diesem Gestell hängen verschiedene Orgelpfeifen, die eine Tonleiter ergeben, wenn man hineinbläst. Damit können wir Konfirmandinnen und Konfirmanden (und natürlich auch allen anderen Interessierten) zeigen, wie dieses Instrument funktioniert. Das Ganze ist leider schon etwas verbeult, die Pfeifen sind sehr empfindlich und wurden längere Zeit in einem Mülleimer gelagert! Leider jetzt auch nicht mehr zu ändern. Vielleicht bekommen wir bei der nächsten Reinigung der Orgel mal wieder neue – alte – Pfeifen vom Orgelbauer.
Zum Abschluss
Wenn alle arbeiten, kümmert sich keiner ums Essen. Das ging uns das letzte Mal mittags schon so, und diesmal war es auch nicht viel besser. Als Ausgleich haben wir diesmal aber überlegt, den Abend noch gemeinsam ausklingen zu lassen. Man darf sich ja wieder in kleinerem Kreis treffen. Und weil die Familie immer auf einen verzichten muss, wenn man in der Freizeit ständig in der Kirche tätig ist, wurden die gleich mit eingeladen. So haben wir den Tag bei Bratwurst und Steak ausklingen lassen.
Grillen ganz ohne Gemeindefest an der Stephanuskirche. Wir hoffen, nächstes Jahr sitzen wir dann wieder in großer Runde zusammen.
Anekdote am Rande
Kurz bevor wir uns abends – geduscht – zum Grillen wieder treffen wollten, waren wir zum Teil noch immer in der Kirche. Das Licht im Eingangsbereich ließ sich nicht mehr ausschalten – oder nicht mehr an, je nach dem. Der Lichtschalter war falsch angeschlossen und irgendwie war da der Wurm drin. So ist es aber ja immer, wenn man „nur noch schnell“ was erledigen möchte. Am Ende hat es dann aber doch noch geklappt, und dem entspannten Abend stand nichts im Wege. Schön, wenn man weiß, man hat alles geschafft, was man sich vorgenommen hat 🙂
Der Bauausschuss bedankt sich für die Unterstützung bei Walter Albert, Andreas und Emil Freitag, Daniel Frank sowie Michael Fenn.
Uns plagt schon länger die Befürchtung, unser Kirchendach ist nicht mehr das jüngste und möchte demnächst einmal rundum erneuert werden. Nachdem die Thomaskirche vor ungefähr zwei Jahren ein neues Dach erhalten hat und wir letztes Jahr auch vermehrt mit Wasserschäden in der Kirche aufgrund defekter Dachziegel zu kämpfen hatten, beschäftigte sich der Bauausschuss wieder intensiver mit diesem Thema.
Bei einer genauen Betrachtung der Rückseite der Ziegel vom Dachboden der Kirche aus, sieht die Lage aber gar nicht so schlimm aus. Die überwiegende Anzahl ist für das Alter in einem akzeptablen Zustand und wird auch noch die nächsten Jahre überstehen. Da die verwendeten Biberschwanzziegel in Doppeldeckung verlegt wurden, kann ein einzelner Ziegel brechen ohne dass sofort riesige Wasserschäden entstehen. Gerade bei Starkregen mit kräftigen Wind kann es dann aber das Regenwasser nicht mehr vollständig zurückhalten und es tropft auf das Tonnengewölbe der Kirche. Um hier Schäden zu vermeiden muss dann schnell gehandelt werden und die Fehlerstelle gefunden und ausgebessert werden.
Vorbeugung durch bessere Beleuchtung
Arbeiten am Kirchendach
Das Problem in der Vergangenheit war, dass es am Dachboden immer sehr dunkel war. Der Laufweg in der Mitte war zwar gut zu erkennen, der Zustand der Dachziegel war aber kaum ohne extra Licht in Form einen Taschenlampe oder ähnliches zu erkennen. Als wir die alten Stromkabel und den Lüftungsschacht der nicht mehr vorhandenen Umluftheizung entfernt haben kam die Idee auf, dieses Problem durch eine neue Beleuchtung anzugehen.
Beleuchtung Vorher
Beleuchtung Nachher
Auf diesen beiden Bildern sieht man deutlich den Unterschied. Beide Aufnahmen wurden mit den gleichen Kameraeinstellungen vorgenommen. Vorher erfolgte die Ausleuchtung mit einfachen Glühbirnen, jetzt wird vom Betrachter aus gesehen nach links und nach rechts mit getrennten, lichtstarken LED-Strahlern beleuchtet.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Dachziegel können jetzt vom First bis in die Traufe ohne Probleme inspiziert werden. So können gebrochene oder fehlende Ziegel und auch kleine Undichtigkeiten sofort lokalisiert werden und wir können diese beheben lassen.
Durch diese Maßnahme hoffen wir die Sanierung des Daches der Stephanuskirche noch ein paar Jahre – vielleicht auch Jahrzehnte? – hinauszögern zu können. Damit ist es möglich die bevorstehende Glockensanierung und andere dringendere Projekte zu stämmen.
Ein mächtiges Stahlgerüst trägt das Kirchendach. Auch dieses ist jetzt wieder gut zu erkennen. Der Dachstuhl als solches ist nicht isoliert. Auf dem Tonnengewölbe wurde allerdings eine Isolierung – wahrscheinlich Glaswolle – angebracht.
Der Bauausschuss bedankt sich bei Andreas und Emil Freitag für den Einsatz bei diesem Projekt!
Auch wir bleiben leider nicht davon verschont! An der Steinmauer am Vorplatz unserer schönen Kirche hat sich zwischen den Fingersträuchern das Unkraut breit gemacht. An der letzten „Kehrd wärd“-Aktion haben wir zum Teil nachgeplanzt, das Unkraut komplett entfernt und Rindenmulch verteilt. Außerdem wurde ein Bewässerungsschlauch angebracht, um das Anwachsen der Sträucher sicherzustellen.
Wie es im Garten aber immer so ist, dauert es nicht lange und das Unkraut nimmt wieder überhand. Wenn Sie uns hier unterstützen könnten und in nächster Zeit Gelegenheit hätten einen Teil des Wildwuchses wieder zurückzudrängen, würden wir uns sehr freuen! Werkzeug kann gestellt werden (dazu bitte im Pfarramt Bescheid geben, dass wir es bereitstellen können) und wir haben eine große Biotonne zum Entsorgen.
Zum Jäten – Unkraut am Vorplatz der Kirche
Zum Naschen – Walderdbeeren im Schatten der Kirche
Als Gruß aus der Küche hätten wir Walderdbeeren anzubieten und auch ein Blick in den Naschgarten der Jugend ist lohnend!
Seit 1951 sind sie ohne Unterbrechung jeden Tag im Einsatz. Sommer wie Winter, Tag und Nacht läuten unsere Glocken mindestens dreimal am Tag und rufen zum Gebet auf, kündigen das Wochenende an, erinnern an die Kreuzigung von Jesus Christus oder rufen die Gemeinde zum Gottesdienst und begleitet sie währenddessen beim Vater Unser. Außerdem weisen sie natürlich auch auf besondere Ereignisse im Leben der Gemeinde und der Menschen hin. Nach fast 70 Jahren klangvoller Verkündigung vom Evangelium Jesu Christi sind sie in letzter Zeit etwas aus dem Takt gekommen…
Bim Bam Bim Bam
Egal wo man sich befindet, ob in der Kirche oder davor, ob nah oder weit entfernt: Wird ein und dieselbe Kirchenglocke geläutet, hört man immer zwei unterschiedliche Klänge. Kinder sagen dazu oft lautmalerisch „Bim Bam“ und meinen damit die akustische Eigenart der Glocken. Aber warum ist das so?
Glocken haben nicht nur einen festen Ton, den sogenannten Prinzipalbereich, sondern verfügen neben dem Grundton über eine Fülle von Obertönen. Als musikalischer Laie würde ich sagen, sie haben ein Klanggemisch und nicht genau einen definierten Ton wie man ihn bei einer Musiknote im Gesangbuch erwarten würde.
Der tiefste Teilton wird Grundton genannt und bestimmt in den meisten Fällen die wahrgenommene Tonhöhe, während die übrigen Teiltöne, die Obertöne, die Klangfarbe beeinflussen
Aus der Wikipedia zum Thema Oberton
Ganz entscheidend ist aber noch ein anderer Punkt. Wird eine Glocke geläutet, steht diese nicht fest und unbeweglich im Glockenturm und wird im Takt angeschlagen. Vielmehr schwingt die gesamte Glocke und durch diese Bewegung trifft der Klöppel, welcher wie ein Hammer fungiert, der auf das Eisen schlägt und den Ton erzeugt, gegen den Schlagring. Der Klang der Glocke wird dabei in die verschiedenen Richtungen gestreut. Vorstellen kann man sich dies wie einen Lautsprecher, der abwechselnd zu einem zeigt und dann wieder von einem weggedreht wird. Zeigt die Glocke in die Richtung des Zuhörers, wenn der Klöppel auf den Schlagring trifft, hört man das charakteristische Bim, also das vollständige Klangspektrum zusammen mit dem metallischen Klöppelgeräusch. Danach schwingt die Glocke von einem weg und der Klöppel schlägt genau an der dem Zuhörer abgewandten Seite und erzeugt das Bam, ein Geräusch mit weniger Obertönen und ohne das Klöppelgeräusch.
Klingt ganz schön kompliziert
Ist es auch. Würde man beim Läuten auf dieses Zusammenspiel von Bewegung, Glocke und Klöppel verzichten und die Glocke stillstehen lassen, würde diesem Klang alles Lebendige fehlen. An vielen Friedhöfen wird zu Beerdigungen die Glocke nur angeschlagen um einen gleichmäßigen, monotonen und damit traurigen Klang zu erzeugen. Die Glocke steht still und wird im Takt von einem motorgetriebenen Hammer geschlagen.
Fürchte Dich nicht, denn ich habe Dich erlöst
Inschrift der Glocke II: Jessaja 43,1
Wird hingegen die Glocke angetrieben, so muss der Klöppel etwa in dem Augenblick anschlagen, in dem die ausschwingende Glocke ihre höchste Lage erreicht hat. Dabei ist es wichtig, dass die Glocke nicht zu stark schwingt, da sonst der Klöppel den Schlagring der Glocke zu hart treffen würde und der Klang sich nicht optimal entfalten könnte. Außerdem würde der Klöppel dann abprallen und könnte seinen harmonischen Schwung verlieren, was zu einem ungleichmäßigen Läutebild führen würde. Natürlich darf der Schwung aber auch nicht zu gering sein, weil der Klöppel die Glocke dann gar nicht treffen würde und der Ton ausbleiben oder aussetzen würde. Für ein gleichmäßiges Läuten ist also ein perfektes Zusammenspiel von Glocke und Klöppel sowie von Motor und Steuerung erforderlich.
Auf Fehlersuche
Genau dieses Zusammenspiel ist im Moment nicht mehr hundertprozentig gegeben. Wird die Glocke durch den Motor in Bewegung gesetzt dauert es immer eine Weile, bis diese in ein gleichmäßiges Bim Bam Bim Bam übergeht. Nach einiger Zeit fehlt aber ein Schlag, die Glocke klingt also nur noch Bim Bam Bim … Bim Bam. Jetzt könnte man natürlich sagen, das ist nicht so schlimm und den meisten ist es wahrscheinlich noch nicht einmal aufgefallen, dass es nicht mehr ganz rund klingt. Wenn man sich aber wieder bewusst macht wie wichtig es für die Glocke ist, dass alle Bauteile miteinander harmonisieren, ist dies ein Anzeichen, dass etwas nicht mehr richtig funktioniert.
Zum Glockenläuten muss man sich nicht anstrengen, es reicht am Steuerpult einen Hebel für die entsprechende Glocke umzulegen und kurze Zeit später hat diese genug Schwung durch den Elektromotor bekommen, dass der erste Ton erklingt. Das Steuersignal wird also noch richtig übermittelt, sonst wäre gar nichts mehr zu hören.
Ein Fall für den Kundendienst
Unsere Glocken werden regelmäßig gewartet. Dazu kommt ein Spezialist für Kirchenglockenmotoren aus Österreich und kontrolliert alle Bauteile auf Funktionalität. So sollen Schäden frühzeitig erkannt und somit verhindert werden. Die letzte Überprüfung war erst vor ein paar Monaten, dort ist aber nichts im Protokoll vermerkt worden. Ich habe trotzdem angerufen und das Problem geschildert. Der Monteur kann es sich nicht erklären, wir vereinbaren einen Vor-Ort-Termin.
Die drei Gussstahlglocken der Stephanuskirche aus dem Jahr 1951. Die Glocken werden durchnummeriert, bei der größten mit I beginnend. Rechts im Bild die größte Glocke (Glocke I), unten links die zweitgrößte (Glocke II) und oben links die kleinste Glocke (Glocke III).
Zusammen mit dem Kundendienst hören wir nacheinander alle drei Glocken an. Erster Hinweis: Der Monteur lässt die Glocken bei der Wartung nicht lange genug Läuten, damit dieses Problem deutlich auftritt. Zum Gottesdienstbeginn klingen die Glocken ungefähr drei Minuten, nach etwas über einer Minute tauchen die Aussetzer das erste Mal auf. Wir gehen auf den Glockenturm, um uns die Mechanik genauer anzuschauen.
Die größte Glocke in der Stephanuskirche. Im Turm hängen drei Gussstahlglocken vom Bochumer Verein in der V7-Rippe (Geometrie des Rotationskörpers). Sie bilden ein Te Deum Motiv und das heutige Geläut. Das Vorgänger- Geläut musste 1942 zu Kriegszwecken abgeliefert werden. 1951 schuf der Bochumer Verein das heutige Trio. Die Glocken hängen in einem Glockenstuhl aus Stahl mit Holzjochen.
Im Glockenturm ist – zum Glück – auf den ersten Blick kein Problem erkennbar. Die Glocken haben alle leichten Rost angesetzt, sonst sind sie aber noch in sehr gutem Zustand (meint der Spezialist). Auch die Holzjoche sind noch vollkommen in Ordnung. Durch ein Gitter ist die Mechanik auch vor Verunreinigungen durch Vögel geschützt. Nacheinander schauen wir uns alle drei Glocken genauer an.
O Land, Länder, höre des Herrn Wort
Inschrift der Glocke I: Jeremia 22,29
Der Monteur erzählt von den vielen verschiedenen Kirchen, die er Tag für Tag sieht um dort die Glocken zu warten. Die Gemeinde hat häufig keinen Bezug mehr zum Geläut, weil alles automatisiert abläuft. Früher, als noch von Hand geläutet werden musste, gab es eine sehr starke Verbindung von dieser Person oder diesem Personenkreis zum Geläut. Jetzt läuft auch alles immer perfekt ab, die Elektronik läutet jeden Tag, jede Stunde immer genau gleich und genau gleich lang. Er meint, das manuelle Läuten sollte eigentlich dem automatischen vorgezogen werden.
Da Stahl auf Stahl einen unschönen Klang ergibt, ist in die Klöppel in einer schwach kegelförmigen Bohrung einen Anschlagbolzen aus einem weicheren Material wie Bronze eingearbeitet. Auf dem Bild ist dies als Knubbel auf der linken Seite erkennbar. Dieser sollte gleichmäßig in der Mitte abgenutzt werden. Deutlich erkennbar ist die Abnutzung aber im oberen Bereich des Anschlagbolzens. Ein weiterer Hinweis?
Der Klöppel wird durch eine mehrfach gefaltete und getränkte Ledereinbindung mit der Glocke verbunden. Diese Verbindung hat wohl über die Jahre nachgegeben, sodass der Klöppel jetzt tiefer hängt als es eigentlich vorgesehen ist. Durch die veränderte Position schlägt er nicht mehr an der gleichen Stelle an und die Glocke selbst müsste wohl einen Tick weiter schwingen, damit er immer zuverlässig anschlägt. Er empfiehlt den Anschlagbolzen zu tauschen und die Klöppelaufhängung zu erneuern. Pro Glocke ungefähr ein Aufwand von einem Tag.
Anschlagsarten
Das Glockenläuten mit drei Glocken, die alle einzeln ansteuerbar sind, bietet eine Vielzahl von Variationen. Durch die damalige, beschränkte Technik ist die Vielfalt verloren gegangen. Auch wir können über unsere Zeitschaltuhr nur die Glocke III, also die kleinste Glocke, einzeln läuten oder alle drei Glocken zusammen. Nachfolgend ein kleiner Einblick in die Vielfallt an Varianten, die mit diesem Musikinstrument möglich sind.
Normales Läuten
Die Glocke wird durch Ziehen eines Seils oder durch eine elektrische Maschine zum Schwingen gebracht, wobei der Klöppel an den Schlagring schlägt.
Halbzugläuten
Die Glocke wird so schwach bewegt, dass der Klöppel ruhig hängen bleibt und nur eine Wandung gegen ihn schlägt. Wird zum Beispiel als Trauergeläut verwendet. Ist bei uns technisch im Moment nicht möglich.
Anschlagen
Die ruhig hängende Glocke wird mit dem Klöppel, der durch ein Seil bewegt wird, oder durch einen Uhrschlaghammer mehrmals angeschlagen. Ist in der Stephanuskirche auch nicht eingebaut.
Gruppenläuten
Beim Läuten mehrerer Glocken beginnt man stets mit der kleinsten Glocke. Erst dann, wenn diese regelmäßig ausschwingt, wird mit dem Läuten der nächsten Glocke begonnen und so fort. Das Läuten wird in der gleichen Reihenfolge beendet: Die kleinste Glocke verstummt zuerst, die größte Glocke läutet am längsten.
Die Dauer des Glockenläutens sollte sechs Minuten nicht überschreiten. Möglich sind auch Unterbrechungen, also das Läuten einer Glocke mit einer anschließenden kurzen Pause und darauffolgend das Gruppengeläut. Dadurch können besondere Gottesdienste hervorgehoben werden. Die einzelne Glocke kann auch dem Gruppengeläut folgen.
Einzelglocke
Am häufigsten wird nur eine einzelne Glocke geläutet. In der Läuteordnung ist dazu folgendes vermerkt:
Das Läuten einer einzelnen Glocke bringt deren Eigenart und Schönheit besonders gut zur Geltung. Es ist allen anderen Läutearten gleichwertig und möglichst weitgehend anzuwenden.
Läuteordnung für evangelisch-lutherische Gemeinden
In der Stephanuskirche Läuten wir zum Gebet um 07:00 Uhr, um 12:00 Uhr und um 21:00 Uhr mit der Glocke III. Das Freitagsläuten erinnert an Christi Kreuzigung um 09:00 Uhr. Dafür sollte die tiefste Glocke verwendet werden. Da die Glocke I nicht automatisiert angesteuert werden kann, erfolgt auch dieses Läuten mit Glocke III.
Das Wochenende wird am Samstag um 14:00 Uhr eingeläutet. Dafür erklingen alle drei Glocken als Gruppengeläut. Die Elektronik erlaubt hier nur das Ansteuern aller Glocken gleichzeitig, weshalb sich das Geläut nicht langsam auf- und später wieder abbaut. Dies ist aktuell nur durch manuelles Läuten möglich, wie es zu den Gottesdiensten erfolgt.
Das Problem mit der Elektronik
Neben den Klöppeln hat der Monteur noch ein weiteres Problem angesprochen. Die verbaute Elektrik ist nicht mehr vorschriftsgemäß und muss erneuert werden. Die folgenden Bilder geben einen Einblick.
Links oben der Glockenmotor aus dem Jahr 1951. Bisher hat er bis auf den regelmäßigen Austausch der Verschleißteile keine Probleme bereitet. Er ist aber nach so langer Zeit am Ende seiner Lebenserwartung angekommen. Rechts oben die Motorsteuerung im Glockenturm, welche das Steuersignal aus der Kirche entgegennimmt (Bild rechts unten)
Da das Zusammenspiel aller einzelnen Komponenten äußerst wichtig ist, wird empfohlen diese auch gemeinsam zu erneuern. Werden nur Einzelteile ausgetauscht, ist davon auszugehen, dass dies früher oder später zu neuen Schäden führt, die dann teuer repariert werden müssen. Mit einer aktuellen Steuereinheit könnte das Läuten für die Glocken schonender erfolgen und es wäre auch eine größere Varianz möglich, da durch die moderne Elektronik jede einzelne Glocke sekundengenau angesteuert werden kann.
Fast 70 Jahre hat uns die vorhandene Technik einen treuen Dienst geleistet. Durch regelmäßige Wartungen und die sorgsame Behandlung gemäß den Vorgaben der Sachverständigen konnte die verwendete Technik eine solch hohe Lebensdauer erreichen. Wir hoffen, dass die neue Technik genauso lange halten wird wie es die alte getan hat. Mit einem Spezialisten für Glockenmotoren können wir hier auf einen Partner setzen, der uns von Anfang an fachmännisch begleitet und alle Arbeiten zuverlässig ausgeführt hat.
Läuten der Glocke I: Ungefähr bei 58 Sekunden fehlt der Anschlag des Klöppels an der Glocke und der Ton bleibt aus. Davor sind manche Anschläge nur sehr zaghaft und dadurch kaum zu hören. Danach schwingt die Glocke wieder aus.
Soweit möglich werden wir versuchen, nötige Arbeiten in Eigenleistung auszuführen. Viele Komponenten benötigen aber das Fachwissen des Spezialisten und auch durch die benötigten Spezialteile werden auf die Kirchengemeinde kosten in Höhe von mehreren tausend Euro zukommen. Wir informieren uns gerade bei einem Sachverständigen der Landeskirche bezüglich eines Zuschusses. Wahrscheinlich werden wir aber über 10.000€ aus eigenen Mitteln finanzieren müssen.
Spenden
Wenn Sie uns beim Erhalt der Glocken unterstützen möchten und können, freuen wir uns sehr über Ihre Spende! Für diese erhalten Sie selbstverständlich einen Beleg, welchen Sie bei der Steuererklärung angeben können.
Wir danken Ihnen schon jetzt für Ihre Unterstützung mit einem herzlichen Vergelt’s Gott!
Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende
Inschrift der Glocke III: Matthäus 28,20
Zögern Sie auch nicht uns bei weiteren Fragen direkt zu kontaktieren. Gerne können Sie sich auch persönlich ein Bild von unseren Glocken machen. Wenden Sie sich bezüglich einer Terminvereinbarung an unser Pfarramt.
Weitere Informationen
Der Bauausschuss wird zu gegebener Zeit über den Gemeindebrief und auch über die Webseite der Kirchengemeinde den aktuellen Stand weitergeben.
Ein ganzer Berg von Kabeln ist heute zusammengekommen, inklusive der alten Metall-Leerrohre die auf dem Kirchendach verlegt waren. Zusammengenommen mehrere Kilometer Kabel die wahrscheinlich noch aus der Bauzeit der Kirche im Jahr 1931 stammen. Die Elektroinstallation in der Stephanuskirche wurde seitdem schon mehrmals überarbeitet. Die Beleuchtung wurde immer wieder den Bedürfnissen und technischen Möglichkeiten angepasst. Dabei wurden regelmäßig neue Kabel verlegt, und die Alten einfach „abgezwickt“ und liegengelassen. Auf dem holzgetäfelten Tonnengewölbe fanden wir so viele Kabelstränge nebeneinander laufend vor, die alle sehr ordentlich verlegt und befestigt waren, heute aber nicht mehr den technischen Anforderungen genügen und somit auch nicht erhalten werden mussten.
Durch das Tonnengewölbe war eine Demontage gar nicht so einfach, man muss genau aufpassen wo man hintritt und dabei versuchen, sich nicht den Kopf zu stoßen. Die Luft ist stickig und überall (wirklich überall) gibt es vom Dreck schwarz gewordene Spinnweben und alte, verlassene Wespennester.
Ein Multimediakabel
Der Grund für die Arbeiten am Dachboden war aber ursprünglich ein ganz anderer: Durch den Verkauf von bestimmten Frequenzen für die Mobilfunknetze mussten wir vor ein paar Jahren neue Funkmikrofone anschaffen.
Blick auf das holzgetäfelte Tonnengewölbe vom Dachboden der Stephanuskirche. Das Bild entstand direkt über dem Chorpodest auf der Empore. Dort soll eine Verbindung zwischen Dachboden und Empore geschaffen werden.
Die neuen Geräte kommen aber mit den dicken Kirchenmauern nicht so gut zurecht wie die Alten, und wenn mehrere Mikrofone im Einsatz sind, kommt es regelmäßig zu Störungen beim Empfang. Die Lösung dafür ist die Montage der Empfänger für die Funkmikrofone auf der Empore. Bisher befindet sich auch das Mischpult, mit welchem unter anderem die Lautstärke geregelt werden kann, in der Sakristei. Wir wollen auch dieses auf die Empore stellen, damit in Zukunft bei mehreren Beteiligten in Familiengottesdiensten insgesamt eine bessere Tonqualität erreicht werden dann.
Dazu ist aber ein Verbindungskabel nötig, welches die kabelgebundenen Mikrofone mit dem Mischpult und dieses wiederrum mit den Lautsprechern im Kirchenraum und der Induktionsschleife verbindet, welche wir für Gottesdienstbesucher mit Hörgeräten besitzen. Im Kirchenraum selbst ist eine Verlegung eines neuen Kabels quasi unmöglich. Durch den Denkmalschutz sind alle Arbeiten genehmigungspflichtig und auch mit sehr hohen Kosten verbunden. Was also tun? Die Lösung war eine Verlegung von der Sakristei aus auf den Kirchendachboden, von dort dann Richtung Empore und direkt über der Empore an der Wand entlang vom Dachboden wieder herunter. Das Kabel ist so nicht zu sehen, vergleichsweise einfach zu verlegen und – für uns auch sehr wichtig – in ehrenamtlicher Arbeit durchführbar. Auf diesem Bild ist der Kabelkanal zu sehen, welcher auf der rechten Seite um ein zusätzliches Leerrohr ergänzt wurde. In diesem wurde in einem zweiten Schritt ein spezielles Multimediakabel für die Tonübertragung eingezogen. Dieses darf nicht mit den normalen Stromkabeln in einem Kanal laufen, da es sonst zu Störgeräuschen kommen kann.
Spuren der Umluftheizung
Wer das vorangegangene Bild genau betrachtet, kann auch noch auf der linken Seite das alte Lüftungsrohr erkennen. Dabei handelt es sich um ein Relikt der Umluftheizung, mit welcher unsere Kirche früher beheizt wurde. Als diese aus verschiedenen Gründen entfernt wurde, blieb – wir kennen es von den Kabeln – die ganze Technik in der Kirche. An mehreren Stellen finden sich auch heute noch Steuerungs- und Regeltechnik, Ein- und Auslässe und eben dieses Lüftungsrohr. Auch diese Überbleibsel wollten wir entfernen.
Zu viert war es uns gerade so möglich, dieses auf den Laufsteg zu wuchten. Ein Abtransport schien aber unmöglich. Ein Rohrstück war sechs Meter lang und über 100 Kilogramm schwer. Die enge Wendeltreppe im Kirchturm ist dafür nicht geeignet. Die Kirche hat einen kleinen Balkon, wir hatten aber Sorge, dass das unkontrolliert fallende Rohr eine Beschädigung verursacht. Es blieb nur die Möglichkeit, das Lüftungsrohr an Ort und Stelle zu zerkleinern. Da es aus Metall war und ein Winkelschleifer (Flex!) aufgrund der Brandgefahr nicht in Frage kommt, war die rettende Lösung eine Stichsäge. Trotz zwei Autos vollgepackt mit Werkzeug, um auf sämtliche Eventualitäten vorbereitet zu sein, hatten wir diese natürlich nicht dabei.
Beim zweiten Versuch hat es dann geklappt und das Lüftungsrohr konnte in immer noch sperrigen Einzelteilen in den Hänger verladen werden, den uns Roland Roithmeier dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat. Florian und Walter Albert haben diesen dann gleich noch zum Recyclinghof gefahren und damit war diese Baustelle auch erledigt.
Was wäre eine Baustelle ohne einen Abbruchhammer?
Das Lüftungsrohr hatte eine gemauerte Verbindung, welche den Heizungskeller unter der Sakristei mit dem Dachboden verbunden hat. Dieser Kamin war bei näherer Betrachtung schon äußert instabil und konnte nicht mehr guten Gewissens ungesichert verbleiben. Nachdem dieser sowieso nicht mehr gebraucht wurde, haben wir uns kurzerhand entschlossen, diesen bis zur Holzbodendecke über dem Altarraum abzutragen. Am Dachboden ist die Staubentwicklung ja auch nicht so schlimm wie es in der Kirche der Fall wäre. Zum Glück hatten wir uns einen Tag ausgesucht, an dem der Himmel bedeckt war. Hätte die Sonne geschienen, wäre der Saunabetrieb schon lange eröffnet worden. So konnten wir uns noch dem letzten Abschnitt zuwenden.
Über der Sakristei gibt es einen kleinen Raum, welcher nur über eine Hühnerleiter vom Dachboden aus erreicht werden kann. In den letzten zwanzig Jahren ist hier wahrscheinlich niemand mehr gewesen. Die dort aufbewahrten Sachen hätte man schon damals am besten weggeworden. Auf den nachfolgenden Bildern ist links der Eingang zu diesem Raum zu sehen. Auf ein „Vorher“-Bild wurde verzichtet, man sieht ja schon im Vorraum, welche „Schätze“ sich dort befinden.
Der ausgeräumte und besenrein hinterlassene Raum über der Sakristei. Man beachte die Treppe ohne Handlauf, welche direkt nach der Tür beginnt. Auf dem Foto schlecht zu erkennen: Es geht fast drei Meter nach unten! Wir werden demnächst noch eine Absturzsicherung anbringen. Bisher wurde einfach der Schlüssel versteckt 🙂
Wir haben noch viele Elektrokabel neu oder besser gesagt überhaupt einmal beschriftet, und am Ende selbstverständlich alles gesaugt hinterlassen. Über den weiteren Fortschritt auf der Empore werde ich berichten, für heute haben wir aber nach acht Stunden die Segel gestrichen und freuen uns alle auf eine Dusche, wenn wir überhaupt noch ins Haus gelassen werden.
Der Bauausschuss bedankt sich für die Unterstützung bei den Hausgemeinschaften und somit coronakonformen Teams aus Florian und Walter Albert, Andreas und Emil Freitag, Martina und Peter Schäfer sowie Michael Fenn.
Wir sind bunt – Wir zeigen den Zusammenhalt der Generationen und jede*r kann mitmachen! Am 9. Mai 2020 geht es los!
Sucht euch einen Stein, bemalt, beschriftet und gestaltet ihn! Dann kommt zur Stephanuskirche und legt ihn in die Reihe (sie beginnt am großen bunten Stein rechts neben der Eingangstüre) rund um die Kirche…
Bitte lasst alle Steine an ihrem Platz. Legt euren jeweils dazu und seid dadurch mit uns verbunden – denn wir sind füreinander da! Mitmachen können: Kinder, Omas und Opas, Familien, Singles und Paare, Alleinerziehende, Patchwork-Familien, Witwen und Witwer, Konfirmanden und junge Erwachsene,…