Glockenläuten für Betroffene der Unwetterkatastrophe

In der Stephanuskirche und in vielen weiteren evangelischen Kirchen werden am Freitag, 23. Juli 2021 um 18 Uhr die Glocken läuten.

Aufräumarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands in Schuld, Rheinland-Pfalz. Der Landkreis Ahrweiler war in der Nacht zum Donnerstag (15.07.2021) besonders stark von Starkregen und Schlammlawinen getroffen worden.
Aufräumarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands in Schuld, Rheinland-Pfalz. Der Landkreis Ahrweiler war in der Nacht zum Donnerstag (15.07.2021) besonders stark von Starkregen und Schlammlawinen getroffen worden. Foto: epd-bild/Frank Schultze/Zeitenspiegel

Bedford-Strohm: „Starkes Zeichen der Solidarität“

Als Zeichen der Anteilnahme nach der Unwetterkatastrophe sollen am Freitagabend bundesweit Kirchenglocken läuten und zu Andachten und Gebeten einladen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sprach am Donnerstag von „einem starken Zeichen der Solidarität“, wenn viele evangelische Gemeinden bundesweit Andachten feiern. Auch katholische Bistümer riefen zu Glockenläuten und Gebeten auf.

Ausgegangen war die Initiative von den vom Hochwasser besonders betroffenen evangelischen Landeskirchen im Rheinland und in Westfalen.

„Wir alle nehmen fassungslos und voller Anteilnahme die dramatischen Ereignisse der vergangenen Tage wahr und können das Ausmaß der Zerstörung und des Leides, das die Unwetter der letzten Woche nach sich gezogen haben, noch gar nicht abschätzen“

Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm

Eine zusätzliche Kollekte in evangelischen Gottesdiensten soll am Sonntag unter dem Motto „Gemeinden helfen Gemeinden“ dazu beitragen, dass das Gemeindeleben in zerstörten Kirchen und Gemeindehäusern möglichst bald wieder aufblühen kann. „Wir können mit einer solchen Kollekte auch äußerlich zeigen, wie sehr wir im gesamten Raum der EKD Anteil nehmen und mitfühlen und das auch materiell zum Ausdruck bringen wollen“, sagte der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm. In den Kirchen und Gemeindehäusern seien nicht nur die Gebäude, sondern vielfach auch das gesamte Inventar durch die Wasserschäden nicht mehr nutzbar.

Spenden für die betroffenen der Flutkatastrophe

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin
Evangelische Bank
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Hochwasserhilfe Deutschland

Mit Material des epd (Hannover)

Gemeindehaus-Neubau – es ist geschafft!

Am 31.12.2019 war es soweit. Die letzten Raten für die Bezahlung des Gemeindehausneubaus der Stephanuskirche wurden überwiesen. Seitdem sind wir schuldenfrei. Wir haben etwas Außergewöhnliches geschafft. Innerhalb von 7 Jahren haben wir alle Darlehen für den Neubau zurückzahlen können. Dank Ihrer aller Hilfe! Denn für die außerplanmäßig hohen Rückzahlungen wurden alle Überschüsse/Einnahmen aus den Gemeindefesten, aus der Sparschwein-Aktion, aus dem Weinverkauf, aus den Verkäufen des Bastelkreises und all den anderen Aktionen in den 7 Jahren verwendet.

Vielen, vielen Dank dafür!

Was hat denn nun unser Gemeindehaus gekostet? Ich habe eine Aufstellung der Kosten und der Einnahmen gemacht:

Gesamtkosten inkl. Zinsen1.502.363,06 €
Diverse Zuschüsse / Unterstützungen832.573,00 €
Erlöse aus Grundstücksverkäufen und Aufnahme von 4 Darlehensverträgen440.000,00 €
Entnahme aus der Rücklage40.000,00 €
Eigenleistungen durch Gemeindeglieder20.310,72 €
Unterstützungen durch den Bastelkreis21.536,00 €
Erlöse aus den Gemeindefesten13.600,00 €
Zuwendungen aus der Kirchgeldaktion9.516,34 €
Erlöse aus dem Weinverkauf, Verkauf von Predigt-Heftchen, Verkauf von Dachziegeln, Altmetallaktion beim Abriss des alten Gemeindehauses und unsere Sparschweinaktion22.766,34 €
Spenden für den Neubau des Gemeindehauses102.060,66 €
Gesamtkosten1.502.363,06 €
./. Zuschüsse / Unterstützungen832.573,00 €
./. Finanzierungen und Grundstücksverkäufe440.000,00 €
./. Eigenleistungen/Spenden/Erlöse229.790,06 €
Restbetrag0,00 €

Wir sind schuldenfrei. Zeit zum Durchschnaufen. Zeit zum Luft holen. Zeit, um die Corona-Zeit gut zu überstehen. Aber auch Zeit, um Neues anzugehen.

Denn: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ (Spruch von Sepp Herberger-ehemaliger Nationaltrainer der Fußball-Weltmeistermannschaft von 1954).

Unser Kindergarten wird langsam zum „Problemfall“

Die Mängelliste wird immer länger. Eine Renovierung/Modernisierung/Generalsanierung ist immer unausweichlicher. Jedoch wurde bei einer Besichtigung des Baureferates der Landeskirche schnell klar, dass eine Renovierung unwirtschaftlich ist und daher ein Neubau die wahrscheinlichere Variante sein wird. Viele Gespräche sind bereits geführt, Zusagen für Fördergelder eingeholt und die Finanzierungsmöglichkeit der Gemeinde dem Landeskirchenamt vorgestellt worden. Sowohl vom Kirchenvorstand als auch von der Landeskirche wurden die finanziellen Rahmenbedingungen genehmigt. Jetzt geht es um die Planung. Mehrere Architekturbüros wurden angeschrieben.

Es geht voran

Unser größtes Ziel ist: Das Bringen und Abholen der Kinder von der vielbefahrenen Gebersdorfer Straße zum Dr.- Jürgen-Feldmeier-Weg hin und den Zugang somit hinter das Gemeindehaus zu verlagern. Ein ehrgeiziges Projekt haben wir erfolgreich mit Ihnen zusammen geschafft. Ein Neues liegt vor uns. Aber auch das werden wir mit Ihnen zusammen wieder gut schaffen! In regelmäßigen Abständen werden wir Sie über den aktuellen Stand des Projektes informieren.

Jürgen Staub, Kirchenpfleger

Frühjahrssammlung der Diakonie

Das Thema Schwangerschaft ist für viele ein Anlass zur Freude, doch auch eine Zeit der Fragen, Zweifel, Veränderungen und Zukunftsplanung.

Die Schwangerschaftsberatung bietet Informationen, Unterstützung und konkrete Hilfe an. Die Aufgaben umfassen z. B.: Information und Beratung bei Schwangerschaft, die Vermittlung von finanziellen Hilfen, die Beratung im Schwangerschaftskonflikt, Begleitung und Hilfe nach einem Schwangerschaftsabbruch sowie Gruppenangebote für Jugendliche und Schulklassen.

In Nürnberg wird diese Arbeit durch die Beratungsstelle der Stadtmission in der Krellerstraße 3 geleistet.

Damit dieses Beratungsangebot und alle anderen Leistungen der Diakonie auch weiterhin angeboten werden können, bitten wir bei der Frühjahrssammlung vom 15. bis 21. März 2021 um Ihre Spende. Herzlichen Dank!

Spendenkonto Diakonie im Dekanat (Stadtmission Nürnberg)

IBAN: DE 36 5206 0410 0702 5075 01
BIC: GENODEF1EK1
Evangelische Bank
Stichwort: Frühjahrssammlung

20% der Spenden verbleiben in der Kirchengemeinde für diakonische Arbeit.
45% der Spenden verbleiben im Dekanatsbezirk zur Förderung diakonischer Projekte.
35% der Spenden werden vom Diakonischen Werk Bayern für die Projektförderung in ganz Bayern eingesetzt. Hiervon wird auch das Infomaterial für die Öffentlichkeitsarbeit finanziert.

Glocken verlernen das Läuten

Seit 1951 sind sie ohne Unterbrechung jeden Tag im Einsatz. Sommer wie Winter, Tag und Nacht läuten unsere Glocken mindestens dreimal am Tag und rufen zum Gebet auf, kündigen das Wochenende an, erinnern an die Kreuzigung von Jesus Christus oder rufen die Gemeinde zum Gottesdienst und begleitet sie währenddessen beim Vater Unser. Außerdem weisen sie natürlich auch auf besondere Ereignisse im Leben der Gemeinde und der Menschen hin. Nach fast 70 Jahren klangvoller Verkündigung vom Evangelium Jesu Christi sind sie in letzter Zeit etwas aus dem Takt gekommen…

Außenansicht des Glockenturmes der Stephanuskirche Nürnberg Gebersdorf

Bim Bam Bim Bam

Egal wo man sich befindet, ob in der Kirche oder davor, ob nah oder weit entfernt: Wird ein und dieselbe Kirchenglocke geläutet, hört man immer zwei unterschiedliche Klänge. Kinder sagen dazu oft lautmalerisch „Bim Bam“ und meinen damit die akustische Eigenart der Glocken. Aber warum ist das so?

Glocken haben nicht nur einen festen Ton, den sogenannten Prinzipalbereich, sondern verfügen neben dem Grundton über eine Fülle von Obertönen. Als musikalischer Laie würde ich sagen, sie haben ein Klanggemisch und nicht genau einen definierten Ton wie man ihn bei einer Musiknote im Gesangbuch erwarten würde.

Der tiefste Teilton wird Grundton genannt und bestimmt in den meisten Fällen die wahrgenommene Tonhöhe, während die übrigen Teiltöne, die Obertöne, die Klangfarbe beeinflussen

Aus der Wikipedia zum Thema Oberton

Ganz entscheidend ist aber noch ein anderer Punkt. Wird eine Glocke geläutet, steht diese nicht fest und unbeweglich im Glockenturm und wird im Takt angeschlagen. Vielmehr schwingt die gesamte Glocke und durch diese Bewegung trifft der Klöppel, welcher wie ein Hammer fungiert, der auf das Eisen schlägt und den Ton erzeugt, gegen den Schlagring. Der Klang der Glocke wird dabei in die verschiedenen Richtungen gestreut. Vorstellen kann man sich dies wie einen Lautsprecher, der abwechselnd zu einem zeigt und dann wieder von einem weggedreht wird. Zeigt die Glocke in die Richtung des Zuhörers, wenn der Klöppel auf den Schlagring trifft, hört man das charakteristische Bim, also das vollständige Klangspektrum zusammen mit dem metallischen Klöppelgeräusch. Danach schwingt die Glocke von einem weg und der Klöppel schlägt genau an der dem Zuhörer abgewandten Seite und erzeugt das Bam, ein Geräusch mit weniger Obertönen und ohne das Klöppelgeräusch.

Klingt ganz schön kompliziert

Ist es auch. Würde man beim Läuten auf dieses Zusammenspiel von Bewegung, Glocke und Klöppel verzichten und die Glocke stillstehen lassen, würde diesem Klang alles Lebendige fehlen. An vielen Friedhöfen wird zu Beerdigungen die Glocke nur angeschlagen um einen gleichmäßigen, monotonen und damit traurigen Klang zu erzeugen. Die Glocke steht still und wird im Takt von einem motorgetriebenen Hammer geschlagen.

Fürchte Dich nicht, denn ich habe Dich erlöst

Inschrift der Glocke II: Jessaja 43,1

Wird hingegen die Glocke angetrieben, so muss der Klöppel etwa in dem Augenblick anschlagen, in dem die ausschwingende Glocke ihre höchste Lage erreicht hat. Dabei ist es wichtig, dass die Glocke nicht zu stark schwingt, da sonst der Klöppel den Schlagring der Glocke zu hart treffen würde und der Klang sich nicht optimal entfalten könnte. Außerdem würde der Klöppel dann abprallen und könnte seinen harmonischen Schwung verlieren, was zu einem ungleichmäßigen Läutebild führen würde. Natürlich darf der Schwung aber auch nicht zu gering sein, weil der Klöppel die Glocke dann gar nicht treffen würde und der Ton ausbleiben oder aussetzen würde. Für ein gleichmäßiges Läuten ist also ein perfektes Zusammenspiel von Glocke und Klöppel sowie von Motor und Steuerung erforderlich.

Auf Fehlersuche

Genau dieses Zusammenspiel ist im Moment nicht mehr hundertprozentig gegeben. Wird die Glocke durch den Motor in Bewegung gesetzt dauert es immer eine Weile, bis diese in ein gleichmäßiges Bim Bam Bim Bam übergeht. Nach einiger Zeit fehlt aber ein Schlag, die Glocke klingt also nur noch Bim Bam Bim … Bim Bam. Jetzt könnte man natürlich sagen, das ist nicht so schlimm und den meisten ist es wahrscheinlich noch nicht einmal aufgefallen, dass es nicht mehr ganz rund klingt. Wenn man sich aber wieder bewusst macht wie wichtig es für die Glocke ist, dass alle Bauteile miteinander harmonisieren, ist dies ein Anzeichen, dass etwas nicht mehr richtig funktioniert.

Bedienfeld für das Läuten der Glocken in der Stephanuskirche in Gebersdorf

Zum Glockenläuten muss man sich nicht anstrengen, es reicht am Steuerpult einen Hebel für die entsprechende Glocke umzulegen und kurze Zeit später hat diese genug Schwung durch den Elektromotor bekommen, dass der erste Ton erklingt. Das Steuersignal wird also noch richtig übermittelt, sonst wäre gar nichts mehr zu hören.

Ein Fall für den Kundendienst

Unsere Glocken werden regelmäßig gewartet. Dazu kommt ein Spezialist für Kirchenglockenmotoren aus Österreich und kontrolliert alle Bauteile auf Funktionalität. So sollen Schäden frühzeitig erkannt und somit verhindert werden. Die letzte Überprüfung war erst vor ein paar Monaten, dort ist aber nichts im Protokoll vermerkt worden. Ich habe trotzdem angerufen und das Problem geschildert. Der Monteur kann es sich nicht erklären, wir vereinbaren einen Vor-Ort-Termin.

Blick auf alle drei Gussstahl Kirchenglocken der Stephanuskirche Nürnberg Gebersdorf
Die drei Gussstahlglocken der Stephanuskirche aus dem Jahr 1951. Die Glocken werden durchnummeriert, bei der größten mit I beginnend. Rechts im Bild die größte Glocke (Glocke I), unten links die zweitgrößte (Glocke II) und oben links die kleinste Glocke (Glocke III).

Zusammen mit dem Kundendienst hören wir nacheinander alle drei Glocken an. Erster Hinweis: Der Monteur lässt die Glocken bei der Wartung nicht lange genug Läuten, damit dieses Problem deutlich auftritt. Zum Gottesdienstbeginn klingen die Glocken ungefähr drei Minuten, nach etwas über einer Minute tauchen die Aussetzer das erste Mal auf. Wir gehen auf den Glockenturm, um uns die Mechanik genauer anzuschauen.

Die größte Glocke der Stephanuskirche Gebersdorf wird meistens als Betglocke Bezeichnet

Die größte Glocke in der Stephanuskirche. Im Turm hängen drei Gussstahlglocken vom Bochumer Verein in der V7-Rippe (Geometrie des Rotationskörpers). Sie bilden ein Te Deum Motiv und das heutige Geläut. Das Vorgänger- Geläut musste 1942 zu Kriegszwecken abgeliefert werden. 1951 schuf der Bochumer Verein das heutige Trio. Die Glocken hängen in einem Glockenstuhl aus Stahl mit Holzjochen.

Im Glockenturm ist – zum Glück – auf den ersten Blick kein Problem erkennbar. Die Glocken haben alle leichten Rost angesetzt, sonst sind sie aber noch in sehr gutem Zustand (meint der Spezialist). Auch die Holzjoche sind noch vollkommen in Ordnung. Durch ein Gitter ist die Mechanik auch vor Verunreinigungen durch Vögel geschützt. Nacheinander schauen wir uns alle drei Glocken genauer an.

O Land, Länder, höre des Herrn Wort

Inschrift der Glocke I: Jeremia 22,29

Der Monteur erzählt von den vielen verschiedenen Kirchen, die er Tag für Tag sieht um dort die Glocken zu warten. Die Gemeinde hat häufig keinen Bezug mehr zum Geläut, weil alles automatisiert abläuft. Früher, als noch von Hand geläutet werden musste, gab es eine sehr starke Verbindung von dieser Person oder diesem Personenkreis zum Geläut. Jetzt läuft auch alles immer perfekt ab, die Elektronik läutet jeden Tag, jede Stunde immer genau gleich und genau gleich lang. Er meint, das manuelle Läuten sollte eigentlich dem automatischen vorgezogen werden.

Foto des beschädigten Klöppels der Betglocke in der Stephanuskirche Gebersdorf

Da Stahl auf Stahl einen unschönen Klang ergibt, ist in die Klöppel in einer schwach kegelförmigen Bohrung einen Anschlagbolzen aus einem weicheren Material wie Bronze eingearbeitet. Auf dem Bild ist dies als Knubbel auf der linken Seite erkennbar. Dieser sollte gleichmäßig in der Mitte abgenutzt werden. Deutlich erkennbar ist die Abnutzung aber im oberen Bereich des Anschlagbolzens. Ein weiterer Hinweis?

Der Klöppel wird durch eine mehrfach gefaltete und getränkte Ledereinbindung mit der Glocke verbunden. Diese Verbindung hat wohl über die Jahre nachgegeben, sodass der Klöppel jetzt tiefer hängt als es eigentlich vorgesehen ist. Durch die veränderte Position schlägt er nicht mehr an der gleichen Stelle an und die Glocke selbst müsste wohl einen Tick weiter schwingen, damit er immer zuverlässig anschlägt. Er empfiehlt den Anschlagbolzen zu tauschen und die Klöppelaufhängung zu erneuern. Pro Glocke ungefähr ein Aufwand von einem Tag.

Blick in eine Kirchenglocke mit der Klöppelaufhängung aus Leder

Anschlagsarten

Das Glockenläuten mit drei Glocken, die alle einzeln ansteuerbar sind, bietet eine Vielzahl von Variationen. Durch die damalige, beschränkte Technik ist die Vielfalt verloren gegangen. Auch wir können über unsere Zeitschaltuhr nur die Glocke III, also die kleinste Glocke, einzeln läuten oder alle drei Glocken zusammen. Nachfolgend ein kleiner Einblick in die Vielfallt an Varianten, die mit diesem Musikinstrument möglich sind.

Normales Läuten

Die Glocke wird durch Ziehen eines Seils oder durch eine elektrische Maschine zum Schwingen gebracht, wobei der Klöppel an den Schlagring schlägt.

Halbzugläuten

Die Glocke wird so schwach bewegt, dass der Klöppel ruhig hängen bleibt und nur eine Wandung gegen ihn schlägt. Wird zum Beispiel als Trauergeläut verwendet. Ist bei uns technisch im Moment nicht möglich.

Anschlagen

Die ruhig hängende Glocke wird mit dem Klöppel, der durch ein Seil bewegt wird, oder durch einen Uhrschlaghammer mehrmals angeschlagen. Ist in der Stephanuskirche auch nicht eingebaut.

Gruppenläuten

Beim Läuten mehrerer Glocken beginnt man stets mit der kleinsten Glocke. Erst dann, wenn diese regelmäßig ausschwingt, wird mit dem Läuten der nächsten Glocke begonnen und so fort. Das Läuten wird in der gleichen Reihenfolge beendet: Die kleinste Glocke verstummt zuerst, die größte Glocke läutet am längsten.

Die Dauer des Glockenläutens sollte sechs Minuten nicht überschreiten. Möglich sind auch Unterbrechungen, also das Läuten einer Glocke mit einer anschließenden kurzen Pause und darauffolgend das Gruppengeläut. Dadurch können besondere Gottesdienste hervorgehoben werden. Die einzelne Glocke kann auch dem Gruppengeläut folgen.

Einzelglocke

Am häufigsten wird nur eine einzelne Glocke geläutet. In der Läuteordnung ist dazu folgendes vermerkt:

Das Läuten einer einzelnen Glocke bringt deren Eigenart und Schönheit besonders gut zur Geltung. Es ist allen anderen Läutearten gleichwertig und möglichst weitgehend anzuwenden.

Läuteordnung für evangelisch-lutherische Gemeinden

In der Stephanuskirche Läuten wir zum Gebet um 07:00 Uhr, um 12:00 Uhr und um 21:00 Uhr mit der Glocke III. Das Freitagsläuten erinnert an Christi Kreuzigung um 09:00 Uhr. Dafür sollte die tiefste Glocke verwendet werden. Da die Glocke I nicht automatisiert angesteuert werden kann, erfolgt auch dieses Läuten mit Glocke III.

Das Wochenende wird am Samstag um 14:00 Uhr eingeläutet. Dafür erklingen alle drei Glocken als Gruppengeläut. Die Elektronik erlaubt hier nur das Ansteuern aller Glocken gleichzeitig, weshalb sich das Geläut nicht langsam auf- und später wieder abbaut. Dies ist aktuell nur durch manuelles Läuten möglich, wie es zu den Gottesdiensten erfolgt.

Das Problem mit der Elektronik

Neben den Klöppeln hat der Monteur noch ein weiteres Problem angesprochen. Die verbaute Elektrik ist nicht mehr vorschriftsgemäß und muss erneuert werden. Die folgenden Bilder geben einen Einblick.

Glockenmotor, welcher die Glocke beim Läuten in Schwingung versetzt

Links oben der Glockenmotor aus dem Jahr 1951. Bisher hat er bis auf den regelmäßigen Austausch der Verschleißteile keine Probleme bereitet. Er ist aber nach so langer Zeit am Ende seiner Lebenserwartung angekommen. Rechts oben die Motorsteuerung im Glockenturm, welche das Steuersignal aus der Kirche entgegennimmt (Bild rechts unten)

Steuerungselektronik der Kirchenglocken im Kirchenturm der Stephanuskirche
Bedienfeld zum Läuten der Glocken in historischem Umfeld mit der alten Technik

Da das Zusammenspiel aller einzelnen Komponenten äußerst wichtig ist, wird empfohlen diese auch gemeinsam zu erneuern. Werden nur Einzelteile ausgetauscht, ist davon auszugehen, dass dies früher oder später zu neuen Schäden führt, die dann teuer repariert werden müssen. Mit einer aktuellen Steuereinheit könnte das Läuten für die Glocken schonender erfolgen und es wäre auch eine größere Varianz möglich, da durch die moderne Elektronik jede einzelne Glocke sekundengenau angesteuert werden kann.

Fast 70 Jahre hat uns die vorhandene Technik einen treuen Dienst geleistet. Durch regelmäßige Wartungen und die sorgsame Behandlung gemäß den Vorgaben der Sachverständigen konnte die verwendete Technik eine solch hohe Lebensdauer erreichen. Wir hoffen, dass die neue Technik genauso lange halten wird wie es die alte getan hat. Mit einem Spezialisten für Glockenmotoren können wir hier auf einen Partner setzen, der uns von Anfang an fachmännisch begleitet und alle Arbeiten zuverlässig ausgeführt hat.

Läuten der Glocke I: Ungefähr bei 58 Sekunden fehlt der Anschlag des Klöppels an der Glocke und der Ton bleibt aus. Davor sind manche Anschläge nur sehr zaghaft und dadurch kaum zu hören. Danach schwingt die Glocke wieder aus.

Soweit möglich werden wir versuchen, nötige Arbeiten in Eigenleistung auszuführen. Viele Komponenten benötigen aber das Fachwissen des Spezialisten und auch durch die benötigten Spezialteile werden auf die Kirchengemeinde kosten in Höhe von mehreren tausend Euro zukommen. Wir informieren uns gerade bei einem Sachverständigen der Landeskirche bezüglich eines Zuschusses. Wahrscheinlich werden wir aber über 10.000€ aus eigenen Mitteln finanzieren müssen.

Spenden

Wenn Sie uns beim Erhalt der Glocken unterstützen möchten und können, freuen wir uns sehr über Ihre Spende! Für diese erhalten Sie selbstverständlich einen Beleg, welchen Sie bei der Steuererklärung angeben können.

Unsere Bankverbindung:
Evangelische Bank
IBAN:  DE39 5206 0410 0001 5731 28
BIC: GENODEF1EK1
Verwendungszweck: Kirchenglocken

Wir danken Ihnen schon jetzt für Ihre Unterstützung mit einem herzlichen Vergelt’s Gott!

Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende

Inschrift der Glocke III: Matthäus 28,20

Zögern Sie auch nicht uns bei weiteren Fragen direkt zu kontaktieren. Gerne können Sie sich auch persönlich ein Bild von unseren Glocken machen. Wenden Sie sich bezüglich einer Terminvereinbarung an unser Pfarramt.

Weitere Informationen

Der Bauausschuss wird zu gegebener Zeit über den Gemeindebrief und auch über die Webseite der Kirchengemeinde den aktuellen Stand weitergeben.

Weitere allgemeine Informationen über den Hersteller unserer Glocken finden sie hier. Wer mehr über die Verschiedenen Arten des Läutens erfahren möchte, wird hier fündig. Die Glocken der Stephanuskirche und ihre Vorgänger haben auch einen eigenen Bereich auf unserer Webseite, zu dem Sie hier gelangen.

Für den Bauausschuss – Christian Fenn