Rückblick Erntedankfest

Menschen versammeln sich vor dem Gemeindehaus der Stephanuskirche Nürnberg Gebersdorf nach dem Erntedankgottesdienst um das Gemeindefest zu feiern.

Wir haben uns sehr gefreut, endlich wieder eine große Gemeinde in und um unsere Kirche und im Gemeindehaus versammeln zu können. Nachdem die Auflagen es zuglassen haben, konnten wir ein kleineres, musikalisches Gemeindefest feiern. Beginn war in der Stephanuskirche zum Gottesdienst am Erntedanksonntag mit Vorstellung der Konfirmandinnen und Konfirmanden. Der Festgottesdienst in der reichlich geschmückten Kirche wurde durch den Kirchenchor begleitet.

Anschließend gab es musikalische und gesangliche Darbietungen durch den Posaunenchor, den Rabenchor, die Gitarrengruppe und die Akkordeongruppe. Für das leibliche Wohl wurde mit Bratwürsten im Weckla, Butterbrezen und etwas Süßem sowie Getränken gesorgt. Unser Bastelkreis und die Schalomgruppe haben ihre selbstgebastelten oder fairgehandelten Waren zum Verkauf angeboten und sich über regen Zuspruch gefreut. Weil Bilder mehr sagen als viele Worte, gibt es hier einen kleinen Einblick.

Wir bedanken uns bei allen, die dieses Fest möglich gemacht haben und natürlich auch bei allen Besucherinnen und Besuchern für zahlreiches mitfeiern!

Predigt zum Erntedankfest: „Der Segen des Gebens“

Von Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter am 03.10.2021 in der Stephanuskirche in Gebersdorf

Sonnenblumen am Altar der Stephanuskirche

Liebe Gemeinde,

Das Erntedankfest steht auf der Beliebtheitsskala der kirchlichen Feste ganz weit oben!
Übertroffen wird es nur vom Weihnachtsfest, bei manchen Kirchgängern evtl. noch vom Osterfest.
Diese drei Feste werfen ihre Schatten schon Wochen vorher voraus, bis sie dann am Festtag all ihre Pracht und ihren Glanz auch in den geschmückten Gotteshäusern zeigen.

Wenn wir uns heute hier umschauen, so können wir staunen über die wunderbaren Früchte der Felder und die leuchtenden Blumen der Gärten.

Erntedankaltar in der Stephanuskirche mit verschiedenen, geernteten Gemüsesorten


Am Freitagvormittag waren schon die Kindergartenkinder mit ihrem Bollerwagen hier in unserer Stephanuskirche und haben sich in einem abwechslungsreichen Gottesdienst über die eingesammelten Erntedankgaben bedankt und gefreut. 

Heute am Erntedanksonntag feiert die ganze Gemeinde auch unser Gemeindefest. 
Wir sind dankbar, dass wir uns endlich wieder versammeln dürfen und wir sind dankbar, dass wir trotz klimatischer Veränderungen noch keine Not leiden müssen.

Deshalb können wir heute ein Fest der Sinne feiern:
die Augen können sich satt sehen an der bunten Vielfalt der Früchte und Blumen, die Ohren freuen sich an der wunderbaren Musik, die uns durch das ganze Fest begleitet, sogar unsere Nasen und unser Gaumen werden sich nachher freuen über den köstlichen Bratwurstduft.

Ja, und dann ist da noch unser Predigttext zum Erntedankfest, der Dank und Freude aufnimmt.
Geschrieben hat ihn der Apostel Paulus in seinem 2. Brief an die Gemeinde von Korinth.
Ich lese die Übersetzung aus der Basisbibel:

Liebe Korinther,
das aber sage ich euch: „Wer spärlich sät, wird spärlich ernten. Und wer reichlich sät, wird reichlich ernten.“
Jeder soll so viel geben, wie er sich selbst vorgenommen hat. Er soll es nicht widerwillig tun und auch nicht, weil er sich dazu gezwungen fühlt. Denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb!
Gott aber hat die Macht, euch jede Gabe im Überfluss zu schenken. So habt ihr in jeder Hinsicht und zu jeder Zeit alles, was ihr zum Leben braucht. Und ihr habt immer noch mehr als genug, anderen reichlich Gutes zu tun.
So heißt es ja in der Heiligen Schrift: „Er verteilt Spenden unter den Armen. Seine Gerechtigkeit steht fest für immer.“
Gott gibt den Samen zum Säen und das Brot zum Essen. So wird er auch euch den Samen geben und eure Saat aufgehen lassen. Euer gerechtes Handeln lässt er Ertrag bringen.
Er wird euch so reich machen, dass ihr jederzeit freigiebig sein könnt. Und aus Eurer Freigiebigkeit entsteht Dankbarkeit gegenüber Gott, wenn wir eure Gaben überbringen.
Denn die Ausübung dieses Dienstes lindert nicht nur Mangel, an dem die Heiligen leiden. Sie ist auch deshalb so wertvoll, weil sie große Dankbarkeit gegenüber Gott bewirkt.
Weil ihr euch in diesem Dienst so bewährt habt, werden sie Gott loben. Denn daran sehen sie, dass ihr euch gehorsam zu der Guten Nachricht von Christus bekennt. Und an eurer Freigiebigkeit merken sie, dass ihr mit ihnen und allen Gemeinschaft haltet.
Und wenn sie für euch beten, werden sie das voll Sehnsucht nach euch tun. Denn sie haben erkannt, dass Gott euch in so reichem Maße seine Gnade geschenkt hat.
Dank sei Gott für seine Gabe, die so unbeschreiblich groß ist!

2. Kor. 9,6-15

Liebe Stephanus-Gemeinde,

nachdem Sie diesen Briefausschnitt des Paulus gehört haben, werden nicht nur die Konfirmandinnen und Konfirmanden denken: So ein Durcheinander – ganz schön schwierig dieser Text. Was will Paulus seiner Gemeinde in Korinth eigentlich sagen?

Den Älteren unter Ihnen wird aber dann doch der Satz: 
„Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb!“ bekannt sein.
In früheren Jahren wurde er immer nach dem Verlesen der Kollekte gesprochen.

So viel können wir spontan sagen:
Dieser Briefabschnitt ist ein Spendenaufruf!
Ja, das gab es auch schon vor 2000 Jahren.
Paulus bekam vom Apostelkonzil im Jahr 48 n. Chr. in Jerusalem den Auftrag, in seinen neu gegründeten Gemeinden im Mittelmeerraum Spenden für die Urgemeinden zu sammeln. Die neu gegründeten Gemeinden sollten sich dadurch solidarisch zeigen, sie sollten ein Gespür bekommen, was es heißt, als Einheit der Christen im Römischen Reich aufzutreten.

Wenn wir den Paulinischen Spendenaufruf genauer unter die Lupe nehmen, sehen wir, dass Paulus ein Meister des Worts war. Er jonglierte schon damals mit Worten wie „spärlich, Zwang oder widerwillig“ und setzte diesen geschickt die Worte „fröhlich, im Überfluss, reichlich und gerecht“ gegenüber, um die Aufmerksamkeit seiner Hörer zu gewinnen.
Es fällt auf, dass Paulus dabei mehr positive Gedanken verwendet.
So schafft er es, aus einem nüchternen Spendenaufruf ein Bekenntnis zum Leben zu machen.
Es geht ihm nicht darum, dass die Hörer zum Geben aufgefordert werden und ihnen dann auch noch befohlen wird, dabei fröhlich zu sein. Nein.
Der eigentliche fröhliche Geber ist Gott!
Die Vielzahl an schönen Worten stehen für die Gaben, die wir Menschen im Überfluss von Gott bekommen haben. 
Denn eigentlich braucht es nicht viel, damit wir glücklich sind und damit wir andere glücklich machen können.
Die beiden großen Kirchen folgen sowohl an Weihnachten als auch am Erntedankfest dem biblischen Spendenaufruf des Paulus. Es ist Tradition, dass wir auch an die christlichen Kirchen in Übersee denken. 
Wir Christen hier in Deutschland zeigen uns mit unseren Spenden solidarisch mit unseren Glaubensbrüdern und Schwestern in den von der Pandemie oder von Bürgerkriegen schwer traumatisierten Gemeinden.
Das hat dann auch gar nichts mit eigener Gewissensberuhigung, selbstgefälliger Almosengabe oder gar Steuerersparnis zu tun. 
Am Erntedankfest halten wir inne und uns wird klar, dass wir hier in unserem Land mit allen Gütern reich gesegnet sind und – aus Dankbarkeit darüber – gerne geben können!

„Wer reichlich sät, wird reichlich ernten!“

Das schreibt Paulus den Korinthern, das gilt auch für uns!
Durch unsere Freigiebigkeit zeigen wir uns Gott gegenüber dankbar dafür, was wir von ihm zum Leben erhalten haben.

Natürlich ist es an den Tagen, an denen es uns gut geht, an denen wir gute Laune haben, einfach, sich als ein Beschenkter zu fühlen und etwas abzugeben.
Schwierig wird das Ganze, wenn uns die Lust am Leben vermiest wird, wenn wir selbst grad den Boden unter den Füßen verloren haben.
Dann wird es schon mal eng um’s Herz, dann fehlt die Kraft, auch noch an andere zu denken.
Paulus aber hält dagegen: Wenn wir uns ausgelaugt fühlen, ja fast schon wie welk den Kopf hängen lassen, dann dürfen, ja sollen wir uns in den Sommerregen des Wortes Gottes stellen.
Was dann passiert, weiß jeder, der einen Garten oder Balkonpflanzen hat: Langsam aber sicher werden wir uns aufrichten, saugen all die guten Nährstoffe auf, die uns dann wieder aufrecht durch’s Leben gehen lassen:

Wir blühen auf durch die Liebe, die uns geschenkt wird, 

wir blühen auf durch den Frieden, den wir mit anderen Menschen haben,

wir blühen auf durch die Zufriedenheit darüber, dass unser Glas doch halb voll ist und

wir blühen auf, wenn wir unsere Augen über all die herrlichen Erntegaben wandern lassen!

Der Segen Gottes ist die Lust am Leben!

Gott will seinen Segen über uns ausschütten für all unser Mühen, Arbeiten und Schaffen.

Liebe Gemeinde, ich bin mir sicher, wenn wir dies begreifen, wird es ein Leichtes sein, unsere Dankbarkeit gegenüber denen zu erweisen, die selbst nicht auf die Beine kommen.
Wenn Menschen in ganz Bayern heute eine Spende für „Mission eine Welt“ oder die Welthungerhilfe geben, dann geschieht Dank. Gelebter Dank!

Brot auf dem Altar der Stephanuskirche mit der Aufschrift "UNSER TÄGLICH BROT"

Und denken Sie daran: gelebter Dank macht glücklich!

Amen

Gabriele Edelmann-Richter, Pfarrerin

Wir freuen uns auf Sie!

Symbolbild: Bildausschnitt Gitarrist mit Gitarre

Bratwürste, Weckla und Brezen sind bestellt, Getränke gekauft und der Erntedankaltar festlich geschmückt. Unsere Musikerinnen und Musiker und unsere Sängerinnen und Sänger haben die finalen Proben erfolgreich abgeschlossen und wir freuen uns, Sie zu unserem kleinen musikalischen Gemeindefest am Erntedanksonntag begrüßen zu dürfen.

Der Bastelkreis und unser Schalomladen bieten währenddessen ihre Waren zum Verkauf an.

Beim Gottesdienst haben Sie außerdem die Gelegenheit, unsere neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden kennenzuleren. Beginn ist um 10:15 Uhr!

Hier finden Sie übrigens das geplante Programm!

Die aktuellen Coronaregeln erlauben einen Gottesdienstbesuch auch mit größerer Teilnehmerzahl, wenn eine Maske getragen wird. Sie müssen daher keine Bedenken haben, keinen Platz zu bekommen!

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Einladung zum Erntedankfest

Wir feiern dieses Jahr nach dem Erntedankgottesdienst ein kleines Gemeindefest rund um die Kirche und das Gemeindehaus. Beginn ist am 03. Oktober um 10:15 Uhr mit dem Gottesdienst in der Stephanuskirche.

Plakat Musikalisches Gemeindefest am Erntedanksonntag, 03. Oktober 2021. Beginn 10:15 Uhr Festgottesdienst mit dem Kirchenchor und Vorstellung der Konfirmandinnen und Konfirmanden.
Ab 11:30 Uhr Verkauf von Bratwurstweckla, Brezen, Getränken in der Flasche und Waren des Schalomladens und des Bastelkreises.
Musikalische Auftritte ab 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr mit dem Posaunenchor, Rabenchor, Gitarrengruppe und Akkordeongruppe.
Ihre Stephanuskirche wünscht Ihnen ein schönes Gemeindefest!
Bitte beachten Sie die Hygienevorschriften. Im Gemeindehaus besteht Maskenpflicht.

Erntedankgaben

Verschiedene Erntedankgaben wie Brot, Weizen, Weintrauben, Äpfel und Birnen, Kürbisse, Nüsse auf einer Decke zusammengestellt

Der Kindergarten Regenbogen möchte, sofern die Regelungen der Bayrischen Landesregierung zur Corona Pandemie es ermöglichen, am Dienstag, 28.09.2021 und am Mittwoch, 29.09.2021 jeweils vormittags, Erntedankgaben in Gebersdorf sammeln.

Die Erntedankgaben kommen den Kindergartenkindern zugute, besonders beliebt sind Früchtetee, Fruchtsäfte, Milch und Müsli, Haferflocken, aber auch Kekse und Obst (Äpfel, Birnen, Bananen). Wenn Sie auch etwas geben möchten, klingeln wir gerne an Ihrer Haustüre bzw. dürfen Sie einen Korb mit Gaben vor Ihre Haustür stellen, diesen werden wir mit den Kindern zusammen ausleeren und im Bollerwagen durch die Straßen ziehen.
Damit wir als Kindergarten wissen, wo es Erntedankgaben zu holen gibt, bitten wir Sie, uns per E-Mail unter kita.stephanuskirche.nuernberg@elkb.de bzw. telefonisch unter 0911-686968 zu informieren.

Vielen Dank!

Michael Weck, Kindergartenleitung

Wir ernten und teilen

Predigt zum Erntedankfest 2020
von Pfarrerin Gabriele Edelmann-Richter

Liebe Gemeinde,

Kennen Sie Taizé?
Der Schweizer Theologe Roger Schutz gründete dort im frz. Burgund während des 2. Weltkriegs eine christliche Kommunität. 
Anfangs nur eine Aufnahmestation für Flüchtlinge, entwickelte sich Taizé im Lauf der Jahre zu einem Ort für internationale Jugendbegegnungen.
Zu Nicht-Corona-Zeiten sind es jedes Jahr mehrere zehntausend  Jugendliche, die dort gemeinsam beten, melodische Lieder singen, sich über die Bibel Gedanken machen und natürlich gemeinsam essen. 

Als Religionslehrerin habe ich jedes Jahr Werbung für einen Taizé-Aufenthalt gemacht. Die zurückgekommenen Schülerinnen und Schüler erzählten mir dann begeistert von dem überwältigenden Gemeinschaftsgefühl, welches sich dort schnell entwickelte.
Die Qualität des Essens löste nicht immer Begeisterungsstürme aus, doch die Tatsache, dass alle gemeinsam das Einheitsessen zu sich nahmen, alles geteilt wurde, was auf den Tischen lag, und keiner hungern musste, faszinierte die Jugendlichen immer wieder.

In unserem heutigen Predigttext geht es auch ums Teilen, ums Essen und ums Sattwerden.

 Mk 8,1-9 (BasisBibel):  

Zu dieser Zeit war wieder eine große Volksmenge bei Jesus zusammengekommen.
Da die Menschen nichts zu essen hatten, rief Jesus die Jünger zu sich. Er sagte zu ihnen: „Die Volksmenge tut mir leid. Sie sind nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen. Wenn ich sie hungrig nach Hause schicke, werden sie unterwegs zusammenbrechen – denn einige sind von weither gekommen.“ Seine Jünger antworteten ihm: „Wo soll in dieser einsamen Gegend das Brot herkommen, um diese Leute satt zu machen?“
Und er fragte sie:“ Wieviel Brote habt ihr?“ 
Sie antworteten: „Sieben“
Und er forderte die Volksmenge auf, sich auf dem Boden niederzulassen. Dann nahm er die 7 Brote. Er dankte Gott, brach sie in Stücke und gab sie seinen Jüngern zum Verteilen. Und die Jünger teilten das Brot an die Volksmenge aus.
Sie hatten auch noch einige kleine Fische. Jesus sprach das Segensgebet über sie und ließ sie ebenfalls austeilen. Die Menschen aßen und wurden satt. 
Danach sammelten sie die Reste und füllten damit sieben Körbe. Es waren etwa 4000 Menschen.
Jetzt schickte Jesus sie nach Hause. –

Liebe Gemeinde,

hier machen also 7 Brote und einige Fische 4000 Menschen satt. Und – unglaublich… hinterher bleiben noch 7 Körbe mit Brotresten übrig!
Nach heutiger Erkenntnis können wir nicht sagen, wie so etwas möglich war. Die Zahl 7 steht in der Bibel für Ganzheitlichkeit, aber wir wissen nicht, was hinter der geheimnisvollen Zahl 4000 steckt.

Für uns Zuhörer lautet die Botschaft nur: Jesus und seine Freunde verköstigen alle, die da sind!

Jesus spricht das Dankgebet, teilt das Brot und segnet die Fische. Danach machen Jesu Zuhörer die tiefgehende Erfahrung – im wahrsten Sinn des Wortes – das Brot des Lebens zu bekommen. Das was sie brauchen, das was ihnen jetzt weiterhilft. Jesus sorgt sich um die Menschen!
Er lässt seinen Worten Taten folgen!
Vielleicht wird er dabei unterstützt: einige kramen evtl. in allen ihren Taschen und finden soviel, dass sie es gerne an ihren Nachbarn weitergeben. Oder manch einer kauft sich noch im nächsten Dorf von seinen letzten Silberlingen etwas Essbares. Das Wenige, das die Zuhörer Jesu haben, teilen sie miteinander!

Liebe Gemeinde,

In unserem heutigen Gottesdienst geht es auch ums Essen.
Wenn wir uns hier umschauen, sehen wir auf dem Altar, neben dem großen Laib Brot, Gemüse und Obst, das in diesem Jahr über den Sommer hinweg gewachsen ist.

Aber das alles wächst nicht einfach so. Wir sind hier nicht im Schlaraffenland! 
Bis wir auf unserem Tisch das Essen anbieten können, steckt viel Arbeit und viel Segen dahinter!

Ich habe Ihnen heute eine Bildkarte mitgebracht. 
Darauf ist ein Gemälde des Künstlers Paul Gauguin zu sehen, welches er im Jahr 1890 gemalt hat.
Das Bild zeigt Bauersfrauen bei der Ernte. Wir sehen in der Mitte ein bewegtes, goldgelbes Kornfeld. 
Die Frauen tragen ihre Arbeitsschürzen und bücken sich tief, um mit Sicheln die Ähren zu schneiden und zu bündeln. Diese Arbeit ist mühevoll.
Rechts auf der Wiese ist ein Hund zu sehen. Aufmerksam schaut er umher. Vielleicht wartet er darauf, dass in der Mittagspause auch für ihn etwas abfällt.
Stellen Sie sich mal vor, Sie stehen auf einer Anhöhe und blicken von dort oben herunter auf die Szenerie.
Lassen Sie Ihren Blick in die Ferne schweifen. Sie erkennen das Meer in den kräftigen Blautönen. Ihre Augen können sogar das Ufer auf der anderen Seite erkennen. 
Die satten Farben der Ähren erinnern uns an die lange Zeit des Wachsens. Viel Kraft und Energie sind in die Ähren geflossen, bis sie jetzt von den Frauen geerntet werden können. 
Wir müssen keine Bauern sein, Hobbygärtner zu sein genügt auch schon, wenn wir nachvollziehen wollen, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, bis das Getreide geerntet werden kann und wir daraus Brot backen können. 
Der Bauer muss pflügen, eggen, säen, düngen. 
Dann gibt er das Wachstum in Gottes Hand. Er ist es, der den Regen, die Sonne und den Wind schenkt! 
Erst dann tritt der Mensch wieder in Aktion: Er erntet das Gewachsene und verarbeitet die Gaben.

Unser Blick geht wieder zurück zum Bild: 
Wenn wir genau hinsehen, entdecken wir Segelboote. 
In Verbindung mit unserem Predigttext könnten es Fischerboote sein, deren Besatzung sich auch erst einmal viel Mühe machen muss, um mit vollen Netzen heimzukommen.
Trotz der vielen Schweißperlen, die wir durch unser Nachdenken erahnen, strahlt das Bild eine wunderbare Ruhe aus. Die satten Farben mögen ihres dazu tun.

Aber da ist noch etwas, was dieser Ruhe zur Geltung verhilft!
Ich denke, es ist das Vertrauen. Das Vertrauen auf den Schöpfergott, der uns Menschen Saat und Ernte, Sommer und Winter, Frost und Hitze, Tag und Nacht verheißt und gibt.
Das ist es, wofür wir heute Gott danken können, auch in diesem verrückten Corona Jahr. Trotz Hitzewellen und Trockenperioden haben wir in unserem Land ausreichend ernten können. Die Pandemie hat sich zu keiner Notlage mit Hungersnot entwickelt. Bis jetzt wurde die Krise in unserem Land gut gemeistert.

Und so können wir an Erntedank Gott noch für viel mehr Dinge danken.
Im Kleinen Katechismus, dem kleinen Lehrbuch mit den 5 Hauptstücken unseres evangelischen Glaubens, schreibt M. Luther in seiner Auslegung des Vaterunsers zur Bitte um unser tägliches Brot folgendes:
Unser täglich Brot ist „alles, was not tut für Leib und Leben, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus , Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren, gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen.“
Damit möchte Luther die Betenden daran erinnern, dass es in jedem Leben, bei jedem von uns ein Wachsen und ein Ernten, ein Blühen, ein Früchtetragen und ein Verwelken gibt.
Und nicht bei allen fällt die Ernte üppig aus. 
Gerade in diesem Jahr kam es bei vielen Menschen zu existentiellen Bedrohungen. Kurzarbeit, Entlassung, Vereinsamung durch zu viel Homeoffice, Spannungen in den Familien, als die Kinder über mehrere Monate zuhause bleiben mussten … ein jeder von uns kann diese Aufzählung mit eigenen Erfahrungen ergänzen.

Was/wer hilft uns da heraus?
In größter Not brauchen wir unbedingt ein sicheres Fundament, auf dem wir stehen können. 
Das können gute, echte Freunde sein, die sich auch bei uns melden, wenn kein gemeinsames Spaßprogramm ausgemacht werden kann. 
Das können zuverlässige Ansprechpartner wie der Arzt, der Seelsorger, die Pfleger, die Entscheidungsträger in der Politik sein.
Das kann auch die Neuentdeckung der Natur, der Schöpfung Gottes sein.
Viele von uns haben in diesem Jahr auch ihren Garten liebgewonnen oder gehen regelmäßig zum Waldbaden.

Wer überleben will muss umdenken!

Und manch einer hat in diesem Jahr die eigene Spiritualität entdeckt. Das Bedürfnis hier in unserer Kirche zur Ruhe zu kommen, den Kopf frei zu bekommen von Ängsten und Sorgen, um sich ganz von Gott umhüllen zu lassen.

Liebe Gemeinde,

 bestimmt gibt es noch mehr, was Sie hier aufzählen können und wofür Sie heute Gott danken können.

Danken für das, was Ihnen eine gute Ernte beschert hat.

AMEN

Bücherbasar wird verschoben

Liebe Gemeindeglieder,

in diesem Jahr findet der beliebte Bücherbasar nicht am Erntedankfest statt, sondern am 8. November 2020 im Anschluss an den musikalischen Gottesdienst mit der Gitarrengruppe.

Bücher hierfür können am 07. November in der Zeit von 10:00 – 13:00 Uhr im Gemeindehaus abgegeben werden. Wir danken Ihnen für Ihre Bücherspende!